Oberstufe Wasseramt Ost
Nach 11 Jahren verabschiedet sich Müller vom Präsidentenamt

Der Zweckverband Oberstufe Wasseramt Ost (OWO) steht neu unter dem Präsidium von Claudia Sollberger.

Lea Reimann
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Claudia Sollberger übernimmt von Urs Müller das Präsidium des Zweckverbands Oberstufe Wasseramt Ost.

Claudia Sollberger übernimmt von Urs Müller das Präsidium des Zweckverbands Oberstufe Wasseramt Ost.

Lea Reimann

Nach elf Jahren gibt Urs Müller sein Amt als Präsident des Zweckverbands Oberstufe Wasseramt Ost (OWO) ab. Er hat diesen Verband geprägt, nicht zuletzt, weil er ihn schon fast seit dessen Gründung im Jahr 2007 präsidiert. Müller übernahm das Präsidium damals von Urs Marty, welcher den Vorsitz im ersten halben Jahr innehatte.

Insgesamt 16 Delegiertenversammlungen und 92 Verbandsratssitzungen leitete Urs Müller seit seiner Wahl. Besonders in den ersten Jahren der OWO war der Verbandsrat mit zahlreichen Herausforderungen konfrontiert, welche sich bei der Zusammenführung verschiedener Schulen ergeben. «Urs Müller hatte die Verantwortung dafür, den Zweckverband (Kreisschule) DeLu mit einer regionalen Bezirksschule und den Zweckverband (Kreisschule) Äusseres Wasseramt mit nicht weniger als sechs Standorten zu einem Riesenbetrieb zu vereinigen, der vom einen Tag auf den anderen funktionsfähig sein musste», würdigt Gesamtschulleiter Adrian van der Floe. Fast alles musste von Grund auf neu geregelt und festgehalten werden: Von der Dienst- und Gehaltsordnung über Stellenbeschriebe, Leistungsvereinbarungen und Reglementen bis hin zu Mietverträgen und anderen Finanzierungsfragen.

Landwirtschaft war ihm zu wenig

Genau zur gleichen Zeit, ebenfalls per Schuljahr 2007, setzte der Kanton zudem das neue Schulführungsmodell gesetzlich um, was wiederum mit zahlreichen Neuerungen einherging. Unter Urs Müllers Führung konnten viele wegweisende Bereiche wie etwa die Regionale Schulsozialarbeit rasch realisiert und umgesetzt werden. Die Umsetzung der Reform Sek 1, die Einführung der Speziellen Förderung und auch die ersten Schritte der «digitalen Schule» sind weitere Meilensteine.

«Seit fünfzig Jahren bin ich nun zum ersten Mal kein Präsident mehr», lacht Urs Müller, der sich seit seiner Jugend immer tatkräftig engagierte. Als 18-Jähriger ist er Präsident der katholischen Jungmannschaft geworden, habe dann die Landjugendgruppe gegründet und ist mit 20 in die Rechnungsprüfungskommission Aeschi eingetreten. Es folgten die Ämter Bürgerammann und Gemeindepräsident und auch die Spitex habe er präsidiert. «Die Landwirtschaft allein war mir immer zu wenig», erklärt er, deshalb habe er neben der Führung seines Landwirtschaftsbetriebs stets noch weitere Aufgaben übernommen.

Claudia Sollberger aus Halten ist die neue OWO-Präsidentin. Die bisherige Vizepräsidentin ist seit vier Jahren Mitglied des Verbandsrates und amtierte davor als Delegierte ihrer Wohngemeinde. Ausserdem leitete sie bereits acht Jahre die Kreisschulkommission der Primarschule HOEK und kennt sich somit in der Bildungslandschaft aus. Die Mutter zweier erwachsener Kinder ist beruflich unter anderem als Lehrperson für die Ausbildung von Pflegefachleuten tätig und als Stadtführerin in Solothurn anzutreffen.

Neu besetzt wurde auch die Hälfte des Verbandsrates, nämlich mit Pascal Kissling (Horriwil), Michelle Heuberger (Aeschi), Christine Pfister (Deitingen), Edith Kunz (Kriegstetten), Michael Kummli (Subingen) und Patrick Reinhart (Derendingen).

Weiter drei Wochen im Frühling

An der ersten von Claudia Sollberger geleiteten Verbandsratssitzung wurde gleich ein besonderes Traktandum behandelt: die Ferienregelung. Soll der ganze Schulkreis (13 Gemeinden) weiterhin bei einer Woche Sportferien und drei Wochen Frühlingsferien bleiben? Eltern aus Halten, Kriegstetten und Oekingen haben mit einer Unterschriftensammlung gefordert, dass das Ferienmodell auf zwei Wochen Sport- und zwei Wochen Frühlingsferien geändert werden soll. Der Schulkreis Wasseramt Ost sei mit seiner Regelung ein Ausnahmefall. Im Kanton gilt fast überall die Regel von zwei Wochen Sport- und zwei Wochen Frühlingsferien, so auch an den Kantons- und Berufsschulen, wodurch die Kinder in einigen Familien nicht gleichzeitig Ferien haben.

Um über diese Eingabe demokratisch zu entscheiden, hat der Verbandsrat beschlossen, dass gut zehn Jahre nach der letzten Elternbefragung wieder eine solche durchgeführt wird. Der Rücklauf dieser Umfrage war mit Antworten von 993 Familien überraschend hoch und liegt deutlich über 50 Prozent. Eine klare Mehrheit hat sich für die bisherige Regelung von einer Woche Sport- und drei Wochen Frühlingsferien ausgesprochen, nämlich 65 Prozent. 35 Prozent wünschen sich die Variante von je zwei Wochen. Im Sinne dieser Umfrage entschied der Verbandsrat deshalb einstimmig und diskussionslos, dass die Regelung mit einer Woche Sportferien und drei Wochen Frühlingsferien beibehalten werden soll.