Messen

Musikvereine im Examen: Wenn Experten die Musikvereine unter die Lupe nehmen

Der Musikverein Harmonie Gerlafingen dirigiert von Pascal Maillard.

Der Musikverein Harmonie Gerlafingen dirigiert von Pascal Maillard.

Mit verschiedenen Märschen zeigten die Gruppen zum Auftakt der diesjährigen Musiktage in Messen ihr Können.

Schon der Festplatz der Mustiktage in Messen von diesem Wochenende erregte Aufsehen. Auf der Strasse markierten auf beiden Seiten zwei Torbogen aus Holz den Zugang gegenüber dem Schulareal. Allen Bedürfnissen wollte man gerecht werden, selbst eine Ruhezone gab es.

Für acht Vereine welche sich für den Modus A entschieden haben, begannen die Musiktage am Freitag. Sie hatten eine Viertelstunde Zeit ein frei wählbares Konzertstück und einen Marsch vorzutragen. Sie liessen ihre Vorträge durch die Experten beurteilen und bekamen anschliessend ein Beurteilungsgespräch mit einem der beiden Experten: Das heisst, dass sich Mario Bürki und Rafael Camartin in dieser Tätigkeit abwechselten.

Den Reigen eröffnete die MG Harmonie Biberist. Sie ist derzeit ohne Dirigent und wurde interimistisch von Patrick Kappeler dirigiert. Sie brachte den alten, bereits 1864 komponierten Marsch «Gruss an Kiel» mit. Als Konzertstück wählte sie «Noah’s Ark» von Bert Appermont. Ihr Auftritt wirkte edel und elegant – vielleicht eine Spur saxofonlastig.

Als einzige Brass Band trat am Freitag die Spielgemeinschaft Rüttenen-Günsbergunter Anja Grossenbacher auf. Mit dem bekannten Brass Band Marsch «Death or Glory» von Robert Browne Hall wählte sie logisch. Andrew Lloyd Webber verbindet man kaum mit Brass Band. Doch genau aus seinen Hits schuf Henk Ummels das Mitbringsel der Spielgemeinschaft.

Die unter der Leitung von Felix Heri spielende MG Luterbach hatte als Marsch «Für die Blasmusik» gewählt und damit ausgerechnet ein Werk ihres Experten Mario Bürki getroffen. In ihr Konzertstück «Concerto d’Amore» von Jacob de Haan musste er sich wohl eher etwas mehr vertiefen.

Auch die Stadtmusik Solothurn hatte einen Marsch von Mario Bürki auf den Pulten. Sogar einen ganz neuen. «Rot-Weiss» wurde nämlich im Frühling durch sie uraufgeführt. Sauber und quirlig gespieltes Pikkolo führte auf die musikalische Reise in «Gulliver’s Travels» von Bert Appermont. Als notensicherer Reiseführer erwies sich Anton Helscher.

Als einziger «einheimischer» Verein durfte sich die MG Wengi fühlen. Er gehört als bernischer Verein auch zum solothurnischen Musikverband Bucheggberg und Umgebung und steht unter der Leitung von Bernhard Wüthrich. Auffällig war ihr kraftvoller Einsatz der Posaunen beim Marsch «Jubilate» von Jean-Pierre Fleury. Solche Dominanz war bei ihrem Konzertstück «Hindenburg» von Michael Geisler weniger gefragt.

Bei der unter der Direktion von Urs Heris stehenden MG Derendingen war viel Feinschliff spürbar. Das galt sowohl für das Konzertstück «English Folk Song Suite» von Ralph Vaughan Williams wie auch den Marsch.

Dramatisch, zeitweise fast beängstigend wurde der Auftritt des Musikvereins Harmonie Gerlafingen. Das war auch das Ziel von Dirigent Pascal Maillard. Er bemühte sich damit, die Absicht des Komponisten auf die Bühne zu bringen: Otto M. Schwarz versuchte aus der Erinnerung seine Empfindungen 2007 beim Sturm Kyrill musikalisch auszudrücken. «Kyrill» erschien 2009 als eindrückliche Komposition. So interpretierte die Harmonie sie in Messen auch und gab damit das Bild eines wunderbaren Klangkörpers ab. Für den war natürlich auch Stephan Jaeggis «Gruss an das Worblental» zwar kein Kinderspiel aber elegant lösbar.

Für den Schlusspunkt war die MG Etziken zuständig. Sie steht unter der Leitung von Ruedi von Arx. Sie schloss ihren Auftritt mit dem Marsch «Euphoria» von Martin Scharnagl ab. Konzertant versuchte sie sich mit «Rêverie» von Armin Kofler in Szene zu setzen. Diese entstand 2016 im Rahmen eines Kompositionswettbewerbes für Jugendblasorchester-Literatur des Österreichischen Blasmusikverbandes.

Mehr vom Musiktag in Messen folgt.

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