Ein vielfältig instrumentiertes Ensemble der Kreismusikschule Gerlafingen unter der Leitung von Silvia Scartazzini eröffnete den Abend mit «Da Doo Ron Ron» und «Summer Nights». Musikalische Landschaftsskizzen des Amerikaners Rossano Galante wählte die Harmonie für ihren eigenen Einstieg. Unter der Leitung von Pascal Maillard wurde dieses «Landscapes» ein ideales Eröffnungsstück. Es zeigte vom ersten Ton an die Präsenz der Musikantinnen und Musikanten. Damit weckte es die Erwartungen des Publikums auf den weiteren Verlauf. Der entwickelte sich stürmisch. Das aber wirklich nur im musikalischen Sinn.

Auf dem Programm stand nämlich «Kyrill, Storm of the Century». Dieser Sturm im Januar 2007 hatte den Österreicher Otto M. Schwarz zu diesem programmatischen Musikstück inspiriert. Dabei verwandelte sich ein grosser Teil des Ensembles zeitweise auch in Perkussionisten. Weil in den Geräuschen die Musik nicht vergessen ging, wurde daraus ein eindrücklicher und faszinierender Vortrag. Danach wirkte das warm und weich gespielte «La vita è bella» von Nicola Piovani belebend und erholsam wie eine lauwarme Dusche. Zu verdanken ist das dem Italiener Lorenzo Pusceddu, der das Werk seines 1946 geborenen Landsmannes bearbeitet hatte.

Die Fahnen-Zeremonie

Zwischen den beiden Konzertteilen wurde in einer kurzen Zeremonie die alte Fahne aus dem Jahr 1972 verabschiedet und die neue vorgestellt. Zum 1963 geschrieben «Marsch des Geb Füs Bat 48» des 1911 in Hägendorf geborenen Hans Flury wurde die alte letztmals geschwenkt. Mit ihrem letzten Fahnengruss begrüsste sie die neue. Die ist, abgesehen vom Schriftzug ihr Ebenbild. Bei der alten Fahne stand dieser horizontal am unteren Rand, bei der neuen vertikal entlang dem Holm. Musikalisch wurde sie mit einem Marsch begrüsst. Erstmals geschwenkt wurde sie zu «Gruss an das Worblental» von Stephan Jaeggi. Anschliessend wurde sie an der Wand hängend zum Schauobjekt.

Nicht so schnell wie vom Komponisten gewünscht brachte die Harmonie den Konzertmarsch «Jubiloso» von Philip Sparke auf die Bühne. Er blieb damit durchaus rassig und entging dem Risiko schluderig zu wirken. So blieb er der kraftvolle, überzeugende Einstieg in den zweiten Konzertteil. Beim Arrangement von John Higgins zum Irving Berlin Medley «Irving Berlin Showstoppers» konnte die Harmonie ihr Potential aufzeigen. Bei den «Herb Alpert Golden Hits» war es besonders das brillante Trompetenregister. Während der Japaner Naohiro Iwai in seinem Arrangement von Leonard Bernsteins «West Side Story» die Perkussionisten auf Trab hielt. Er fügte der gefälligen Komposition doch etwas gar viel Yamato – japanische Trommelschau – bei.

Als Zugabe spielte die Harmonie den «Florentiner Marsch» des Tschechen Julis Fucik. Bei der zweiten Zugabe «Azzurro» von Paolo Conte und Michele Virano durfte sogar das Musikschul-Ensemble mitspielen.