Erneut waren die Motionen zur Musikschule ein Thema an der Gemeinderatssitzung. Die Motion der SP fordert einen kostengünstigeren Zugang zur Musikschule für alle Schüler, sprich einen jährlichen Elternbeitrag von 120 Franken. CVP und FDP haben eine Motion zur ganzheitlichen Evaluierung und Neugestaltung der Derendinger Musikschule lanciert.

Beide Motionen waren an der ausserordentlichen Gemeindeversammlung vom 14. März für erheblich erklärt worden. Nun diskutierte der Gemeinderat, ob die beiden Motionen nicht sinnvollerweise zusammengeführt und der Gemeindeversammlung in einem Paket zur Abstimmung unterbreitet würden.

«Für das Begehren aus den Reihen der SP ist es einfach, einen Antrag zu stellen», meinte Gemeindepräsident Kuno Tschumi (FDP). Es gehe ja nur um die Höhe eines Beitrags. Ein Antrag zur Neugestaltung der Musikschule, wie sie die bürgerlichen Parteien fordern, bräuchte jedoch etwas mehr Vorbereitungszeit. Es sei absolut unrealistisch, diesen an der Versammlung im Juni vorzubringen. Doch was wäre, wenn das Volk jetzt der Beitragsreduktion zustimmte, sich im Rahmen der Neugestaltung jedoch andere, vielleicht bessere Lösungen ergeben würden, fragten sich die Ratsmitglieder? Wäre dann der Beitrag in dieser Höhe eine sakrosankte Vorgabe, oder könnte man diesen Beschluss wieder aufheben?

Urban Cueni erachtete es als sinnvoll, die Motionen gekoppelt zu betrachten. «Eine Neugestaltung hat auch mit der Tarifstruktur zu tun», sagte er. Markus Baumann (SP) sieht den Handlungsbedarf für eine Umstrukturierung nicht ein. Er erinnerte daran, dass sich das Volk mehrheitlich für die Umsetzung der SP-Motion ausgesprochen hatte.

Mit vier zu sechs Stimmen bei einer Enthaltung entschied sich der Gemeinderat schliesslich, beide Motionen gemeinsam zu behandeln und dem Volk erst im Herbst vorzulegen. Möglichst schnell soll nun eine Arbeitsgruppe zusammengestellt werden, die sich der Tarifstruktur und der ganzheitlichen Evaluierung annimmt. Sie soll sich zusammensetzen aus Vertretern von Schulleitung, Musikschule, Gemeinderat, Eltern, Musikvereinen und Motionären, schlug Tschumi vor.

Strom für Derendinger

Peter Rindlisbacher, Geschäftsleiter der Elektrizitäts- und Wasserversorgung Derendingen (EWD) stellte dem Gemeinderat die Jahresrechnung vor. «Die Rechnung schliesst im Rahmen der Erwartungen mit einem Gewinn von 867 117 Franken ab», erläuterte er. Dies bei einem Gesamtumsatz von 7,65 Mio. Franken. Die grössten Posten auf der Ausgabenseite seien der Einkauf von Energie und Netznutzung, sowie die Abgaben an Bund, Kanton und Gemeinde, so Rindlisbacher weiter. Investitionen von 1,73 Mio. Franken wurden für Werterhalt und Erneuerung getätigt.

Der Geschäftsleiter freute sich, dass die EWD den Bezügern eine Strompreisreduktion weitergeben konnte. Ökostrom wird bei der EWD gross geschrieben. Seit Mitte Jahr ist das Produkt «Däredinger Sunnestrom» auf dem Markt, Solarstrom von den Dächern in Derendingen, der exklusiv der Bevölkerung von Derendingen vorbehalten ist. Mit dem Einsatz sogenannter «Smart Meter» bereitet sich die EWD auf die Zukunft vor. Diese Geräte erlauben es, Daten von Stromzählern und Wasseruhren automatisch abzulesen. Der Gemeinderat verabschiedete die Rechnung einstimmig und wird sie an der Gemeindeversammlung dem Volk zur Genehmigung empfehlen.