Seit Jahresbeginn sei die Musikgesellschaft Kriegstetten extrem von gesundheitlichen Problemen betroffen, verriet Barbara Wälchli bei der Begrüssung. Seit Jahren sorgt sie charmant für eine angenehme Moderation. Sie fand und findet immer die richtige Menge Informationen, die sie oft mit einer Prise Humor und gerne mit einem Spritzer Ironie mischt. Dazu lieferte sie auch gleich ein Beispiel.

Sie habe einfach immer gesprochen, also quasi das imaginäre Mikrofon stets an sich gerissen. Erst jetzt als neue Vizepräsidentin sei sie nun aber dazu auch legitimiert. Das Konzert sei der Ausfälle wegen wirklich auf der Kippe gestanden. Der Verein habe aber alle Hebel in Bewegung gesetzt, um wenigstens ein abgespecktes Konzert zu ermöglichen.

Exponierte Flötistin

Allerdings musste man vom traditionellen Datum Pfingsten absehen. Weggefallen ist auch der zweite Konzertteil, der jeweils dem Thema entsprechend szenisch gestaltet wurde. Verzichtet wurde auch auf ein gedrucktes Programm. Verzichtet wurde aber weder auf die musikalische Leitung von Markus Stalder noch auf den Eröffnungsmarsch. Den fand man in «The Commander» von Tom Dawitt. Dabei fiel auch gleich die besondere Klangfarbe auf. Die Sopranstimmen verteilten sich auf drei Flügelhörner.

Das führte zu einem weichen, durchaus angenehmen Gesamteindruck, der etwas an die leicht breiig wirkenden Klangbilder früherer Harmoniebesetzungen erinnerte. Die einzige Flöte wirkte dadurch etwas isoliert. Das war vielleicht für die Flötistin, aber sicher nicht für das Publikum unangenehm. Ihre keineswegs einfachen Einwürfe, mit denen Komponisten und Arrangeure ihre Kompositionen schmücken wirkten dadurch doppelt.

Solche gibt es besonders oft bei Polkas. Polkas gab es natürlich im Programm, etwa die «Uschi-Polka» von Peter Fihn. Wo Polkas erklingen, sind meist die Walzer nicht weit. Bei der Musikgesellschaft Kriegstetten ist das nicht anders. Nach dem Eröffnungsmarsch setzte sie zum «Walzertraum» von Daniel Kas an. Mit dem Dorfglocken-Walzer» von Gustav Hammerschmidt beendete sie das Programm. Mit den zwei Zugaben «Jugend ist Zukunft» von Hans Freivogel und «Im Simmental» von Jakob Bieri ergänzte sie ihr notgedrungen reduziertes Programm.