«Schlau muess me si»

Musikgesellschaft Messen bietet Unterhaltung mit Schalk und Klang

Die örtliche Musikgesellschaft begeisterte mit musikalischer und theatralischer Unterhaltung.

Mit der heutigen Mehrzweckhalle kehrte bei der Musikgesellschaft Messen die Lust zum Theaterspiel zurück. Das war in früheren Jahren schon Tradition. Das ist dann, wie fast überall, einfach eingeschlafen. Dorftheater gab es fast nirgends mehr. Die Konkurrenz durch das Fernsehen war wohl der Grund. Erst vor einigen Jahren begann man da und dort wieder, die Bühnen in Turn- und Mehrzweckhallen zu beleben. Es hat schon seinen Reiz, Leute die man kennt – aus dem eigenen Dorf eben – in ganz andere Rollen schlüpfen und agieren zu sehen.

In Messen sind es Menschen, die nicht sich selber, aber auch nicht Musikantinnen und Musikanten, sondern eine dritte Person darstellen. Diese dürfen sie im Falle eines Lustspiels oder Schwanks durchaus überzeichnen. Genau das schien den Theaterleuten der Musikgesellschaft offensichtlich selber Spass bereitet zu haben. Offenbar haben sie sich dabei gegenseitig beflügelt. Sie benennen denn auch für die Regie nicht eine einzelne Person, sondern beanspruchen die Position für das ganze Ensemble. Die Aufführung wirkte tatsächlich wirklich wie aus einem Guss.

Man kann sich schon etwas einbilden auf seine Intelligenz. Das tut der Schokoladefabrikant Rolf Pfund im Theaterstück «Schlau muess me si» vermutlich. Man sollte aber bedenken, dass immer Leute intelligenter und – in diesem Stück besonders wichtig – auch noch verschlagener sind. Es empfiehlt sich auch, seine nächste Umgebung nicht zu unterschätzen. Das ist meist die Familie. Damit spielt der Autor des dreiaktigen Schwanks, Fritz Klein, denn auch. So kann er die Beteiligten in eine Beziehung bringen und das Stück auf sieben Rollen beschränken.

Eine brillante Oma Pfund

Gleichzeitig lässt sich das Bühnenbild für die ganze Aufführung verwenden. Dieser Fabrikant – hervorragend gespielt von Mike Zahnd - ist ein leidenschaftlicher Zocker. Das bietet Stoff für 90 Minuten tolle Unterhaltung. Voraussetzung ist allerdings, dass auch alle anderen Rollen gut besetzt sind. Das waren sie in Messen eindeutig. Die wohl dankbarste ist die der Oma Pfund.

Sie nutzt ihre angebliche Schwerhörigkeit nach Belieben. Sie hat die grösste Bühnenpräsenz. Sie führt keine grossen Dialoge, aber wirft die kurzen witzigen Sätze zum genau richtigen Zeitpunkt in die Runde. Perfekt gespielt wurde sie von Therese Dobmann. In zwei total unterschiedliche Rollen musste Tony Schranz schlüpfen. Er gefiel als versoffener Dicksack wie als dümmlicher, schleimiger Spielverderber gleichermassen. Aber beide waren weit weg von seinem Image als guter Posaunist und witziger Moderator.

Die übrigen Rollen füllten Sabina Iseli, Marion Jost, Cornelia Grossenbacher und Dominic Kunz. Für gute Stimmung vor der Vorstellung sorgte die Power Band. Die jungen Musikerinnen und Musiker haben sich vor einigen Jahren im Jugend-Brass-and-Lager des Solothurner Musikverbandes kennen gelernt. Seither finden sie sich für gelegentliche Auftritte zusammen. Mit je anderthalb Stunden hervorragend gespielter Unterhaltungsmusik versetzten sie am Freitag und Samstag das zahlreiche Publikum in die richtige Stimmung.

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