Pfingstkonzert
Musikgesellschaft Kriegstetten wagte sich auf die See

In ihrem Pfingstkonzert bewegte sich die Musikgesellschaft auf den Spuren der Seefahrer. In gekonnter Judo-Sturztechnik ging auch einmal ein Mitglied über Bord.

Hans Blaser
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In ihrem Pfingstkonzert bewegte sich die Musikgesellschaft auf den Spuren der Seefahrer. (Symbolbild)

In ihrem Pfingstkonzert bewegte sich die Musikgesellschaft auf den Spuren der Seefahrer. (Symbolbild)

Sofia Sabatini

Die Musikgesellschaft Kriegstetten hat sich dafür entschieden, aus dem Solothurner Blasmusikverband und damit auch aus dem Wasserämter Musikverband auszutreten. Damit kann sie sich zwar von gewissen Verpflichtungen befreien. Musiktage muss sie weder besuchen noch durchführen. Beiträge hat sie nicht zu bezahlen. Zumindest solange sie nicht ins Visier der Suisa, der Gesellschaft der Urheber und Verleger von Musik, gerät.

Wie sich einer der ältesten Musikvereine in der Region nach diesem Entscheid präsentiert, war an seinem Pfingstkonzert festzustellen, an dessen Tradition er schon mal festhielt. Auch wurde dieses im bewährten Stil mit zwei Teilen durchgezogen. Dass die Musikanten noch immer gerne musizieren, wurde bald klar. Dass sie sich darin auch fordern lassen, bewiesen sie mit «Indian River», einer zweisätzigen Ouvertüre des Niederländers Kees Vlak.

Gleiches gilt für «The Black River», den Charleston von Walter Schneider. In den mussten sie sich hörbar regelrecht hineinspielen. Die Interpretation wurde von Takt zu Takt langsam verbessert.

Da gab es aber auch Titel, bei denen man Holzinstrumente, besonders Klarinetten vermisste. Deutlich wurde das beim Walzer von Vaclav Blaha «Ein Traum von dir». Dank dem Effort der beiden Flöten, die die Klarinettenstimmen teilweise ersetzen konnten, kam das Stück doch recht gut zur Geltung. Einfacher wurde das mit den beiden Märschen. Mit einem von Siegfried Rundel, nämlich «Ins Land hinaus» wurde das Konzert eröffnet. Noch eine Spur besser gefiel der «Dr. Günther Sabetzki Marsch» von Walter Joseph. Der kam auch mit der dünnen Kriegstetter Besetzung zurecht. Den ersten Konzertteil beschlossen die Kriegstetter mit der beliebten Polka «Böhmischer Traum». Da fehlten zwar wiederum ein paar Instrumente und Stimmen, um die ganze Wirkung entfalten zu können.

Für den Showteil wählten die Kriegstetter den Titel «Eine Seefahrt die ist lustig». Die einmastige Bark hisste die Segel und lichtete den Anker. Sie legte ab, bevor die ganze angeheiterte Besatzung an Bord war. Die letzten beiden Seeleute mussten mit dem Gummiboot nachpullen. Das war die Gelegenheit, das Lied vom knallroten Gummiboot zu singen.

Als in gekonnter Judo-Sturztechnik ein Mitglied über Bord ging, reagierte die Crew nicht seemännisch mit dem Mann-über-Bord-Manöver. Sie entschied sich – musikalisch passender –, das Lied «Junge, komm bald wieder» zu singen. Der Höhepunkt in diesem Teil war «Die Fischer von San Juan» von Hans Schulz-Clahsen. Mit dem Austritt aus den Verbänden fehlen der MG Kriegstetten nun vielleicht die direkten Vergleiche mit anderen Vereinen. Sie darf aber nicht vergessen, dass sie trotzdem irgendwie in einem Wettbewerb steht. Das Publikum hat durchaus auch ein Sensorium für Qualität. Merkliche Einbussen könnten zu dessen Ausbleiben führen.