Ein Marsch ist eine bewährte Art, um ein Konzert zu eröffnen. Erfolg hat man mit einem Konzertmarsch eines bekannten Komponisten. Bei «Everest» trifft das für Jacob de Haan natürlich zu. Auf musikalisch beschriebene Bergdramatik wartet man jedoch umsonst. Der Name des Berges floss nur indirekt in den Titel. Der Komponist hat den Marsch Jean Joho gewidmet. Diesem Chef des Restaurants Everest im vierzigsten Stock in Chicago dankt er für die wunderbare Bewirtung während der Midwest 2003.

«Dublin Pictures» hat Marc Jeanbourquin 2011 für die Azimut Brass geschrieben, deren musikalischer Leiter er ist. Das ist aber nicht eine Brass Band, sondern ein Ensemble, das mit Trompeten, einem Horn, Posaunen, Tuba und einem Perkussionisten spielt. Daher erstaunt es nicht, dass er selber davon auch je eine ausgeweitete Fassung für Blasorchester und Fanfarenorchester schuf. Wie der Titel verrät, diente eine Irlandreise als Inspiration. Der erste Satz reflektiert irische Festivals, wo Tanz und Bier eine Rolle spielen. Im zweiten Satz beschreibt er den Blick von einer Brücke über den Fluss Liffey. Er enthält ein Flötensolo, das durch dezente Begleitung relativ viel Raum erhielt. Leider wurde auf den dritten Satz verzichtet. Dadurch entgingen dem Publikum die fröhlichen Rhythmen, die den Ausflug nach Temple Bar, dem Touristen-Viertel symbolisiert hätten. Die Filmmusik «Theme from Schindler’s List» und der Hit «Sofia»von Alvaro Soler komplettierten den ersten Teil.

Mit dem Strassenmarsch «Eidgenossen» von Kurt Weber holten die Lüterswiler das Publikum wieder aus der Pause. Mit «African Symphony» spielte die MG genau den Titel, mit welchem der Amerikaner Van Allen McCoy nach einem harzigen Start seinen ersten Erfolg buchte. Zufälligerweise genau dieses 1992 erschiene Arrangement zu diesem Titel verhalf dem Japaner Naohiro Iwai, seinen weltweiten Ruf als hervorragender Arrangeur zu begründen. Die besten von ihnen vermögen Banales in musikalische Leckerbissen zu verwandeln. Das gelang Tom McAllen bei «Heaven» nicht restlos. Vom bekannten Film-Komponisten Hans Zimmer stammt die Musik zum Computer-Trickfilm «Madagascar». Dabei bezauberte ein kleines, aber feines Althornsolo. Arrangiert für Blasorchester hat sie mit Jan Valta zwar kein Unbekannter. Für jemanden, der sein Gehalt als Violin-Professor verdient, ist das aber doch eher bemerkenswert. Schon eher bekannt als Arrangeur ist Ron Sebregts. Er arrangierte Michael Jacksons «Heal the World», mit dem die Lüterswiler ihr Konzert beschlossen.

Offensichtlich vom Applaus überrascht, wiederholten sie «Sofia». Als zweite Zugabe lieferten sie noch Siegfried Rundels Marsch «Saluto Lugano» nach.