«Let It Snow!», ein berechtigter Wunsch an diesem schneereichen, aber in Regen ausartenden Sonntag. Erfrischend spielte das Ensemble der Kreismusikschule Gerlafingen unter der Leitung von Silvia Scartazzini den bekannten Popsong aus dem Jahr 1945. Mit einer Fülle von Instrumenten eröffneten die 9- bis 18-jährigen Jugendlichen das Kirchenkonzert. Wünschenswert wäre, dass sie dereinst in den Reihen der Harmonie Gerlafingen ihren Platz finden.

Noch aber ist die Harmonie, die seit zehn Jahren unter der Leitung des Elsässers Pascal Maillard steht, sehr gut bestückt und in Hochform. Ehrenpräsident Cuno Flück bedankte sich beim Dirigenten mit einem Korb voller Leckereien und mit viel Lob. Pascal Maillard bekundete nach dem Konzert, dass er auf «spassige» zehn Jahre zurückblicke. Konkret meinte er damit, Spass in den Proben mit seriösen, fleissigen Musizierenden, in stimmender Ambiance und Kameradschaft. Für sein Jubiläum wünschte er sich klassische Blasmusik sowie Arien aus Oper und Operette mit zwei Gesangssolisten. Claudia Scartazzini führte in die von Liebe, Leidenschaft und Intrigen handelnde Musik ein.

Gefühlvolles Spiel der Harmonie

Farbig und variationsreich hörte sich die «Hungarian Rhapsody No. 2» an, in welcher Franz Liszts Liebe zur Zigeunermusik zum Ausdruck kam. Überzeugend sang die Sopranistin Stefanie Frei aus Rüttenen die Mitleid erregende Arie «O Mio Babbino Caro» aus der Puccini-Oper «Gianni Schicchi». Vom Tenor Olivier Trommenschlager aus dem Elsass erklang das mitreissende «La Donna È Mobile» aus Verdis «Rigoletto».

Nicht umsonst trägt die Operette «Die Fledermaus» von Johann Strauss Sohn den Spitznamen «Champagner-Oper». Als Evergreens hörten sich die spritzigen Melodien «Mein Herr Marquis» und «Im Feuerstrom der Reben» an, gesungen von Stefanie Frei. Sopran und Tenor begeisterten im berühmten Duett «Là Ci Darem La Mano» aus Mozarts «Don Giovanni». Der Musikverein Harmonie Gerlafingen berauschte in all den Arien mit seiner gefühlvollen, dezenten und ausgeglichenen Begleitmusik.

Begeistertes Publikum

Mit dem «Pastorale» aus «Casanova e l’Albertoli» ehrte die Harmonie den vor 50 Jahren verstorbenen Biberister Komponisten Richard Flury. In der «Fuge in G-Moll BWV 578» von J. S. Bach bewiesen die einzelnen Register einmal mehr ihr Können. Feurig, mit viel Perkussion, begleitete die Harmonie den triumphalen Tenor im «Granada» von Augustin Lara. Als vorläufiges Finale faszinierte die anspruchsvolle «Puszta» von Jan van der Roost mit beeindruckenden Tempo-, Takt- und Dynamikwechseln.

Aus dem tosenden Applaus des Publikums in der voll besetzten Kirche resultierte als Zugabe das Trinklied «Brindisi» in wohlklingendem Duett aus Verdis «La Traviata». Variationsreich gespielt und von Gesang begleitet, bildete «Stille Nacht» den würdigen Ausklang.