Jazzband «Luumu»

Musik im Wandel: Langendörferin sucht nach neuen Wegen mit ihrer Band

Die Silberscheibe verschwindet allmählich und macht Platz für Streaming-Dienstleister. Auch die Band «Luumu» der Langendörferin Adina Friis muss mit der Zeit gehen und sucht sich neue Mittel, Aufmerksamkeit auf ihre Jazzband zu ziehen.

Die Musikwelt ist im Wandel. Streaming-Dienste dominieren den Markt und wie die Vinyl-Platte aus den 60er-Jahren wird auch aus der einst als Innovation gefeierten CD langsam aber sicher ein Stück Nostalgie. Es reicht schon lange nicht mehr, ein Album auf der Silberscheibe in die Welt zu setzen und auf dessen Absatz zu hoffen. Vor allem kleine, lokale Bands und Künstler müssen sich mit anderen Mitteln über Wasser halten. Die Langendörfer Komponistin, Pianistin und Sängerin Adina Friis nimmt das wortwörtlich. In einer aktuellen Video-Serie mit ihrer Jazz-Band «Luumu» wagt sich die 30-Jährige an «neue Ufer».

«Viele Künstler sind auf der Suche nach einer Alternative zur CD», sagt sie. Ihre bisherigen zwei Alben «Projection» und «The Eye oft he Clown behind the Spyglass» sind bereits auf grösseren Streaming-Diensten verfügbar. Doch um Aufmerksamkeit zu erhalten braucht es mehr. «Vor allem Visuelles wird dabei immer wichtiger», fährt sie fort. Bei ihrer neuen Video-Serie hat sich die Band daher für die Aufzeichnung ihres Live-Auftritts auf der Teichbühne in Huttwil vergangenen Juni entschieden: Daraus geworden sind vier Videos, die nach und nach veröffentlicht werden. Seit dem Start vor rund drei Wochen sind bereits zwei davon online. «Die Leute wollen sehen, wie die Künstler ihre Musik machen», ist Adina Friis überzeugt. In rund einer Woche soll das nächste Video erscheinen.

Das zweite von vier Videos des Auftritts auf der Teichbühne in Huttwil. «Crossfades» von Luumu.

Die Band mit dem klangvollen Namen «Luumu», das auf Finnisch Pflaume bedeutet, setzte denn auch sehr früh auf visuell attraktive Musikvideos. Den grössten Erfolg erzielte wohl das Animationsvideo zum Musikstück «In My Head», das 2016 in Zusammenarbeit mit der Schweizer Animationskünstlerin Joana Locher entstanden war. Es wurde an Filmfestivals rund um den Globus sowie an den Solothurner Filmtagen in 2017 gezeigt. «Das war nicht von Anfang an unser Plan. Doch das Video hat sich zu einem Kurzfilm entwickelt und die Teilnahme an den Festivals hat sich dann einfach ergeben», erklärt Friis.

Luumu – «In my Head»

Nach wie vor aber seien Live-Auftritte das wichtigste Standbein der Band, die ihren allersten Auftritt vor neun Jahren im Solothurner «Kreuz» hatte. Doch die Konzertstuben sind begrenzt und alle wollen eine Gelegenheit, sich dem Publikum zu präsentieren. «Viele Künstler befinden sich in einem Kampf um Konzerte», sagt Friis. Umso eifriger widmet sich die dreiköpfige Band ihrer andauernden Schweizer Tournee: Laut dem Konzertplan stehen dieses Jahr noch Auftritte in Oerlikon, Bern, Winterthur, Thun und Baar an. Das Ziel aber sei es, auch in den benachbarten Länder Fuss zu fassen. Internationale Bühnenluft konnten die drei allerdings bereits vor vier Jahren am Jazzhouse und am Jazzfestival in Kopenhagen, sowie an diversen Orten in Österreich und Deutschland schnuppern. Und trotz des Sinkflugs der CD-Verkaufszahlen, ist 2020 ihr drittes Album geplant und damit auch neue Animationsvideos.

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