Neue Ausstellung
Museum Wasseramt zeigt, wie die Leute vor 200 Jahren lebten

An Pfingsten steigt das grosse «Spycherfescht» zur Eröffnung der neu konzipierten Ausstellung im Museum Wasseramt - Turm in Halten.

Agnes Portmann-Leupi
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In diesen drei Speichern werden neue Ausstellungen gezeigt.

In diesen drei Speichern werden neue Ausstellungen gezeigt.

apb

Hereinspaziert heisst es am Pfingstsonntag im Museum Wasseramt – Turm in Halten. In drei der fünf Speicher präsentieren sich komplett neu konzipierte Ausstellungen, die am «Spycherfescht» erstmals besichtigt werden können. Sie thematisieren das Leben der Menschen im ländlichen Wasseramt im 19. und 20. Jahrhundert.

Im Erdgeschoss des Speichers «Derendingen» treffen die Besucher auf den Sterilisiertopf, Steinzeugtöpfe, datierte Mehlsäcke oder etwa Mäusefallen. Die Hörstationen geben die Gespräche dreier Frauen aus dem Wasseramt wider, die über das frühere Haltbarmachen der Lebensmittel ohne Kühlschrank berichten.

Wie einst mit unterschiedlichsten mechanischen Methoden gewogen und gemessen wurde, ist im ersten Stock ersichtlich. Vom mühsamen Waschtag erfahren die Besucher im Speicher «Gretzenbach», der unter dem Aspekt «sparsames Haushalten – Sorge um Haus und Hof» steht.

Davon zeugen das geriffelte Waschbrett sowie das hölzerne Waschbrett, auf dem die Frauen durch «Brätschen» die Flecken aus den Textilien entfernten. Passend dazu erklingen von der Audioinstallation Geräusche, und die drei Wasserämterinnen erzählen von der grossen, gemeinsamen Arbeit.

Verdeutlicht wird das «Krafttraining im Alltag» auch etwa durch die schweren Bügeleisen. In Truhen lagert, fein säuberlich gefaltet, die Mitgiftwäsche. Das Werkzeug des «Häftlimachers» und das geflickte Steingut zeigen, wie sorgsam mit Hab und Gut umgegangen wurde.

Bauer und Handwerker

Über die Arbeit des Schmieds ist im Erdgeschoss des Speichers «Etziken» zu erfahren, der dem Thema «Bauer und Handwerker» gewidmet ist. Ein Biberister Schmied berichtet von seinen je nach Zeitabschnitt veränderten Arbeiten. In den Obergeschossen sind die verschiedensten Werkzeuge vom Wagner, Küfer, Sattler und Schuhmacher zu bestaunen.

In jedem der drei Ausstellungsspeicher gefällt ein grossformatiges Bild, welches Bezug zu den Ausstellungen nimmt. Interaktive Elemente in den Wänden vermitteln sinnliche Erlebnisse. Um die Speicher hängen oder stehen passende Gegenstände wie Skier, Schlittschuhe, Schlitten, eine «Röndle», ein Schubkarren mit einem Jauchegefäss, Heugabeln, Sensen.

Buntes Programm

Nach der offiziellen Eröffnung um 11.30 Uhr mit kurzen Festansprachen lockt die Festwirtschaft mit «Hörnli und Ghackets», Würsten und Ofehüslibrot sowie Desserts. Für Stimmung sorgen die «Chräbszunft-Musig» Kriegstetten, die «Wöschchuchi Serenaders» und der Zauberer «Ricky». Näheren Einblick in die neuen Ausstellungen vermitteln an Führungen die Ausstellungsmacher.

Zum Verweilen lädt die neue, gemütliche Sitzecke neben dem zum Empfang umfunktionierten Speicher «Bellach» ein. Zum Sitzen und Betrachten des von den Zähringern erbauten, rund 800-jährigen Turms sind die daneben liegenden Findlinge gedacht. Neu führen Tafeln durchs Gelände und informieren über Turm und Speicher.

«Spycherfescht» Pfingstsonntag, 20. Mai. Offizielle Eröffnungsfeier um 11.30 Uhr. www.museum-wasseramt.ch.

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