63 Stimmberechtigte nahmen am Montagabend an der Gemeindeversammlung in Selzach teil. Drei davon sind Mitglieder der Sportschützen Leberberg. Jenes Vereins also, der laut Peter Brudermann seit Jahren von der Gemeinde diskriminiert wird. Brudermann hatte deshalb eine dringliche Motion eingereicht, die verlangt, dass der Gemeinderat Selzach der Gemeindeversammlung einen Reglementsentwurf für die Nutzung der gemeindeeigenen Schiessanlagen vorlegen muss.

Konkret geht es darum, dass die Sportschützen Leberberg heute 10 Meter Luftgewehr auswärts trainieren müssen – und das vor allem für die Junioren umständlich ist. Für Peter Brudermann ist klar, dass die Gemeinde den Sportschützen Leberberg den Keller der 300-Meter-Anlage zur Verfügung stellen muss. Dieser wird aber heute von den Sportschützen Selzach-Altreu genützt. Das sei eine Ungleichbehandlung der beiden Schützenvereine, verbunden mit einer einseitigen Begünstigung eines Vereines. Brudermann erklärte auch, dass «Hass gegen meine Person zu Entscheiden ohne sachliche Basis führen. Die Folge davon ist, dass Jugendliche bei den Sportschützen Leberberg in ihrer sportlichen Aktivitäten gegenüber den Jugendlichen des anderen Schiessvereins klar benachteiligt sind.»

So seht die 10m-Anlage fürs Luftgewehr- und Pistolenschiessen der Sportschützen Selzach-Altreu aus.

So seht die 10m-Anlage fürs Luftgewehr- und Pistolenschiessen der Sportschützen Selzach-Altreu aus.

Gemeinderat ist bereits dran

«Der Gemeinderat hat an seiner letzten Sitzung im Mai über das Schützenhaus in der Rüttenen und die Zukunft des Schiesswesens diskutiert», erklärte Gemeindepräsidentin Silvia Spycher. Man versuche zudem seit 2013, zwischen den beiden Schützenvereinen zu vermitteln. Bisher habe man es nicht zustande gebracht, dass die beiden Vereine die Anlage gemeinsam nutzten. «Für mich ist die Dringlichkeit der Motion darum nicht gegeben.» Neben Vertretern der beiden Schützenvereine meldete sich einzig Viktor Stüdeli zu wort. «Es gibt kein Recht auf Gleichbehandlung für die Vereine in Selzach. Andere Vereine suchen sich ihre Proben- und Trainingslokale auch selbst, wenn es in den Räumlichkeiten der Gemeinde keine Möglichkeit gibt, unterzukommen», meinte er. Dieser Argumentation folgte die Mehrheit der Anwesenden. Die drei Mitglieder der Sportschützen Leberberg stimmten für Dringlichkeit, 58 Personen dagegen und zwei Anwesende enthielten sich der Stimme. Die Motion wird demzufolge im Gemeinderat diskutiert. An der nächsten Gemeindeversammlung wird darüber entschieden, ob sie erheblich erklärt wird oder nicht.

Erfreuliches Ergebnis

Freude bereitete die Rechnung 2018, die mit einem Ertragsüberschuss von 444 430 Franken abschloss, der dem Eigenkapital zugewiesen wurde. Dieses erhöht sich per Ende 2018 auf 31,7 Mio. Franken. Zudem wurde eine Vorfinanzierung von 0,5 Mio. Franken für den Neubau des Kindergartens gebildet. Bei den juristischen Personen musste erneut ein Einbruch im Steueraufkommen von 850 000 Franken ausgewiesen werden. Laut Gemeindeverwalter Mario Caspar dürfte sich dieser Trend in den kommenden Jahren fortsetzen. Dafür gab es bei den natürlichen Personen 820 000 Franken mehr an Einnahmen. Die Spezialfinanzierungen schlossen alle positiv ab und weisen eine gesunde Eigenkapitalbasis aus.

An der Gemeindeversammlung wurde das Projekt zur Sanierung der Bettlacherstrasse vorgestellt. Schon nächstes Jahr soll gebaut werden. Die Anstösser wurden im letzten Winter über die Sanierung informiert und haben die Projektidee positiv aufgenommen. Die Strasse soll mit diversen Gestaltungselementen optisch verengt werden, sodass die Geschwindigkeit des motorisierten Verkehrs verringert und die Sicherheit für die Fussgänger erhöht wird.