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Mittels neuer Signaletik wird man durch das frisch sanierte Museum Wasseramt geführt

Im Museum Wasseramt beginnt nach der Sanierung der Ausstellungsspeicher die Ausstattung und Einrichtung der Gebäude.

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Der Speicher «Bellach» wird nach der Neueröffnung des Museums im kommenden Frühling als Empfang dienen. Das Kassenhäuschen im Hintergrund wird entfernt.

Der Speicher «Bellach» wird nach der Neueröffnung des Museums im kommenden Frühling als Empfang dienen. Das Kassenhäuschen im Hintergrund wird entfernt.

Agnes Portmann

Pfingsten 2018. Dieses Datum ist für das Museum von epochaler Bedeutung. Dann nämlich sollte einem grossen Neueröffnungsfest nichts mehr im Wege stehen. Die im letzten September ausgeräumten Speicher sind saniert und bereit für die Ausstattung und Einrichtung der neuen Ausstellungen. Das konkrete Konzept haben Martin Birrer von der Design GmbH, Bern, und Regula Wyss von der MMWyss GmbH, Konolfingen, erstellt.

Dies in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe bestehend aus Pia Imbach, Hardy Jäggi, Agnes Portmann, Urs Umbricht und Roland Zürcher. Das Konzept gibt Aufschluss, welche Themen in den Räumen der Speicher präsentiert werden, sowie über die Vermittlungs- und Präsentationsformen. Noch sind die Kulturgüter im Zwischendepot gut aufgehoben.

Mittels neuer Signaletik werden die Besucherinnen und Besucher beim Museumseingang abgeholt und durch das Gelände geführt. Als Empfang und Museumsshop dient der Speicher «Bellach» links des Eingangs. Er ersetzt das umstrittene Kassenhäuschen.

Lebendiger Rundgang

Findlinge – vom Gletscher hergebracht und einst zum Bauen des Turms verwendet – machen den Auftakt des Rundgangs. Tafeln informieren die Besucher über die Bauweise des Turms und über den geschichtlichen und architektonischen Hintergrund der Speicher. Die Mühlesteine auf dem Gelände laden zum Sitzen ein, verdeutlichen aber zugleich die Wasserkraft im Wasseramt.

Jeder der drei Ausstellungsspeicher beherbergt umfassende Themen. Im Hälblingspeicher «Derendingen» aus dem 16. Jahrhundert steht die Ausstellung unter dem Aspekt der Vorratshaltung ohne Kühlschrank. Thematisiert werden die richtige Lagerung von Getreide sowie die Konservierung von Obst und Gemüse. Die Getreideboxen im Erdgeschoss werden dabei integriert.

In Verbindung zum Getreide stehen die Gegenstände des Messens und Wägens. Der Speicher «Gretzenbach» aus dem Jahr 1792 ist dem sparsamen Haushalten und der Sorge um Haus und Hof gewidmet. Behandelt werden neben der zeitaufwendigen Arbeit des Waschens und Bügelns auch das Spinnen und Weben. Ziegel mit Inschriften und Symbolen verdeutlichen, wie sich die Leute Schutz erhofften.

Hörstationen und Fotowände

«Bauer und Handwerker» heisst das Thema im Speicher «Etziken» aus dem 18. Jahrhundert. Viele Kleinbetriebe wie Schreiner, Wagner, Sattler, Schmiede, Küfer, Schuhmacher und später Fabrikarbeiter waren als sogenannte «Fürobe-Bure» Selbstversorger. Ausgestellt werden Werkzeuge von verschiedenen Berufsgattungen. Um den Speicher kommen landwirtschaftliche Geräte wie Egge, «Röndle», Pflug zu stehen.

In jedem der drei Ausstellungsspeicher nimmt ein grossformatiges Foto Bezug zum entsprechenden Thema. Belebt werden die Räume mit interaktiven Elementen an den Wänden wie Klappen und Nischen. Audioinstallationen lassen, passend zu den Themen, Geräusche sowie Aussagen von Zeitzeugen ertönen. Dazu werden diverse Personen im Wasseramt interviewt, um lokalen Bezug und persönliche Erinnerungen zu schaffen. Der Speicher «Subingen» von 1679 ist wie bis anhin für Wechselausstellungen bestimmt. Im Ofenhaus wird weiterhin regelmässig Brot gebacken. (apb)

Sind Sie im Besitz von alten, themenbezogenen Fotos? Dann melden Sie sich unter 032 672 46 31.