Eltern der Umgebung wünschen einen Mittagstisch, deshalb soll in Lüterkofen ab nächsten August ein Pilotprojekt gestartet werden. In der Gemeinde ist die Infrastruktur in der Mehrzweckhalle vorhanden, namentlich Küche, Spielplatz, Lernraum und Esszimmer.

In anderen Gemeinden müsste man zunächst noch bauliche Massnahmen durchführen. Das Angebot soll über ein Jahr laufen, jeweils für vier Wochentage. Die Räume werden von der Gemeinde für die Pilotphase kostenlos zur Verfügung gestellt.

Die Kinder sollen vor, während und nach dem Essen beaufsichtigt werden und beim Aufräumen mithelfen. Die Kosten für das Essen betragen pro Tag zwischen 10 und 15 Franken.

Einen Teil der Kosten übernimmt die Schule, den anderen Teil müssten die Eltern berappen, deren Kinder das Angebot nutzen. In der Pilotphase kann herausgefunden werden, ob das Angebot in der Bevölkerung ankommt.

Wenn es läuft, bleibt es. Messen und Schnottwil würden wohl nachziehen, um auch einen Mittagstisch anbieten zu können, so die Meinung im Lüterkofer Gemeinderat.

Elektra verkaufen?

Bei der zweiten Lesung des Budgets wurde der Steuerfuss von 115 Prozent definitiv genehmigt. Gemeinderat Urs Affolter (SP) brachte daraufhin die Schuld von 1,2 Millionen Franken in der Gemeinderatssitzung zur Diskussion, die seit 2012 und 2013 besteht und innerhalb von fünf Jahren abgebaut werden muss.

«Dies muss endlich vorangetrieben werden», forderte er. Hierfür formulierte er drei Vorschläge, zwei davon mit Steuererhöhungen, doch favorisierte er die Variante zum Verkauf der Elektra. Das Stromnetz habe einen ungefähren Wert von 1,2 Millionen. Mit dem Verkauf könnten 2017 die Schulden abgebaut werden.

Gemeindepräsident Roger Siegenthaler (FDP) forderte für dieses Projekt zunächst mehr Transparenz, sodass sich aufzeigen lässt, ob der Verkauf den vermuteten Ertrag bringt und der weitere Betrieb des Stromnetzes tatsächlich weiterhin ein Nullsummenspiel für die Gemeinde wäre.

Dem stimmte der Rat einstimmig zu. Die Analyse soll durch eine Arbeitsgruppe aus zwei Gemeinderäten und einem Vertreter der Baukommission erfolgen.

Das Ergebnis wird an der Gemeindeversammlung im nächsten Sommer vorgestellt.

Grüngut wird teurer

Der Gemeinderat stimmte einem neuen Vertrag mit der Firma Neuenschwander zu, um nicht nur den Abfall, sondern auch die Separatsammlungen von Altöl, Alu, Altglas und Weissblech von der Firma durchführen zu lassen.

Praktisch bei allem sei die Firma kostengünstiger. Zusätzlich will man die Einwohner mit einem Schreiben über Öffnungszeiten und Regelungen informieren.

Es wurde zudem darauf hingewiesen, dass die Lüterkofer auf die Beschilderung achten und ihren Abfall nicht an dem Platz entsorgen sollen, der der Lohner Bevölkerung zustünde.

Ab kommendem Jahr kosten der Grüngutpass und der Häckselpass neu 100 statt 80 Franken. Die Anpassung erfolge, weil das Erstellen der Pässe aufwendig sei und viel mehr Grüngut abgegeben wird als erwartet.

Der Rat diskutierte die Idee einer Grundgebühr für jeden Haushalt. Die Kosten für diese Variante werden ausgerechnet. «Wir sind ein sehr ländliches Dorf und sehr viele Häuser haben einen Garten, also praktisch jeder entsorgt Grüngut», begründete Siegenthaler die Prüfung.

Die Idee soll im Sommer der Gemeindeversammlung vorgestellt werden.