Der im Sommer 2016 als Pilotversuch an zwei Wochentagen gestartete Mittagstisch stand plötzlich deutlich auf der Kippe. Was war passiert? Das durch die Delegiertenversammlung 2017 für ein weiteres Jahr verlängerte Mittagsangebot litt zunehmend unter Teilnehmerschwund.

Daraufhin hatte der Vorstand des Schulverbandes in einer Umfrage unter den Eltern der vom Mittagstisch abgemeldeten Kinder und Jugendlichen nach den Gründen gefragt und eine Fülle von Antworten erhalten. Angeführt für den Teilnahmeverzicht wurden Wegzug oder Schulwechsel in die Oberstufe, der als hoch empfundene Preis von 15 Franken für das Essen und die mit kostenlosen Zusatzangeboten erweiterte Betreuung sowie die Länge der Mittagspause.

Neben Diskussionen um die Mahlzeiten selbst wurden aber die betreuenden Personen als korrekt bezeichnet. Wegen der mit inzwischen nur noch 10 Kindern ungenügenden Anmeldungen und der dadurch entstehenden Kosten für den Schulverband (2017: 11 732 Franken) beantragte der Vorstand die Beendigung des Pilotprojektes.

Dies habe in den beteiligten Gemeinden «ziemlichen Wellengang» ausgelöst, berichtete in der Versammlung in Lüterkofen Schulverbandspräsidentin Verena Meyer, die mehrere eingegangene Anträge erläuterte. Die Gemeinde Buchegg wünschte die Weiterführung des Mittagstisches mit einem reduzierten Menüpreis bei einer Mindestanzahl von 10 Kindern. Messen präzisierte in einem Unterantrag, dass der Mittagtisch auf maximal drei Jahre befristet und dann erneut über die Weiterführung entschieden werden soll.

Der Gemeinderat Unterramsern sprach sich für den Einsatz einer interdisziplinären Arbeitsgruppe aus, um einen möglichen Neustart anhand der Bedürfnisse in der Bevölkerung zu realisieren. Mündlich vertrat Cyril Schildknecht den Rückweisungsantrag der Gemeinde Lüterswil, die bezweifelte, ob gastronomische Aufgaben wie ein Mittagstisch zu den Aufträgen des Vorstands gehören.

Sandra Nussbaumer verlieh dem Unterantrag aus Messen Gewicht, indem sie für einen gesicherten Zeitraum von drei Jahren die Planungssicherheit für Eltern hervorhob. Mit dem Angebot Mittagstisch sei die Bevölkerung noch nicht genügend vertraut. Die Einführung benötige grundsätzlich mehr Zeit und Information. In einem ausgeklügelten Abstimmungprozedere stellte die Präsidentin alle Anträge einander gegenüber. Nach einer lebendigen und engagierten Aussprache zeigte das Schlussresultat im qualifizierten Mehr von Delegierten ein 14:3 (1 Enthaltung) und bei den Gemeinden ein 4:3. Damit wird der Mittagstisch in Lüterkofen weitergeführt und hofft auf viel Zuspruch.

Schulbetrieb, Leitbild und Strategie

Silvia Hak-Meinike, Schulleiterin am Standort Messen, stellte den Delegierten die Stossrichtung des neuen Lehrplans 21 vor, der mit Beginn des Schuljahrs 2018/19 im August zuerst für Kindergarten, Primarschule und 1. Sekundarklasse eingeführt wird. Danach folgen bis 2021 die restlichen Klassen. Hak wies auf neue Inhalte wie den Kompetenzaufbau und kantonale Besonderheiten in Themen und Fachbereichen hin. Sie empfahl im Sinne der Übersicht den Blick auf die Homepage lehrplan21.ch.

Mit «ächt buechibärgisch» stellte Verbandsvizepräsident Bernhard Jöhr das im Vorstand entwickelte Leitbild für die gemeinsame Schule Bucheggberg vor. «Wir stützen uns darin auf gelebte, überlieferte Werthaltungen wie Solidarität, Lösungsorientierung und gemeinsames Handeln.» In einem «fröhlichen Schulwesen» solle in guter Unterrichtsqualität die Motivation zu lebenslangem Lernen, zu Selbstständigkeit und Eigenverantwortung gelegt werden. In seiner Strategie will sich der Vorstand mit Schwerpunktthemen beschäftigen. Nennenswerte Probleme seien im Schulbetrieb nicht aufgetaucht. Ein Notfall/Krisen-Management für die Schule könne laut Votum Regula Blöchlinger zu einem aufgetauchten Diskussionspunkt durch solothurnische Fachstellen 24 Stunden abgedeckt werden.

700 Kinder und Jugendliche

In ihrem Jahresrückblick würdigte die Präsidentin wichtige Ereignisse und die «Denkarbeit», die der Vorstand an 13 Sitzungen, zwei Delegiertenversammlungen und zweimal jährlich gemeinsam mit Elternrat/-forum und der IG Schülertransporte mit Sachkunde und Verantwortung vollziehe, damit der Unterricht auf allen Stufen für die gegenwärtig 700 Kinder und Jugendlichen in 7 Kindergärten, 21 Primar- und 8 Sekundarklassen erfolgreich verlaufe.

Sie dankte den Lehrpersonen, den Hauswarten, den Busbegleiterinnen, den Betreuerinnen am Mittagstisch und allen Beteiligten wie der Betriebskommission, neu unter der Leitung von Hanspeter Moser.

Geld zurück

Verbands-«Finanzminister» Thomas Stutz gab einen Überblick über die von der Rechnungsprüfungskommission genehmigte Jahresrechnung 2017, die mit einem Total von 10.7 Mio. Franken und einem Minderaufwand gegenüber dem Budget von 347 026 Franken abschloss. Dieses Geld wird den Gemeinden anteilmässig jetzt Ende April zurückerstattet.

Der gesamte betriebliche Aufwand lag bei 14.2 Mio. Franken. Eingerechnet sind darin die vom Kanton gezahlten Schülerpauschalen im Umfang von 3,58 Mio. Franken. Die Versammlung erteilte einstimmig an alle Organe «Decharge».