Natürlich bildete der positiv abgeschlossene Jahreshaushalt 2016 das thematische Schwergewicht dieser Versammlung. Doch ausstrahlen in die Nachbarschaft dürfte die einstimmig getroffene Annahme der Vereinbarung zum neuen Kostenteiler in der Regionalschule äusseres Wasseramt (rsaw). Gemeindepräsident Bruno Meyer erläuterte den Kompromiss zum künftigen Finanzierungsmodell für die fünf Gemeinden und vier Schulstandorte. Geeinigt habe man sich darauf, die Kosten künftig gemäss den Lehramtspensen auf die Gemeinden zu verteilen. Die restlichen Nettokosten werden nach Abzug der Schülerpauschalen anteilmässig von den Trägergemeinden übernommen.

Herausgestellt hat sich dabei, dass Aeschi günstiger fahre und für Etziken die Schulkosten etwa gleich bleiben, aber die Nachbargemeinde Bolken durch die Umstellung des Vertragswerks schon auf das Kalenderjahr 2018 deutlich mehr zu bezahlen habe. «Im Sinne einer gütlichen Einigung», so Meyer, habe sich die Planungsgruppe entschlossen, in den vier übrigen Gemeinden zur Entlastung von Bolken im Übergangsjahr einen Zuschuss von 100'000 Franken, verteilt pro Kopf der Bevölkerung, zu beantragen. Für Etziken bedeute diese einmalige Beteiligung einen Aufwand von rund 35'000 Franken.

Erwartungsgemäss führte dieses wörtlich benannte «Zückerli für Bolken» zu Nachfragen bei den 21 Anwesenden. Es gelte zu verhindern dass eine Gemeinde ausschert, denn: «Wer die Vereinbarung ablehnt, steht mit weitaus höheren Kosten und Verantwortung für seine Schule allein da», so der Gemeindepräsident. Einstimmig unterstützte der Etziker Souverän die Änderung der bestehenden Vereinbarung, deren Weiterbestand, sofern eine Gemeinde ablehnt, und schliesslich die einmalige Zahlung von 100'000 Franken an Bolken.

Grundsätzlich erfreulich

In seiner Einführung bezüglich der Jahresrechnung 2016 betonte Bruno Meyer, dass das Ergebnis vor allem auf die hohe Ausgabendisziplin im Rat und seinen Kommissionen zurückzuführen sei. Immerhin schrumpften die Nettoausgaben gegenüber dem Budget um rund 181'000 Franken. Einem Gesamtaufwand von 3,76 Mio. stand ein Ertrag von 3,81 Mio. Franken gegenüber, was einen Jahresgewinn von 44'600 Franken ergab.

Sorgen bereiten in Etziken die um 128'000 Franken verminderten Steuereinnahmen der juristischen Personen mit jetzt nur 51'000 Franken. Investiert in Landerwerb und die anteilig an den Kanton zu begleichende Sanierung der Luzernstrasse wurden netto 323'000 Franken. Über Eigenkapital verfügt die Gemeinde gegenwärtig nicht. Zudem hat sie noch einen «Klotz am Bein» in der Tilgung ihres Bilanzfehlbetrags von 530'000 Franken. «Dieser Betrag muss in den nächsten beiden Jahren abgebaut werden, denn wir wollen nicht in die Lage der Gemeinde Holderbank geraten», unterstrich Meyer.

Finanzverwalter Peter Felder, der anschliessend Einzelheiten der Jahresrechnung erläuterte, hofft, den Bilanzfehlbetrag in Absprache mit dem Kanton durch die jetzt vorhandenen Überschüsse in den Spezialfinanzierungen ausgleichen zu können. Erfreulich war festzustellen, dass die befürchtete «explosive» Kostenzunahme in der Sozialen Wohlfahrt abgemildert ist. Probleme sieht man in Etziken allerdings bei den sogenannt «Gebundenen Ausgaben», die kommunal nicht zu beeinflussen sind. Die Gemeinde investiert 55 Prozent ihres Haushalts in Bildung und 25 Prozent für Sozialausgaben.

Weiter hat die Gemeindeversammlung eine Anpassung der DGO genehmigt, die eine Erhöhung der Jahrespauschale für den Anzeigerverträger vorsieht. Schliesslich wurde darüber informiert, dass das Bauprojekt für Dorfladen und Postagentur im Zentrum auf der freien Parzelle Luzernstrasse auf Kurs sei.