Biberist
Mit Plakaten gegen Littering: Schüler fordern mehr Sauberkeit

Mit kreativen Aktionen weisen Sekundarschüler die Dorfbewohner auf ihr Fehlverhalten hin. In der Projektwoche hat die neunte Klasse verschiedene Plakate gestaltet, die sie danach im ganzen Dorf verteilten, um gegen das Littering-Problem zu kämpfen.

Lucien Rahm
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Tobias Flick, Regis Kramer und Selina Dufing mit ihrer Holztafel
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Neuntklässlerinnen und -klässler präsentieren ihr Anti-Littering-Projekt
Farbige Forderung: Schülerinnen der Sekundarschule Biberist verlangen einen umweltbewussteren Umgang mit Abfall.
Schülerinnen der Sekundarschule Biberist verlangen einen umweltbewussteren Umgang mit Abfall.
Anti-Littering Aktion von Sekundarschüler in Biberist
Schülerinnen der Sekundarschule Biberist verlangen einen umweltbewussteren Umgang mit Abfall.
Schülerinnen der Sekundarschule Biberist verlangen einen umweltbewussteren Umgang mit Abfall.
Schülerinnen der Sekundarschule Biberist verlangen einen umweltbewussteren Umgang mit Abfall.
Schülerinnen der Sekundarschule Biberist verlangen einen umweltbewussteren Umgang mit Abfall.
Schülerinnen der Sekundarschule Biberist verlangen einen umweltbewussteren Umgang mit Abfall.
Schülerinnen der Sekundarschule Biberist verlangen einen umweltbewussteren Umgang mit Abfall.

Tobias Flick, Regis Kramer und Selina Dufing mit ihrer Holztafel

Lucien Rahm

«Wollen wir wirklich weiterhin schuld sein daran, oder wollen wir beweisen, dass wir es jetzt begriffen haben?» Diese Frage stellte die Schülerin während ihrer Präsentation den Mitschülern, die sich in der alten Halle der Kreisschule Biberist versammelt hatten.

Die Neuntklässlerinnen und -klässler haben sich im Rahmen der diesjährigen Projektwoche mit der Thematik Littering, dem achtlosen Wegwerfen von Abfall, befasst. Ziel war es dabei, die Bevölkerung mit originellen Aktionen auf die Wegwerfproblematik aufmerksam zu machen. Im Beisein von Gemeindepräsident Martin Blaser wurden die Projekte am Donnerstag vorgestellt.

Anlass für die Frage der eingangs genannten Schülerin war der Vorwurf eines Dorfbewohners, den sie und ihre Projektgruppe während ihrer Informationsaktion auf der Strasse zu hören bekamen. Die Jungen seien nämlich schuld am Littering, war ein älterer Herr der Meinung. Nebst einigen positiven seien die Kinder auch mit ablehnenden Reaktionen konfrontiert worden, trafen auf Desinteresse oder wurden gar beleidigt («Du sprichst ja gar kein richtiges Deutsch»).

Doch von solchen Erlebnissen haben sich die Biberister Sekundarschüler nicht entmutigen lassen. Die an diesem Morgen erläuterten Forderungen nach Sauberkeit wurden gleichentags noch einmal in der Gemeinde publik gemacht – auf Flyern, Plakaten, Transparenten und Holztafeln.

Tatort Bushaltestelle

«Littering ist die zunehmende Unsitte, Abfall im öffentlichen Raum achtlos liegen zu lassen», definierte einer der referierenden Schüler den englischen Begriff. Darunter falle beispielsweise auch das Wegwerfen von Zigarettenstummeln auf öffentlichem Grund. «Uns ist aufgefallen, dass an der Bushaltestelle Bleichenberg sehr viele Zigaretten herumliegen», teilte eine Schülerin aus einer anderen Projektgruppe mit.

Dies habe sie dazu bewogen, Hinweisschilder zu gestalten, die die Raucher darum bitten, ihre Filter in den dafür vorgesehenen Behältern zu entsorgen. Diese Behälter bastelten die Schüler gleich mit, sowie auch eine übergrosse Zigarette aus Papier, die Aufmerksamkeit erregen soll. All dies sei dann an besagter Haltestelle positioniert worden, um die dort wartenden Leute zu mehr Sauberkeit zu bewegen.

Kreativität wurde auch bei anderen Ideen ersichtlich: Die eine Gruppe vermittelte ihre Botschaft, indem sie unter Passantinnen und Passanten ein Quiz zur Litteringthematik durchführte. Richtige Antworten wurden mit einem Stück Kuchen honoriert.

Eine andere Projektgruppe wollte wissen, wie lange es dauert, bis eine vor der Recyclingstelle absichtlich liegengelassene PET-Flasche von einem Fussgänger
aufgehoben und entsorgt würde. Resultat: Von 25 vorbeigehenden Personen bückten sich zwei Frauen nach der Plastikflasche.

Plastikabfälle belasten die Meere

Dass das unbedachte Wegwerfen von Müll auch Tieren schade und letztlich dem Menschen, wenn dieser die Tiere verspeise, war Kernpunkt eines weiteren Vortrags. Betroffen seien davon vor allem Fische, die Rückstände von im Meer landenden Plastikabfällen mit Plankton verwechseln und fressen würden. Dies könne zu erhöhtem Krebsrisiko für den Menschen führen, wurde auch im einführenden Kurzfilm gewarnt.

Um auf die Verschmutzung der Meere künstlerisch hinzuweisen, entschied sich ein anderer Neuntklässler dazu, aus Abfall eine Skulptur in Form eines Fisches zu kreieren: «Der Kopf besteht aus der Spitze einer PET-Flasche, die Flossen sind aus Bruchstücken einer Musik-CD gemacht.»

Zum rücksichtsvollen Umgang mit den Ressourcen mahnte auch Gemeindepräsident Martin Blaser, der die antiautoritäre Erziehung der Siebzigerjahre für das heutige Litteringproblem mitverantwortlich macht: «Wichtig ist, dass man den Abfall gar nicht erst produziert». So solle man beim Bäcker vielleicht auf die Mitnahme eines Plastiksackes verzichten, wenn er nicht zwingend nötig ist.

Nach den Referaten durften die Schülerinnen und Schüler ihre Arbeiten gegenseitig bewerten. Danach zogen sie los, um die gebastelten Transparente, Plakate und Holztafeln gut sichtbar im Dorf zu platzieren.