Der Jodlerklub Bärgblueme und sein musikalischer Leiter Beat Flury hat für seinen traditionellen Neujahrs- Unterhaltungsabend ein abwechslungsreiches Programm einstudiert. Fast logisch würde man mit dem Morgen beginnen, wenn der im Repertoire vorkommt. Tatsächlich begann er mit «Ame schöne Morge» von Fred Kaufmann. Die Fortsetzung fand er in «Ledig» von Hans Walter Schneller.

Musikalisch auf den Balmberg

Den zweiten Abschnitt begann er mit dem «Balmbärg-Jodel» von Georges Alioth. Das ist keine abwegige Wahl, wenn man fast unter dem Balmfluhköpfli lebt. Da drängt sich auch schon fast ein Vergleich der Komponisten auf. Beliebt ist da jedenfalls Mathias Zogg. Von ihm wählte der Klub «Yohr-I Yohr us». Eher eine traditionelle Stilrichtung vertritt Max Lienert. Mit seinem «Sängertreu» beschloss der Klub sein offizielles Programm.

Selbstverständlich wurde von den Jodlern eine Zugabe erwartet. Dazu wählten sie «Bärgbuebs Wunsch» von Robert Fellmann. Auch das spätere Mitternachtsständeli war noch angesagt.
Kein Jodlerklub wird einen ganzen Unterhaltungsabend allein bewältigen wollen. Das Programm würde zu einseitig. Selbst ein grosses Repertoire würde kaum reichen. Die Luterbacher Jodler haben jedoch einen Vorteil, den nicht viele haben. Sie verfügen über eine eigene Theatergruppe. Wenn man die Bühne als Tanzfläche nutzen möchte, braucht es aber Musik. Für die sorgte das Ensemble Stärnevieri. Das Quartett durfte sogar den Abend musikalisch eröffnen. Es erhielt auch später einen Einschub zwischen die Vorträge des Klubs.

Adolf Stähli hätte Freude gehabt

Gerne und noch näher beim Jodeln werden natürlich Kleinformationen zur Auflockerung benutzt. Der Klub entschied sich diesmal für eine Solojodlerin. Mit Brigitte Schöni aus Bützberg traf sie eine ausgezeichnete Wahl. Sie ist eine ausgewiesene Ausbildnerin, Leiterin, Dirigentin und Jurorin. Sie fesselte das Publikum von der ersten Silbe an. Wie hätte sich Adolf Stähli an dieser Interpretation seines Liedes gefreut. Bewegender kann man «Wenn i e Jutz cha ghöre»gar nicht interpretieren. Das Niveau hielt sich auch beim zweiten Set und der Zugabe «Säg mer wenn as d’Rose blüeie».

Das Niveau hielt aber auch Jaqueline Christen die Begleiterin auf dem Akkordeon. Dass die beiden Frauen erstmals gemeinsam auftraten, hätte niemand erwartet. Für sie dürfte es sich gelohnt haben – für das Publikum lohnte es sich auf jeden Fall.

Trubel in der Bauerstube

Die Theatergruppe Bärgblueme leistete ihren erwarteten Beitrag ausgezeichnet. Unter der Regie von Peter Hugi hat sie «Dr Köbu het gwunne» von Camelo Pesenti einstudiert. Es ist ein Lustspiel für sechs Personen in einem Akt. Alles spielt sich in der Bauernstube, der gängigsten Theaterkulisse ab. Dabei hat Peter Hugi - notabene auch ein Jodler – die Rolle der Titelfigur selber übernommen. Diesen Köbu, den Bergbauer Jakob Hugentobler zeichnete er präzise und glaubhaft. Die Pointen setzte er absolut realistisch. Auch die fünf anderen Rollen waren gut besetzt. Da passte natürlich ein Überzeichnen überall. So ist es vom Autor angelegt und bot die erhoffte Unterhaltung.