Die Weihnachtsmärkte sind weggeräumt und der Nebel versprechen Tristesse – ausser man lässt sich etwas einfallen. Auf die «Klassiker» kann man immer zählen: «Wir sind an 364 Tagen im Jahr für sie da», wirbt zum Beispiel das Sportzentrum Zuchwil. Und tatsächlich, an Heiligabend wimmelt es auf der Eisbahn von Vätern, die sich mit ihren Kindern hier vergnügen – wie zum Beispiel Carlos mit Sohn Ramon: «Er hat von seinem Götti neue Schlittschuhe erhalten und als er diese im Laden anprobiert hat, haben wir uns entschieden, sie nicht unter den Weihnachtsbaum zu legen, sondern sie gleich auszuprobieren.» Eine weise Entscheidung, denn der 25. Dezember ist tatsächlich der einzige Tag im Jahr, an dem das Sportzentrum schliesst.

Am Weihnachtstag ist der Blick aus dem Fenster wenig ermutigend – der Blick aufs Handy dagegen vielversprechend: Oberhalb 800 Metern soll die Freiheit wohl grenzenlos sein. Und tatsächlich: Die Sonne scheint mit voller Pracht in die «Bättlerchuchi», und der Blick über das Nebelmeer Richtung Balmberg ist atemberaubend.

Dann die Ernüchterung: Vordere Schmiedenmatt: Privater Anlass. Hintere Schmiedenmatt: Geschlossen. Die Wanderung wird länger als geplant. Die letzte Hoffnung ist der Stierenberg auf dem Oberbalmberg, und der stellt sich als Hauptgewinn dar. Die Fernsicht ist spektakulär und die Alpen glühen schon auf dem Rückweg im kitschigen Abendrot.

Kitschiges Abendrot: Sonnenuntergang mit Blick aufs Balmfluechöpfli.

Kitschiges Abendrot: Sonnenuntergang mit Blick aufs Balmfluechöpfli.

Enten füttern

Am Stefanstag will der Kleine die neuen Spielsachen seiner besten Freundin vorführen. Das Zusammenbauen des Polizeibootes dauert deutlich länger als vermutet. Am Nachmittag reicht es noch für einen Spaziergang der Emme entlang, der Kleine will die Enten mit dem alten Brot füttern, das übrig geblieben ist, weil es Panettone zum Frühstück gab. Da der Emmenspitz wegen des Baus des Uferparks weiträumig abgesperrt und der Unterlauf bis zur alten Papieri hinauf eine einzige, hässliche Baustelle ist, spazieren wir in Biberist oberhalb des Wehrs Richtung Gerlafingen, wo die Renaturierung bereits abgeschlossen ist. Die Enten hier sind hungrig.

Wir haben uns vorgenommen, nicht auf die Indoktrination des Schweizer Fernsehens hereinzufallen, das uns seit 50 Jahren weismachen will, der Spengler Cup sei ein bedeutendes Ereignis. Keine Minute gelangweilt vor dem Fernseher zu sitzen, ist das Ziel. Doch die Region macht es uns nicht leicht. Die kleinen Sehenswürdigkeit im Bucheggberg bleiben über die Festtage geschlossen. Die Damhirsche in Küttigkofen werden wir erst im Januar streicheln können und Züchter Rolf Meister beantwortet unsere Anfrage mit einer freundlichen Entschuldigung, die der Kleine akzeptiert. Das Alternativprogramm: Das Nilpfi, ein weiterer Klassiker.

Das Trampolin im "Nilpfi" ist der ideale Ort für Energiebündel.

Das Trampolin im "Nilpfi" ist der ideale Ort für Energiebündel.

Am Freitag stehen wir früher auf als gewohnt, und wir verlassen die Region: Mit einer befreundeten Familie aus Etziken besuchen wir das Thermalbad in Zurzach. Action in der «reissenden» Strömung des künstlichen Bachs wechselt sich mit Entspannung pur in der heissen Sole ab. Die Kinder schlafen schon auf der Rückfahrt ein.

Das Thermalbad in Bad Zurzach

Das Thermalbad in Bad Zurzach

Schwanengeflatter

Ein Spaziergang rund um den Inkwilersee darf nicht fehlen. Schade nur, dass er dieses Jahr nicht gefroren ist. Plötzlich ein lautes, rhythmisches Klatschen auf dem Wasser. Zwei riesige Schwäne brauchen den ganzen Durchmesser des kleinen Sees, um vom Wasser abzuheben und sich wenige Meter über unseren Köpfen in den Himmel Richtung Bolken zu verabschieden.

Die Türen des Museums im Turm zu Halten bleiben an diesem Sonntag ausnahmsweise verschlossen, ebenso wie die anderen kleinen Attraktionen im Wasseramt. Alle Anfragen wurden mit freundlichen Entschuldigungen beantwortet. Trotzdem folgt ein weiterer Tag voller Action: Der neue Spiderman-Trickfilm steht auf dem Programm. Während es Papi hinter der 3D-Brille «trümmlig» wird, ist der Kleine begeistert. «Ich will auch eine solche Maske.» Die Fasnacht kann kommen ...