Gemeinderat
«Mit Kijuzu bleiben die Familien in Zuchwil»: Das Haus für Tagesstrukturen wird gebaut

Zuchwils Finanzplan kündigt harte Zeiten an. Der Gemeinderat hält aber eisern am Neubau eines Kinder- und Jugendzentrums fest.

Urs Byland
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Der Gemeinderat gab ein klares Bekenntnis für ein zweites Zentrum für Kind und Jugend neben dem Widiwald ab.

Der Gemeinderat gab ein klares Bekenntnis für ein zweites Zentrum für Kind und Jugend neben dem Widiwald ab.

zvg

Der Himmel über Zuchwil sei bewölkt, fand sinnbildlich der Gemeindepräsident Stefan Hug (SP) in der Diskussion des Zuchwiler Finanzplans. «Die sieben fetten Jahre sind vorbei, es kommen anspruchsvollere.» Sein Vize Daniel Grolimund (CVP) ergänzte: «Vor einem Jahr hatten wir den besten Finanzplan aller Zeiten mit prognostizierten Ertragsüberschüssen in den nächsten vier Jahren. Heute, ein Jahr danach, erwarten wir in der kommenden Periode nur Aufwandüberschüsse. So schnell kann es gehen.»

Finanzverwalter Mike Marti erklärte, dass sich das Eigenkapital in der kommenden Periode auf 12,4 Mio. Franken halbieren werde, während sich das Fremdkapital von 36,4 auf 63,4 Mio. Franken erhöhe. Und Stefan Hug analysierte: «Der wesentliche Unterschied zur Krise 2008 ist, dass wir damals nur halb so viel Eigenkapital hatten, um die Folgejahre zu überbrücken.» Er wolle keine Steuererhöhung, sei aber wegen der Coronakrise vorsichtig mit Aussagen.

Streichkonzert in der Investitionsplanung

Diese negative Entwicklung beeindruckte auch den Gemeinderat. Es folgte ein Streichkonzert in der Investitionsplanung. Ladenhüter wie der Parkplatz Nord beim Dienstleistungszentrum oder das Vordach Lindensaal wurden sang- und klanglos gestrichen. Dazu gehörte auch ein vorgesehener Doppelkindergarten, der mit 4 Mio. Franken Ausgaben verbunden wäre.

Bemerkenswert waren zwei Dinge: Die Investitionsquote für das Sportzentrum soll für die nächsten vier Jahre von 1 Mio. Franken auf 800'000 Franken gekürzt werden. Gleichzeitig seien laut Patrick Marti (SP) Bestrebungen in Gange, die Ausgaben der Gemeinde für das Sportzentrum transparent in ein Paket zu packen. Hier erklärte zudem der Gemeindepräsident, er arbeite darauf hin, dass alle künftigen Neubauten beim Sportzentrum nicht mehr von Zuchwil bezahlt werden müssen, sondern von externen Geldgebern.

Bemerkenswert war zweitens, dass der Gemeinderat (gegen die Stimmen der SVP) den Bau des zweiten Zentrums für Kinder und Jugendliche (Kijuzu) nicht weiter verschieben will. Die Dépandance des Kijuzu im Unterfeld, südöstlich des Widiwaldes, wird als zu wichtig angesehen für das Quartier inklusive der neuen Riverside-Überbauung.

Aber auch für Zuchwil. Laut Schuldirektor Stephan Hug sind die Plätze beim bestehenden Kijuzu ausgebucht. «Wir haben eine Warteliste. Für die guten Steuerzahler ist es kein Problem andernorts einen Platz für ihre Kinder zu finden. Das müssen wir unbedingt vermeiden.» Er weist zudem darauf hin, dass bisher ohne Kijuzu 20 Prozent der Familien mit Kindern bis 5 Jahre aus Zuchwil wieder wegzogen. Dieser Wert habe sich mit dem Kijuzu auf 5 Prozent gesenkt. «Klar eine Auswirkung des Zentrums. Die Familien bleiben in Zuchwil.»