Die Gemeindeverwaltung soll ins ehemalige «Kreuz» umziehen. Der Gemeinderat steht noch in diversen Verhandlungen. Ziel sei es, laut Gemeindepräsident Manfred Küng, dass die kommende Gemeindeversammlung entscheiden könne. An der letzten Gemeindeversammlung gab es kritische Voten. Dem hält Küng entgegen: «Wir müssen dafür sorgen, dass Kriegstetten attraktiv bleibt.»

Kriegstetten habe noch drei Gastronomie-Betriebe und eine gewisse Zentrumsfunktion. «Wir müssen uns gegenüber Nachbargemeinden behaupten, und das ist nicht gratis zu haben», verteidigt er die Bemühungen, das ehemalige «Kreuz» mit der Gemeindeverwaltung und einem Café zu einem Begegnungszentrum umzufunktionieren. Und als weiteren Punkt erwähnt Küng, dass die bisherige Gemeindeverwaltung zu Wohnraum umgebaut werden kann. «Wohnraum, den wir beispielsweise für Asylsuchende nutzen können.»

Mit Interviews zu Fakten

Welche Strategie soll die Bau- und Werkkommission bei der Ortsplanungsrevision verfolgen? Der Gemeinderat habe als Ziel ein Bevölkerungswachstum um 200 Personen auf 1500 formuliert, berichtete Ressortleiter Thomas Affolter. Dieses Ziel sei vom Kanton nach etlichen Bemühungen akzeptiert worden.

Der Kanton setze dabei auf innere Verdichtung etwa mit W3 statt W2 entlang der Hauptstrasse, keine Einfamilienhausquartiere und dichtere Wohnformen. «Das funktioniert aber nicht», erklärte Affolter überzeugt. «Wir brauchen Bauland. Deshalb soll die Reservezone Längmatt eingezont werden. Das haben wir schon immer so vorgesehen.» Affolter erhielt Unterstützung von Roger Gerber: «Unbedingt, das ist für unsere Entwicklung
matchentscheidend.»

Auch der Gemeindepräsident vertrat diese Auffassung. Aber er wollte, dass die Haltung Kriegstettens auch belegt wird. «Wir brauchen noch mehr Material.» Er regte deshalb an, dass die Bau- und Werkkommission in Interviews mit den Liegenschaftenbesitzern entlang der Hauptstrasse die Bedürfnisse abkläre. «Besteht überhaupt die Aussicht, dass in den nächsten Jahren Wohnbauten W3 entstehen?» Mit den Interviews hätte Kriegstetten Fakten und nicht nur Meinungen, was möglicherweise einer Forderung beim Kanton nach Einzonung der Reservezone mehr Gewicht verleihen könnte.

Keine Miete für Schulhäuser

Der von Vertretern von Halten, Oekingen und Kriegstetten erarbeitete neue Mietvertrag zwischen den drei Gemeinden und der Kreisschule HOEK beinhaltet einige Neuerungen. Künftig sollen jeweils die Gemeinden als Vermieterinnen ihrer Schulhäuser die Federführung behalten. Die Schulhäuser werden nur zur Mitbenutzung vermietet. Unternutzungen werden möglich, Vermieterin bleibt aber die Gemeinde und nicht etwa die Kreisschule. Die Vermieterin ist somit auch berechtigt, bestimmte Räume von der Vermietung auszunehmen. Neu ist auch, dass Anschaffung, Ersatz und Unterhalt von Schulmobiliar inklusive Wandtafeln zulasten der Mieterin gehen.

Auf eine Miete soll laut neuem Vertrag verzichtet werden. «Eine Aufstellung der Mieterträge einerseits und des von den Gemeinden bezahlten Mietaufwandes an die Kreisschule andererseits ist beinahe ausgeglichen. Letzten Endes werden hier nur gleich grosse Beträge hin- und hergeschoben», erklärte Simon Wiedmer seinen Kollegen. Bevor der Kriegstetter Gemeinderat eine endgültige Vernehmlassung abgeben will, soll Roger Gerber abklären, ob ein Verzicht auf Mietzinszahlungen buchhalterisch möglich ist.