Musikgesellschaft Subingen
Mit hölzerner Unterstützung Freude bereitet

Subingen Dass auch ein kleiner Musikverein eine Kirche bei einem Kirchenkonzert ganz füllen kann, bewies die Musikgesellschaft Subingen.

Hans Blaser (Text und Foto)
Drucken
Teilen
Die MG Subingen zeigte beim Eröffnungsstück noch ein wenig Nervosität, die dann aber schnell verflog.

Die MG Subingen zeigte beim Eröffnungsstück noch ein wenig Nervosität, die dann aber schnell verflog.

Hans Blaser

Allerdings durfte die Subinger Musikgesellschaft auch bei diesem Konzert wieder auf ihre treuen Aushilfen vertrauen. So konnte sie mit einer Besetzung aufwarten, die von der Flöte bis zur B-Tuba reichte. Sogar eine Klarinette war dabei. Solche Verhältnisse setzen voraus, dass sich alle enorm stark engagieren. Das gilt für die Bläser, die Perkussionisten und insbesondere auch für den Dirigenten Martin Lehmann. Dass man unter diesen Umständen punkto Literatur nicht aus dem Vollen schöpfen kann, dürfte allen klar sein. Reich instrumentierte Werke sind deshalb tabu. Umso erfreulicher ist die Feststellung, dass man sich bemüht, trotzdem ansprechende Werke spielen zu können. Das ist der Grund für die Dankbarkeit aus der Bevölkerung, die deutlich zu spüren war.

Anfangs etwas Nervosität

Entsprechend ihrer Vorwärts-Strategie begann die MG mit «Seventeen Come Sunday», also einem Marsch aus «English Folk Song Suite» von Ralph Vaughan Williams. Die paar kleinen Unsicherheiten zeugten von einer gewissen Nervosität und trübten das Musikerlebnis kaum. Und diese schien sich auch bei der «Selection» aus der «Pine River Trilogy» schon verflüchtigt zu haben. Entsprechend geriet auch das Arrangement von «Homeless». Jan van Kraeydonck schaffte dieses aus der Komposition aus dem Jahr 2015 der jungen Französin Marina Dalmas (*1998) die sich Marina Kaye nennt. Nur wenig älter ist der Belgier Felix De Laet (*1993), besser bekannt als «Lost Frequencies». Von ihm brachten die Subinger «Reality» in die Kirche. Aber die MG spielte nicht nur so jugendliche Literatur. So wurde auch der bereits etwas gesetztere Amerikaner Frank Wildhorn berücksichtigt. Sein «Someone Like You» ist durch Adele bekannt geworden. Weitere 14 Jahre älter ist gar George Ivan Morrison, den man in der Musikwelt als Van Morrison kennt. Von ihm spielten die Subinger «Have I Told You Lately».

Wiederum mit Solistin

Dass eher Literatur mit einem gesanglichen Hintergrund das Programm bestimmte, könnte damit zusammenhängen, dass die Subinger in ihren Reihen die Saxofonistin Claudia Flury haben. Die getraut sich nämlich auch solistisch zu singen. Ihr vertraute man innerhalb des Programms zwei gesangliche Auftritte an.

Während «Wo ich auch stehe» eher einen christlich religiösen Hintergrund hat, ist «I wünsche dir» bestens durch Peter Reber selber bekannt. Die Sängerin bewegte sich also stimmlich in zwei verschiedenen Stilrichtungen. Richtig entfalten konnte sie sich jedoch mit der Zugabe. Dort interpretierte sie Franz Schuberts «Ave Maria» auf erstaunlichem Niveau.

Sie blieb jedoch nicht der einzige Trumpf der Subinger. Diese konnten auch auf die Alphorngruppe Schloss-
ruef Oensingen zählen. Unter der Leitung von Hans Rindisbacher füllten die zehn Bläser die Kirche mit drei Titeln und den entsprechenden warmen Holzklängen. Besonders gefallen hat dabei «Uf em Schildbänkli», eine Komposition von Peter Baumann. Schliesslich spielte die Alphorngruppe gemeinsam mit der Musikgesellschaft «Amazing Grace». Mit dem traditionellerweise gemeinsam gespielten und von allen miteinander gesungenen «Stille Nacht» klang das Konzert aus.