Lommiswil

Mit Herzblut wurde für die Gänselochquelle gekämpft

Das Reservoir am Forstweg in Lommiswil wurde 1933 mit dem Aufbau einer öffentlichen Wasserversorgung gebaut. Ab 1952 floss Wasser von der Gänselochquelle ins Reservoir.

Das Reservoir am Forstweg in Lommiswil wurde 1933 mit dem Aufbau einer öffentlichen Wasserversorgung gebaut. Ab 1952 floss Wasser von der Gänselochquelle ins Reservoir.

Die Budgetgemeinde Lommiswil bewilligte einen Kredit von 100'000 Franken für weitere Abklärungen der Gänselochquelle.

Der angekündigte Apéro wurde für die Besucher der Gemeindeversammlung in der Dorfhalle zum Mitternachtstrunk. Dass die Traktanden zu Diskussionen veranlassen, zeigte sich bereits bei der grossen Anzahl der Besuchenden. Das Thema «Gänselochquelle» rief denn auch bei vielen der 81 Stimmberechtigten grosse Emotionen hervor. Laut Gemeinderätin Daniela Tillessen muss nämlich die Wasserversorgung neu definiert werden, weil ab ungefähr Mitte 2020 die Sanierung des Weissensteintunnels ansteht.

Um die Gänselochquelle weiter zu nutzen, wären eine neue Trinkwasserleitung im Tunnel, eine neue Filteranlage sowie die Ausscheiden neuer Schutzzonen mit teuren Abklärungen in Gänsbrunnen nötig. Die Untersuchungen der Hydrogeologen mit Unterstützung von Fachexperten ergaben, dass zusätzliche Tunnelquellen nicht nutzbar sind und das Trinkwasser der Gänselochquelle mit hohen bakteriologischen Werten immer aufbereitet werden muss. Gut machbar und kostengünstiger hingegen wäre der Bezug des Trinkwassers von den Nachbargemeinden Bellach, Oberdorf und Langendorf.

«Die Quelle braucht es nicht»

Trotz dieser Untersuchungsergebnisse beantragte der Gemeinderat einen Kredit von 100 000 Franken für die Weiterführung der Abklärungen. Rainer Hug, Abteilung Wasser vom Amt für Umwelt, machte klar: «Wir wissen heute genug über Wasserqualität und die Unsicherheit der Schutzzonen, die Gänselochquelle braucht es nicht.» Der Bezug von den Nachbargemeinden, die mehr als genug Wasser hätten, biete geringe wirtschaftliche Risiken. Mehrere Anwesende äusserten sich ebenfalls gegen den Kredit.

Mit Herzblut setzte sich aber eine Vielzahl der Anwesenden für den Erhalt der eigenen Gänselochquelle ein. Voten wie «der Kanton will uns Angst machen», «seit 70 Jahren liefert uns die Quelle genügend Wasser, auch bei Trockenheit», «wenn wir verzichten, sind wir Bittsteller», «es braucht verifizierte Zahlen für die Quelle oder den Bezug», «ich habe 30 Jahre Wasser getrunken und bin heute noch da». Nach gut anderthalb Stunden Diskussion fiel der Entscheid mit 49 Ja- und 27 Nein-Stimmen zugunsten des Kredits von 100 000 Franken.

Gegenantrag gutgeheissen

Viel zu diskutieren gab auch der Antrag auf ein Mandat zur Unterstützung der Finanzverwaltung für wiederkehrende 30 000 Franken. Laut Gemeindepräsident Norbert Häberle hatte der Gemeinderat Ende 2017 beschlossen, den schon seit einiger Zeit eingesetzten Treuhänder Thomas Beer für das ganze Jahr 2018 nochmals zu engagieren. Zumal die Rechnungsprüfungskommission, vertreten durch Aktuar Christian Flury, schon mehrmals Bedenken wegen der Rechnungsführung angebracht hatte. Der Gemeinderat beantragte nun, ein weiterführendes Mandat mit einem Pensum von maximal 260 Stunden auszuschreiben, um die Buchführung sicherzustellen. Adolf von Burg stellte den Gegenantrag, das Mandat von Thomas Beer bis 30. Juni 2019 zu verlängern, die Pendenzen aufzuarbeiten und ab Juli eine konkrete Lösung bereitzuhalten. Dieser Gegenantrag wurde mit 62 Ja- zu 8 Nein-Stimmen gutgeheissen.

Steuersenkung abgelehnt

Das Budget 2019 weist bei einem Ertrag von 6,417 Mio. Franken einen Aufwandüberschuss von 166 350 Franken auf. Gemeinderat Dominik Ingold stellte den Antrag auf Steuersenkung von 127 auf 122 Steuerpunkte. Er zeigte sich überzeugt, dass zu vorsichtig budgetiert wird. Allein von 2010 bis 2017 hätten die Rechnungen mit 3.3 Mio. Franken besser abgeschlossen. Sein Antrag wurde mit 46 Nein- zu 26 Ja-Stimmen abgelehnt. Der Steuerfuss für juristische Personen bleibt bei 97 Prozent. Die Investitionsrechnung sieht Nettoinvestitionen von 946 200 Franken vor. Das Budget wurde grossmehrheitlich gutgeheissen.

Im Weiteren bewilligte die Versammlung den Kredit für den Ersatz der Holzschnitzelheizung «Dorfhalle» inklusive Rauchgasfilter und Speicher von 220 000 Franken. Für die generelle Wasserversorgungsplanung wurden 55 000 Franken und für die Ortsplanungsrevision ein Rahmenkredit von 150 000 Franken gesprochen. Die Stimmberechtigten genehmigten einstimmig das von Susanne Asperger präsentierte Räumliche Leitbild mit Erläuterungsbericht und Siedlungsplan.

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