Trotz eines Überschusses von 79'000 Franken im Budget 2018 und eines ausserordentlichen Jahresgewinns in der Rechnung 2016 in Höhe von 736'000 Franken (Verkauf Schulhaus Steinhof) stimmte die 48-köpfige Versammlung Gemeindepräsident Stefan Berger zu. Er warb nämlich für die Beibehaltung des Steuerfusses von 115 Prozent, mit dem die auf rund 13 Mio. Franken lautende Haushaltsplanung gerechnet ist. «Denn damit sind wir bisher gut gefahren», betonte Berger und wies auf eine mögliche Verringerung des Finanz- und Lastenausgleichs hin, der die «Fusions-Besitzständerin» Aeschi jetzt noch mit 315'300 Franken unterstützt.

Zudem lag ihm am Herzen, den Investitionsumfang in Höhe von rund 900'000 Franken finanziell zu ermöglichen und durch die Versammlung bewilligen zu lassen.

Lebhafte Diskussion

Zu allen Vorhaben erläuterte der Gemeindepräsident die Einzelheiten. Dies betraf die Sanierung der Mehrzweckhalle, für deren Erneuerung – nicht ausgeschlossen ist aber auch ein Neubau – Planungskosten in Höhe von 120'000 Franken im Budget enthalten sind. Eine mögliche Sanierung dränge sich auf, weil das Flachdach gelegentlich rinnt, das Raumkonzept des Kindergartens angepasst werden muss und etliche Einrichtungen nicht mehr aktuellen Auflagen entsprechen. Die Umsetzung dieser laut Berger «Zukunftsplanung» ist schrittweise für einen Zeitraum bis zu 30 Jahren gedacht. Beteiligt wird eine Projektgruppe, die Vertretungen von Vereinen und Schule umfasst. Mit drei Enthaltungen billigte die Versammlung schliesslich den Antrag.

Mehr Kredit, mit einer Enthaltung genehmigt, benötigt der Glasfaser-Netzumbau im Ortsteil Aeschi. Beschlossen waren bereits 800'000 Franken. Doch Mehraufwand im Umfang von 200'000 Franken entsteht durch die aufwendigen Grabarbeiten bei den Hausanschlüssen und bei Hausinstallationen. Die bestehenden Rohrleitungen waren zum Teil in einem schlechten Zustand, und die neuen Glasfaserkabel konnten nur mit viel Aufwand zu den Häusern geführt werden. Die Kosten für die Hausinstallation bis zur ersten Steckdose trägt zu zwei Dritteln die Einwohnergemeinde und zu einem Drittel die Gemeinschaftsantenne Region Herzogenbuchsee. Offenbar, so monierte ein Einwohner, entstehen bei ihm immer wieder Signalausfälle beim neuen Anschluss. «So habe ich leider einen wichtigen Match verpasst,» klagte er unter Schmunzeln im Plenum.

Weitere 300'000 Franken will die Gemeinde für die Fertigstellung des Glasfasernetzes in den anderen beiden Ortsteilen ausgeben. Etwas in Wallung gerieten Teilnehmende über die 120'000 Franken teure Erschliessung Grossacker, wo laut Berger Anwohner-Interessengruppen unterschiedliche Ansichten vertreten, obwohl ein rechtskräftiger Erschliessungsplan vorliegt. Mit vier Gegenstimmen und drei Enthaltungen genehmigte die Versammlung schliesslich die Mittel zur Realisierung. Keinerlei Opposition entstand ob der 75'000 Franken kostenden Sanierung der Pumpanlage für Abwasser, deren Kapazität bei grösseren Niederschlagsmengen und aufgrund zunehmender Wohneinheiten nicht mehr ausreicht.

Viele Gemeindeaufgaben

Mit der Erklärung einzelner Funktionsbereiche in der einstimmig gut geheissenen Erfolgsrechnung verknüpfte Berger Mitteilungen zu Personalplanungen. Durch den kürzlich gesundheitsbedingten Ausfall von Gemeindeverwalter Walter Sommer wurde dem Gemeinderat dessen dringende Entlastung mittels Stellvertretung bewusst. «So könnte auch mittelfristig eine Nachfolgelösung für den in der Gemeinde seit 36 Jahren tätigen Verwalter vorbereitet werden», ergänzte der Gemeindepräsident. Aus dem nebenamtlichen Bausekretariat kann jetzt dank Zusammenarbeit mit dem Nachbarn Etziken eine hauptamtliche Stelle mit einem 40-prozentigen Pensum geschaffen werden.