Gemeinderat
Mit Autobahnanschluss droht Subingen mehr Verkehr

Der Gemeinderat nimmt Stellung zum Agglomerationsprogrammdes Kantons und diskutiert ein Beitragsbegehren des Fussballclubs.

Marlene Sedlacek
Merken
Drucken
Teilen
Ein Autobahnanschluss würde mehr Verkehr bedeuten. (Symbolbild)

Ein Autobahnanschluss würde mehr Verkehr bedeuten. (Symbolbild)

KEYSTONE

Der Gemeinderat hat nichts gegen die Stossrichtung des Agglomerationsprogramms Solothurn einzuwenden. Dieses hat zum Ziel, mit einer sinnvollen Siedlungs- und Verkehrsentwicklung die Attraktivität der ganzen Region zu steigern. Doch mit dem geplanten Autobahnanschluss Derendingen können sich die Räte nicht anfreunden.

«Wo ein Autobahnanschluss ist, gibt es Verkehr», gab Michael Kummli zu bedenken. Gemeindepräsident Hans Ruedi Ingold sieht diese Massnahme als reine Entlastung für den Kreuzplatz in Derendingen an. Das Verkehrsproblem würde damit einfach nach Subingen verlagert, befürchtet er. In seiner Stellungnahme gegenüber dem Amt für Raumplanung wird der Gemeinderat darauf hinweisen, dass eine solche Massnahme nur im Kontext einer gesamtheitlichen Betrachtung für das äussere Wasseramt Sinn mache.

Kummli monierte auch das beabsichtigte S-Bahn-Angebot. «Die Linie würde nur von Solothurn nach Subingen führen», erklärte er. In Subingen gäbe es ein «Park and Ride», was wiederum zu mehr Verkehr führen würde. Der Gemeinderat erklärt sich nicht bereit, sich an der Finanzierung dieser S-Bahn und allfälligen Ausbauten des Bahnhofs zu beteiligen.

Der Platz ist zu eng

24 Mannschaften mit 348 aktiven Fussballern und Fussballerinnen trainieren regelmässig beim FC Subingen. Damit stösst die Kapazität der Kabinen- und Duschanlagen an ihre Grenzen. «Wenn mehrere Mannschaften gleichzeitig trainieren, ist Chaos», beklagte sich Matthias Misteli vom FC. Verstopfte Gänge und überfüllte Kabinen seien vorprogrammiert.

Er präsentierte dem Gemeinderat ein Projekt, mit welchem der Verein das Problem zweckmässig lösen möchte. Zwei moderne Containeranlagen böten Platz für je zehn bis zwölf Duschen und eine ganze Mannschaft. Gedanken hat sich der FC auch über die Finanzierung gemacht. Denn das Projekt ist mit Gesamtkosten von 110'000 Franken nicht billig. «Crowd Funding, Sponsoring, zinslose Darlehen von Privaten und selbstverständlich Eigenleistungen des FC», zählte Misteli als mögliche Geldquellen auf. Wünschenswert wäre auch ein Beitrag der Gemeinde.

Der Gemeinderat steht dem Projekt des Klubs grundsätzlich positiv gegenüber. «Wir dürfen nicht Leute vom Sport abhalten», betonte Ingold. Er begrüsst es, dass der FC über 18 Juniorenmannschaften verfügt und vielen Jugendlichen damit eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung ermöglicht.

Eine Begrenzung der Mitgliederzahl ist für ihn deshalb keine Option. Der Gemeinderat wird den Antrag im stillen Kämmerchen diskutieren. In die Entscheidungsfindung mit einfliessen werden sicher auch die Ansprüche anderer Vereine, die am liebsten eine neue Halle hätten.

Ein altes Versprechen einlösen

Der Gemeinderat hat noch eine alte Schuld zu begleichen. Als damals die Anwohner gegen den Bau des Logistikzentrums in Derendingen Einsprache erhoben hatten, machte ihnen die Leitung des Zentrums einige Zugeständnisse, unter anderem die Regulierung der Lastwagenfahrzeiten. Infolgedessen zogen die Bewohner ihre Einsprachen zurück.

Auch Subingen hatte ein Versprechen gemacht, nämlich sich beim Kanton für eine Verlangsamung des Verkehrs auf der Kantonsstrasse einzusetzen. «Wir müssen dieses Versprechen endlich einlösen», forderte Ingold. Der Gemeinderat wird für 6'000 Franken eine Analyse in Auftrag geben, die aufzeigen soll, welche Massnahmen sinnvoll wären.