Am 4. Dezember 1915 kam Gertrud Maeder als drittes von fünf Kindern von Marie und Ernst Maeder-Häni auf dem Engelberg ob Dulliken zur Welt. Nach dem Umzug nach Mülchi auf den Landwirtschaftsbetrieb der Mutter erlebte Gertrud nach dem Ersten Weltkrieg eine unbeschwerte Kindheit, bis die Krisenjahre vor dem Zweiten Weltkrieg begannen.

Obwohl sie eine gute Schülerin war, konnte sie keinen Beruf erlernen. Bald schon ersetzte sie die kranke Mutter und half auf dem Hof tüchtig mit. Später wurden auch noch alle männlichen Kräfte an die Front berufen und im Rahmen der sogenannten Anbauschlacht muste zusätzlicher Ertrag generiert werden.

Umzug in den Bucheggberg

1950 heiratete Gertrud Maeder Hans Wyss und kam in den Bucheggberg, auf den Hof an der Bibernstrasse. Gertrud Wyss war fortan mit Herz und Seele Mutter und Bäuerin. Sie zog drei Kinder gross und hielt ihrem Mann, der in der Gemeindepolitik stark engagiert war, den Rücken frei.

Nach der Übergabe des Betriebes an den älteren Sohn zogen sich die Eheleute ins Stöckli an der Goldgasse zurück und halfen mit, wenn Hilfe nötig war. Sieben Grosskindern waren sie zudem hingebungsvolle Grosseltern. 1996 starb Hans Wyss, was für Gertrud einen grossen Einschnitt bedeutete. Bis zuletzt hatte sie ihn zu Hause gepflegt.

Noch bis vor zwei Jahren hielt Gertrud Wyss zwei Gemüse-, Beeren- und Blumengärten in Schuss. Und dies, obwohl sie schon seit längerem wegen einer Makuladegeneration nicht mehr allzu viel sehen kann.

Bis heute lebt Gertrud Wyss selbstständig im Stöckli und meistert den Alltag grösstenteils alleine. Jeden Tag geht sie spazieren, inzwischen nimmt sie einen Rollator mit. Leider kann sie ihre kürzlich verstorbene Nachbarin und Freundin dabei nicht mehr begleiten. Die Angehörigen freuen sich, dass Gertrud Wyss trotz gesundheitlicher Einschränkungen und einsamen Momenten den Lebensmut bis zum 100. Geburtstag nicht verloren hat. (rm/mgt)