Gemeindeversammlung
Messner sind gegenwärtig «wahre Glückskinder»

Die guten Finanzaussichten der Gemeinde Messen lassen eine weitere Steuersenkung um 5 Prozentpunkte zu.

Gundi Klemm
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Das Wappen der Gemeinde Messen.

Das Wappen der Gemeinde Messen.

Maddalena Tomazzoli Huber

In 2 Stunden und 40 Minuten bewältigten 52 Stimmberechtigte eine Geschäftsliste mit 10 inhaltsschweren Positionen. Im Vorfeld bekannt war, dass die gute Finanzlage jetzt zulasse, den früheren Steuerfuss von 140 zum dritten Mal um 5 Prozentpunkte auf jetzt 125 zu senken.

Finanzressortchef Berhard Jöhr und Finanzverwalter Géo Voumard erläuterten die Gründe für diesen Schritt, der Messen aus der «Steuerhölle» holt:

  • seit Jahren gute Rechnungsabschlüsse, auch 2016 besser als prognostiziert,
  • ein erhöhtes Steuervolumen,
  • die als Pioniergemeinde frühzeitige Umstellung aufs Rechnungssystem HRM2, das dank verlängerter Abschreibung beispielsweise für die kürzlich getätigten Investitionen in Höhe von 10 Mio. zu jährlicher Entlastung um 300'000 Franken beiträgt,
  • das Eigenkapital von fast 3 Mio. Franken und
  • die bis ins Jahr 2018 verlängerte Fusions-Besitzstandsgarantie mit jährlich nochmals zugewendeten 200'000 Franken, welche Zahlungen aus dem kantonalen Finanzausgleich in Höhe von 929'200 Franken vermehren.

«Es haben sich viele positive Effekte kumuliert, dass wir gegenwärtig wahre Glückskinder sind», unterstrich Jöhr die ausserordentlich erfreuliche Lage.

Kurz zusammengefasst liegt der budgetierte Gesamtaufwand bei 7.5 Mio., der Ertrag bei 7,6 Mio., was zu einem Rechnungsplus von 68'600 Franken führt. Investiert wird netto für 786'600 Franken, was als einzigen Wermutstropfen den Selbstfinanzierungsgrad auf 49 Prozent senkt.

Einverstanden zeigte sich die Versammlung mit dem Umbau des alten Feuerwehrhauses in ein Werkmagazin für 105'000 Franken und mit der Wasserleitungssanierung Eichholzstrasse in Kostenschätzung von 270'000 Franken.

Grosse Fleissarbeit

«Sechs Jahre nach der Fusion sind wir hier im Dorf mit unseren Ortsteilen Balm, Brunnenthal, Oberramsern ohne Veränderung der Struktur in Behörden und Verwaltung sicher zusammengewachsen», betonte Gemeindepräsidentin Marianne Meister.

Nun aber gelte es, auf neue Gegebenheiten zu reagieren. Deshalb hatte sich der Gemeinderat mithilfe externer Beratung zum Ziel gesetzt, unter Beibehaltung des Miliz- und Kommissionssystems eine schlanke, vernetzte Organisation zu schaffen.

Statt 7 Gemeinderatsmitgliedern, 7 Ressorts und 11 Kommissionen mit der «Power» von 69 Mitarbeitenden wandelt sich die bisherige Organisationsstruktur in einen Gemeinderat mit 5 Mitgliedern und 6 Kommissionen, unter deren Dach sich mehrere Aufgabenbereiche befinden. Zum wichtigen Dreh- und Angelpunkt wird die neue professionelle, 50 bis 60-prozentige Stelle in der Bauverwaltung. «Die politische Verantwortung bleibt in Rat und Kommissionen, aber operative Aufgaben sollen hauptamtliche Angestellte in der Verwaltung übernehmen», fasste Jöhr Eckpunkte zusammen.

Mit Kosten von rund 80'000 Franken ist bei dieser geplanten Aufgabenverlagerung zu rechnen, die über ein «gestaffeltes Inkraftsetzen» und eine verlängerte Legislatur bis 1.1. 2018 für beteiligte Kommissionen erfolgt. Genau definiert wurde auf Nachfrage der Zuständigkeitsbereich der neuen Fachperson Bau, die als «Allrounder» im neuen Jahr gesucht werden soll.

Die Gemeindeversammlung hat:

- Bruno Graber, den langjährigen Kommandanten der Regionalfeuerwehr Limpachtal, mit präsidialer Laudatio und herzlichem Beifall verabschiedet

- als neuen Kommandanten Daniel Arni (Oberramsern) zum Hauptmann befördert, und Pascal Pretot (Messen) als Vizekommandaten im Rang eines Oberleutnant als neues Leitungsduo begrüsst

- gehört, dass die SBB-Tageskarte nun 42 Franken kostet

- der Gruppe Bonaventura für den bildschönen, 17 m hohen Weihnachtsbaum auf dem Dorfplatz gedankt

- die ausserordentlich grosse Arbeit aller Beteiligten an dieser umsichtig vorbereiteten Gemeindeversammlung gewürdigt. (gku)

Mit 2 Enthaltungen segnete die Versammlung den spannenden Prozess der gesamten Neuorganisation ab. Als Konsequenz dieser Neuausrichtung folgte die Ueberarbeitung der Gemeindeordnung, die das Plenum als weitere Fleissarbeit einstimmig gut hiess. «Da ich – wie Ihr alle wisst – ja zurücktrete, kann ich im Rahmen der Dienst- und Gehaltsordnung eine Anhebung der Entschädigungen beantragen», sagte Marianne Meister.

Bernhard Jöhr umriss die wesentlichen Neuerungen in Jahresarbeitszeitkonto, Kostenübernahmen bei Weiterbildungen, Beförderungen, Treuprämie, Versicherungen und Lohnfortzahlung, die jetzt eindeutig geregelt sind. Die Entschädigungsansätze für Sitzungen, Arbeit und gemietete Maschinen wurden sehr genau unter die Lupe genommen. Die von Jürg Haas/Flurkommission eingebrachte Liste mit Pauschaltarifen erkannte die Versammlung als bessere Grundlage für faire Preise. Das revidierte Gesamtwerk wurde einstimmig angenommen.

Bauabrechnnungen

Mit dem 1.99 Mio. kostenden neuen Feuerwehrmagazin hat sich Messen ein praktisches und ästhetisch ansprechendes Bauwerk errichtet. Mit Zahlungen der Gebäudeversicherung und dem Anteil aus Unterramsern betrugen laut Gemeinderat Peter Gerber die effektiven Kosten 1.33 Mio. Franken. Ratsmitglied Andreas Schluep stellte die neue Mehrzweckhalle/Doppelturnhalle vor, deren Bau einschliesslich aller Planungskosten 5.8 Mio. Franken benötigte.

Adrian Grossenbacher machte auf den bis 2022 periodischen Unterhalt des Leitungssystems für Meteorwasser aufmerksam. Die Versammlung genehmigte dafür einstimmig die Bruttokosten von 520'000 Franken, die vom Kanton in Höhe von 53 Prozent subventioniert werden.

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