Sebastian Graber
«Unsere Lehrlinge bekommen viel Verantwortung»

Sebastian Graber aus dem «Löwen» Messen musste seine Angestellten und die Lehrlinge nach Hause schicken.

Rahel Meier
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Seit jeher bilden Grabers im «Löwen» in Messen Lehrlinge aus. Zurzeit haben sie sechs Auszubildende im Haus. Oder besser gesagt: Hätten. Manuela und Sebastian Graber haben die Notbremse gezogen: Der «Löwen» ist zu: Kein Take-away mehr. Ab 1. Mai wird die Terrasse am Freitag, Samstag und Sonntag mittags geöffnet. Allerdings nur bei Voranmeldung.

«Im letzten Sommer, nach dem ersten Lockdown, konnten wir uns kaum retten vor Arbeit», erinnert sich Sebastian Graber. Die Lernenden mussten im Tagesgeschäft mithelfen, viel Zeit für Spezialsequenzen für die Ausbildung blieb nicht. Dann kam der zweite Lockdown im Dezember und im «Löwen» wurde auf Take-away umgestellt. Auch das lief zu Beginn gut. Vor allem die Silvesterbox fand regen Zuspruch. Für den Valentinstag liess sich das «Löwen»-Team etwas Spezielles einfallen: Box Nr 2 – Gourmetmenü für zwei, gefüllt mit allerlei Leckereien, inklusive Champagner und Wein. 120 solcher Boxen wurden verkauft. Das heisst auch einkaufen, vorkochen und abpacken. Im März war es dann Box Nr. 3 mit «Alpensushi». «Wir wollten damit ein etwas jüngeres Publikum ansprechen.» Wer die Sushi bestellte, bekam gleichzeitig auch noch einen Onlinekochkurs vermittelt, denn die Sushi mussten zuhause fertig zubereitet werden.

Sebastian Graber: «Lehrlinge haben viel Verantwortung im Tagesbetrieb.»

Sebastian Graber: «Lehrlinge haben viel Verantwortung im Tagesbetrieb.»

Michel Lüthi

Nachdem klar ist, dass die Restaurants weiterhin zu bleiben, ist man im Löwen dabei, den Muttertag vorzubereiten. «Auch hier wollen wir wieder eine spezielle Box – bereits Nr. 5 anbieten.» Im Bucheggberg stehen im Mai auch noch Konfirmationen an und im «Löwen» wurde bereits reserviert. «Wir haben unsere Gäste in der Zwischenzeit angerufen und sie auf die Box aufmerksam gemacht. Wir bieten zudem an, dass wir jemanden schicken, der hilft, das Menü fertig zu kochen und aufzutragen.»

Schade, dass die Abschlussfeiern fehlen

Trotz aller Unsicherheiten sieht Sebastian Graber, was seine Lehrlinge angeht, optimistisch in die Zukunft.

«Wir haben gute junge Leute, die schon sehr bald nach Antritt der Lehre Verantwortung übernehmen dürfen und müssen.»

Gerade die beiden Auszubildenden im dritten Lehrjahr, die im Sommer an die Prüfung müssen, hätten einen guten Rucksack und dürften keine Probleme haben zu bestehen.

Graber ist selbst auch Prüfungsexperte und er und seine Frau engagieren sich in diversen Gremien und Fachkommissionen zugunsten der Lehrlinge. «Es ist weder für die Experten noch für die Auszubildenden einfach», weiss er darum. «Was mir sehr leid tut ist, dass die Abschlussfeier fehlt und damit auch die Möglichkeit sich bei einem guten Abschluss auszeichnen lassen zu können. Wir haben immer wieder Lehrlinge auf den vordersten Plätzen und wissen, dass sie motiviert sind.»