Budget
Messen soll keine Steuerhölle mehr sein

Der Steuerfuss in Messen soll von 125 auf 120 Prozent sinken. Der Gemeinderat hofft, dass die Rechnung besser ausfällt als das Budget.

Gundi Klemm
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Eine Mehrheit der Gemeinderäte beschloss, eine Steuersenkung zu beantragen

Eine Mehrheit der Gemeinderäte beschloss, eine Steuersenkung zu beantragen

Rahel Meier

Es ist noch gar nicht lange her, da lag in Messen die Steueranlage auf 140 Prozentpunkten und brachte der Gemeinde den Ruf einer «Steuerhölle» ein. 2016 lag der Ansatz auf 130 und 2017 auf 125 Prozent. Aufgrund der Überschüsse der letzten Jahresrechnungen riet die Rechnungsprüfungskommission nun zu einer weiteren Senkung. Um eine gründliche Übersicht zu erhalten, hatte Finanzverwalter Géo Voumard für die Beibehaltung von 125 Prozent und zwei mögliche Senkungsschritte die Finanzpläne bis 2024 sowie eine Prognose der Erfolgsrechnung und eine jeweilige Planbilanz für den Gemeinderat erarbeitet.

Als Vorbemerkung wies er darauf hin, dass die mittelfristigen Auswirkungen einer Steuersenkung auf den kantonalen Finanzausgleich, der Messen 2017 mit 929'000 Franken und 2018 mit 1,022 Mio. Franken stärkt, noch nicht genau abgeschätzt werden können. Bei 122 Prozent würde das Eigenkapital von jetzt 3,155 Mio. bis 2022 auf 2,8 Mio. sinken, weil in der Erfolgsrechnung aus den jetzigen Ertrags- dann Aufwandüberschüsse werden, die das Eigenkapital trägt. Bei 120 Prozent verringert sich das Eigenkapital wegen dieser leichten Rechnungsdefizite bis 2022 auf 2,5 Mio. Franken. Ein Steuerprozentpunkt ergibt in Messen 30'000 Franken.

Gemeindepräsident Bernhard Jöhr regte eine offene Aussprache an, in der jedes Gemeinderatsmitglied eine erweiterte Stellungnahme abgab. In zwei Fällen überwog die Variante «Vorsicht», die lieber wenig riskieren will, um weitere finanzielle Bewegungsspielräume offen zu halten. Drei Ratsmitglieder sprachen sich in Voten klar für die Senkung auf 120 Prozent aus, weil laut Gemeindepräsident «eine Gemeinde kein Geld horten soll». Als Kollegialbehörde vertritt der Gemeinderat den Antrag Steuersenkung auf 120 Prozent an der Gemeindeversammlung aber einstimmig.

Immer noch ein Plus

Der Finanzverwalter wird alle Eckwerte aus dem Finanzplan dazu präsentieren und jetzt noch die entsprechenden Anpassungen im Budget vornehmen, das dann mit einem Ertragsüberschuss von 75 000 Franken die gute Finanzsituation spiegelt. Unverändert ist der Aufwand bei 7,44 Mio., der Ertrag bei 7,5 Mio., sofern die Steuern von 4,12 Mio. Franken auch tatsächlich eingehen. «Aber aus Erfahrung wissen wir, dass die Jahresrechnung zumeist besser ausfällt als das Budget», unterstrich Andreas Schluep den mutigen Schritt, zumal die grossen Investitionen für Mehrzweckhalle, Schulhaus und Feuerwehrmagazin in Messen abgeschlossen sind.

Viel Wässriges

Befassen wird sich die Gemeindeversammlung auch mit erneuerungsbedürftigen Wasserleitungen am Ackerweg und am Bachtelenweg im Ortsteil Messen. Bauverwalter Roland Iseli orientierte über die bestehende Prioritätenliste innerhalb des bereits 2005 geplanten generellen Entwässerungsplans. Für beide Sanierungen liegt eine Kostenschätzung von 150'000 Franken vor. Auch die Steuerung der Wasserversorgung ist laut Iseli «in die Jahre gekommen». Im Pumpenhaus arbeitet ein 15 Jahre alter Computer, und die damit verbundene Datenübermittlung zum Reservoir zeige Ausfälle.

Deshalb sei es wichtig, die gesamte Wasserversorgung und die Löschwasserauslösung unter die Lupe zu nehmen. Deshalb genehmigte der Gemeinderat einen Auftrag an die Firma triadis engineering GmbH, die ein Grundlagendokument für eine Offerte erarbeiten soll.

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