Messen
Soll das Schulhaus Balm verkauft oder saniert werden?

Der Gemeinderat Messen diskutiert, wie es mit dem Schulhaus Balm langfristig weitergehen soll.

Marlene Sedlacek
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Altes Schulhaus, Balm bei Messen.

Altes Schulhaus, Balm bei Messen.

Rahel Meier

Das Schulhaus Balm ist in einem desolaten Zustand. Der Gemeinderat Messen zog verschiedene Möglichkeiten in Betracht, wie man mit dem Gebäude verfahren könnte. Man könnte es ganz verlottern lassen und im Zuge der Ortsplanungsrevision entscheiden, was damit geschehen soll. Man könnte es abreissen und stattdessen ein Mehrfamilienhaus aufstellen. Eine Möglichkeit wäre, das 18 Aren grosse Grundstück zu veräussern. Oder wäre es am sinnvollsten, die Wohnung im alten Teil mit vernünftigem Aufwand zu sanieren und für fünf bis sechs Jahre zu vermieten?

«Vor allem der Altbau ist in die Jahre gekommen», merkte Andreas Schluep an. Die Küche müsste ersetzt und die Zimmer neu gestrichen werden. Das Bad hingegen sei noch in Ordnung, fasste er zusammen. Mit 40'000 bis 50'000 Franken könne man die Wohnung sanieren, damit sie wieder zeitgemäss daherkomme und vermietet werden könnte, schätzte er.

Auch Baukommissionspräsident Hanspeter Moser ist überzeugt davon, dass man die Wohnung mit einfachen Mitteln sanieren könnte. Und eine Vermietung dürfte kein Problem sein. Solche Altbauwohnungen seien beliebt. Es hätten sich bereits Interessenten gemeldet, wusste er. Die 6-Zimmer-Wohnung und der Umschwung wären ideal für eine Familie mit Kindern, so Moser.

Langzeitstrategie über das weitere Vorgehen ist gefragt

Andreas Schluep wollte jedoch nicht einfach einen Schnellschuss. Er forderte die Festlegung einer Strategie, wie es langfristig mit dem Schulhaus weitergehen soll. Er plädierte dafür, das Grundstück nicht aus den Händen zu geben, und schlug vor, einen Architekten zu beauftragen, ein Projekt für ein Mehrfamilienhaus auszuarbeiten, das ins Dorfbild passt. Die Gemeinde würde die Wohnungen dann vermieten.

Die anderen Gemeinderäte vertraten ebenfalls den Standpunkt, das Grundstück nicht zu veräussern. «Wir haben im Moment keinen dringenden Bedarf, die Finanzen aufzustocken», betonte Adrian Schluep. Kosten für eine Planung würde er vorderhand nicht aufwerfen. Sandra Nussbaumer war es wichtig, dass die Spielgruppe, die im Schulhaus einquartiert ist, vorläufig noch eine Bleibe hat.

Gemeindepräsident Bernhard Jöhr zitierte aus einem Dokument, das kurz nach der Gemeindefusion erstellt worden war. Das Schulhaus solle vorderhand im Besitz der Gemeinde bleiben und eine Werterhaltungsstrategie sei zu verfolgen, heisst es dort. Jöhr möchte einen Entscheid im Rahmen der Ortsplanungsrevision fällen, die jedoch noch ein paar Jahre Zeit in Anspruch nehmen wird.

Aus der Diskussion kristallisierte sich der Grundtenor heraus, die Liegenschaft nicht aus der Hand zu geben, eine vernünftige Sanierung der Wohnung vorzunehmen und diese für die nächsten paar Jahre zu einem marktgerechten Zins zu vermieten. So könne man in Ruhe überlegen, was man langfristig mit der Liegenschaft machen könnte, unabhängig von der Ortsplanungsrevision.

Der Gemeinderat vertagte schliesslich den endgültigen Entscheid für oder gegen eine Sanierung auf Mitte Oktober.

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