Messen
Einmaleffekte sorgen für schwarze Zahlen

Die Gemeinde Messen verzeichnet in seiner Jahresrechnung 2020 einen Ertragsüberschuss von fast einer halben Million.

Gundi Klemm
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Die Gemeinde Messen kann für letztes Jahr eine positive Rechnung verbuchen.

Die Gemeinde Messen kann für letztes Jahr eine positive Rechnung verbuchen.

Oliver Menge

Mögliche Folgen von Covid haben sich, wie in anderen Kommunen auch, in der Jahresrechnung Messen noch nicht ausgewirkt. Die Erfolgsrechnung in Höhe von 7,7 Mio. Franken und einem Überschuss von 496'000 Franken sprechen dafür.

«Aber nicht alles ist nachhaltig. Deshalb wollen wir nicht übermütig werden»,

warnte Finanzressortleiter Adrian Schluep. Neben sparsamer Haushaltsführung hätten Einmalfaktoren zum guten Ergebnis beigetragen.

Finanzverwalter Géo Voumard vermittelte dem Gemeinderat einen detaillierten Einblick ins Zahlenwerk der Jahresrechnung. In seinem Vergleich zwischen Budget und Jahresrechnung, in dem er Mehraufwände und Einsparungen begründete, erwähnte er Besserstellungen beispielsweise in der Verwaltung um 75'500 Franken in den Allgemeinen Diensten, in der Bauverwaltung und in öffentlicher Ordnung, wo die Feuerwehr wegen Corona ihre Weiterbildungskurse nicht besuchen konnte. Bei Nettokosten von 2,1 Mio. Franken gab es in der Bildung eine Unterschreitung von fast 180'000 Franken. Weniger ausgegeben wurde auch in den Schulliegenschaften. Bei einem Aufwand von 1,2 Mio. Franken in der Sozialen Sicherheit waren wiederum höhere Ausgaben nötig wie ebenso im Verkehr. Da der Verkauf der Tageskarten nicht rentiert, müsse man sich zur Abschaffung dieser Dienstleistung Gedanken machen, regte Voumard an.

Abschied nach 32 Amtsjahren

Wenn Finanzverwalter Géo Voumard an der kommenden Gemeindeversammlung am 17. Juni die Gemeinderechnung 2020 erläutert, tut er dies nach 32 Amtsjahren für die Gemeinde Messen zum letzten Mal. Diese Arbeit erfolgte im Mandat mit seiner Finanzberatungsfirma. Vorher war Voumard seit 1984 bereits Finanzverwalter im jetzigen Messener Ortsteil Balm. Er veranlasste, dass sich die Gemeinde als Pilotkommune bei der Einführung des neuen Rechnungsmodells HRM2 zur Verfügung stellte. Seine stets in ruhiger Weise vorgetragenen Erfahrungen ermöglichten es Messen, die Fusion für alle vier Ortsteile gewinnbringend anzuwenden. Zudem erlaubten es seine Kenntnisse, die grossen Investitionen der Jahre 2013 bis 2020 wie die Neubauten Mehrzweckhalle und Feuerwehrmagazin sogar mit einer Steuersenkung zu verkraften.

Im Rahmen bleiben die gut kapitalisierten Spezialfinanzierungen, auch wenn eine neue Quellfassung als Folge der Chlorothalonil-Werte im Wasser zusätzliche Ausgaben verursachte. Besser als budgetiert schliesst die Volkswirtschaft ab, wo auf das Spülen der Drainagen in der Landwirtschaft verzichtet werden konnte.

Schöner Ertrag bei den Kapitalgewinnsteuern

Interessant wird der Blick in Finanzen und Steuern (Steuerfuss 118 Prozent für beide) mit einem Gesamtertrag von netto 4,7 Mio. Franken. Hier wird ein wesentlicher positiver und nicht budgetierbarer Einmaleffekt mit verbuchten Kapitalgewinnsteuern in Höhe von rund 300'000 Franken und die Auflösung der Neubewertungsreserve des Finanzvermögens mit 224'000 Franken sichtbar. Der Kantonale Finanz- und Lastenausgleich unterstützt die Fusionsgemeinde Messen noch mit 587'000 Franken.
Investiert wurde 2020 für 307'200 Franken, wobei die Anschaffung des Tanklöschfahrzeugs mit einem Teilbetrag von 61667 Franken, die Ortsplanungsrevision mit 40'000 Franken und die Sanierung der Wasserversorgungssteuerung sowie die Abwasserbeseitigung im Ortsteil Messen mit rund 80'000 Franken zu Buche schlagen. Der Überschuss der Erfolgsrechnung 2020 in Höhe von einer halben Million wird dem Eigenkapital (neu 4,6 Mio. Franken) gutgeschrieben. Jede Einwohnerin, jeder Einwohner darf sich über ein Pro-Kopf-Vermögen von 2106 Franken freuen. Der Selbstfinanzierungsgrad der Gemeinde beträgt 323 Prozent, und der wichtige Kapitaldeckungsgrad liegt bei 73 Prozent. Fremdkapital nutzt die Gemeinde im Umfang von 6,1 Mio. Franken. Der Gemeinderat genehmigte in seiner Kompetenz Nachtragskredite über rund 1 Mio. Franken. Gemeindepräsident Bernhard Jöhr dankte dem Finanzverwalter für seinen Einsatz für die Gemeinde (siehe Kasten). Mit Nathalie Lüchinger ist schon eine Nachfolgerin gewählt.

Neue Vorsorgepläne sind nur 1500 Franken teurer

Die Angestellten von Messen sind für ihre Altersbezüge in der Pensionskasse des Kantons versichert. Nach Kenntnisnahme der Revision des Pensionskassengesetzes entschied sich der Gemeinderat für die Beibehaltung des Vorsorgeplans entsprechend den Staatsangestellten. «Für uns bedeutet dies keine wesentliche Änderung, denn in der Form bleibt es attraktiv», so Schluep. Die Änderung der Vorsorgepläne kostet die Gemeinde insgesamt 1500 Franken mehr.