Messen
Das Grüngut soll weiterhin im Dorf kompostiert werden

Die Spezialfinanzierung Abfallbeseitigung schreibt rote Zahlen. Deshalb hat die Umweltkommission sich mit der Entsorgung in Messen beschäftigt. Das Fazit: eine Systemänderung, vor allem für das Grüngut, bringt zu wenig.

Rahel Meier
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In Messen wird das Grüngut als Feldrandkompostierung (ähnlich wie hier in Gossau) vor Ort verwertet.

In Messen wird das Grüngut als Feldrandkompostierung (ähnlich wie hier in Gossau) vor Ort verwertet.

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Das Eigenkapital der Spezialfinanzierung Abfallbeseitigung nimmt seit einiger Zeit jährlich um rund 5000 Franken ab. Zurzeit beläuft es sich noch auf 21'000 Franken. «Wir wollten deshalb wissen, was wir tun können, um diese Entwicklung zu stoppen», erklärt Gemeindepräsident Bernhard Jöhr auf Anfrage.

Die Umweltkommission (UK) hat sich darum intensiv mit der Abfallbeseitigung und dabei vor allem auch mit dem Grüngut beschäftigt. Denn die Zahlen zeigen, dass die Menge an Hauskehricht (2019: rund 350 Tonnen) in den letzten Jahren leicht abgenommen hat, während die Menge des Grüngutes (2019: 325 Tonnen) zunimmt. In der Zwischenzeit sind die Ausgaben für die Beseitigung des Hauskehrichts (36'000 Franken) fast gleich hoch wie für das Grüngut (34'600 Franken).

UK-Mitglied Urs Scheidegger präsentierte diese und weitere Zahlen und die daraus resultierenden Überlegungen der UK in der letzten Gemeinderatssitzung.

Grundgebühr deckt alle Angebote ab

In Messen wird eine Kehrichtgrundgebühr von 140 Franken pro Haushalt oder Betrieb erhoben. Damit werden Kehrichtabfuhr, Spezialsammlungen wie Papier und Karton, und die Sammelstellen für Glas, Weissblech und weiteres finanziert. Zwei Mal pro Jahr wird eine Häckselaktion durchgeführt und das Grüngut kann praktisch jeden zweiten Samstag bei einer Sammelstelle abgegeben werden.

Die Gemeinde Messen hat einen Vertrag mit Jakob Spielmann, der das Grüngut auf einem befestigten Platz lagert, aufbereitet und es dann in Form einer Feldrandkompostierung verwertet. Spielmann habe sich weitergebildet, Kurse besucht, er habe in die Feldrandkompostierung investiert und kümmere sich um alle erforderlichen Bewilligungen, erklärte Scheidegger. Er werde von der Gemeinde mit 120 Franken pro Tonne Grüngut entschädigt.

Dieses System sei kostengünstig, so Scheidegger. Die UK hat Zahlen aus anderen Gemeinden zusammengetragen. In Biezwil koste das Grüngut rund 180 Franken pro Tonne, in Lüsslingen-Nennigkofen oder Lüterswil seien es 216 Franken. «In diesen Gemeinden wird das Grüngut ebenfalls an einem zentralen Platz gesammelt.» In Buchegg koste die Grünabfuhr 253 Franken, das Grüngut werde aber in jeder Haushaltung abgeholt. Eine Offerte für die Hausabholung in Messen würde die Gemeinde doppelt so viel kosten wie bisher, nämlich 240 Franken pro Tonne.

In Biezwil und Messen werde das Verwerten des Grüngutes nicht separat verrechnet, sondern mit der Kehrichtgebühr bezahlt. In den anderen Gemeinden wird das Entsorgen mit einem Grüngutpass finanziert, der normalerweise jeweils für ein Jahr gilt.

Auch mit Grüngutpass selten kostendeckend

Diese Grüngutpässe seien aber in aller Regel nicht kostendecken und so würden die Gemeinden die Differenz aus den Einnahmen durch die Grundgebühr bezahlen. Mit einem Grüngutpass werde das Verursacherprinzip gelebt. Es sei aber auch aufwendig, die Pässe müssten hergestellt und verkauft werden. Zudem müsse man periodisch kontrollieren.

Die UK kam deshalb zum Schluss, dass das heutige System in Messen beibehalten werden soll. Es sei einfach und kostengünstig. Zudem würden fast alle Haushalte in der Gemeinde Grüngut produzieren. Dadurch dass die Nutzer das Grüngut selbst zu einem Sammelplatz bringen, würden sie sich auch an den Kosten beteiligen.

Grundgebühr muss wohl angehoben werden

Einen Grüngutpass einzuführen wäre mit der heutigen Organisation schwierig, so die UK. Und das Umstellen auf Hausabholung würde beinahe doppelt so viel kosten. Die UK findet zudem, dass die Feldrandkompostierung in Messen Sinn macht, weil vor Ort, ohne lange Transportwege aus Grüngut Kompost hergestellt werde.

Der Gemeinderat nahm diesen Entschied zur Kenntnis, im Wissen darum, dass die Grundgebühr trotzdem in Kürze angehoben werden muss. «Aber auch dann sind wir immer noch sehr kostengünstig», so Jöhr.