Bellach
Mehrfamilienhäuser mitten in der Hostet gelegen

Im Mühlacker in Bellach wird gezielt verdichtet gebaut. Statt 12 Einfamilienhäuser sind es nun drei Mehrfamilienhäuser und vier Einfamilienhäuser.

Rahel Meier
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Spatenstich Überbauung Mühlacker Bellach: Matthias Anderegg spricht, Baudirektor Roland Fürst und Schaulustige hören zu.

Spatenstich Überbauung Mühlacker Bellach: Matthias Anderegg spricht, Baudirektor Roland Fürst und Schaulustige hören zu.

Hansjörg Sahli

Innere Verdichtung ist ein Thema, das zurzeit fast alle Gemeinden in der Schweiz beschäftigt. Im Mühlacker in Bellach fand gestern der Spatenstich für eine Überbauung statt, in der gezielt verdichtet gebaut wird.

Matthias Anderegg ist Geschäftsführer der Anderegg Partner AG. Die Firma, die in den Bereichen Architektur und Baumanagement tätig ist, hat ihr Domizil an der Gewerbestrasse in Bellach. Luftlinie zirka 500 Meter bis zum Mühlacker. Im Jahr 2007 hat die Anderegg Partner AG den «Rytzhof» übernommen. «Die Idee war es, den alten Bauernhof umzubauen. Das war aber letztlich unmöglich, und so wurde das Gebäude durch die Denkmalpflege inventarisiert, danach rückgebaut und drei neue Einfamilienhäuser anstelle des alten Gebäudes erstellt», erklärte Matthias Anderegg beim ­Spatenstich.

Erste Idee wurde zurückgewiesen

Der Mühlacker lag damals in der Reservezone und fiel als Siedlungslücke auf. Im Jahr 2012 hatte man die Idee, das Gebiet mit 12 Einfamilienhäusern zu bebauen. Dies stiess beim Kanton aber auf Ablehnung. Bellach stand zu dieser Zeit kurz vor dem Start zur Überarbeitung der Ortsplanung. Je länger sich die Planungsbehörden und die Architekten mit dem «Mühlacker» beschäftigten, desto konkreter wurde die Idee, die Parzellen einer speziellen Zone für verdichtetes Bauen zuzuweisen. «Heute können wir sagen, dass es ein Glück war, dass wir keine Einfamilienhäuser bauen konnten», meinte Anderegg weiter. Gemeinsam mit weiteren Partnern habe sich seine Firma daran gemacht, städtebauliche Studien zu entwickeln. In Zusammenarbeit mit den kommunalen und den kantonalen Baubehörden wurden die Parameter festgelegt und das Richtprojekt erarbeitet. Drei Mehrfamilien-Häuser mit je acht Wohnungen zwischen 2,5- und 4,5-Zimmern werden nun ­gebaut. Dazu kommen in einem späteren Schritt vier ­Einfamilienhäuser.

«Für uns war es wichtig, dass sich die neuen Gebäude trotz ihrer Grösse in das Quartier einfügen», sagt Anderegg. Das habe man unter anderem damit erreicht, dass das dritte Geschoss leicht rückversetzt und nicht voll ausgebaut wurde. Energetisch werden die drei Häuser mit einer zentralisierten Eigenverbrauchsanlage versorgt. Drei Fotovoltaikanlagen, die miteinander korrespondieren können, und eine zentrale Erdsondenwärmepumpe sorgen für genügend Strom. Die Parkplätze in der gemeinsamen Einstellhalle sind alle mit Smart Meetering für Elektromobilität ausgerüstet.

Erste Wohnungen sind bereits verkauft

Die Freihaltezone beim «Backhüsli» bleibt bestehen. Ebenso die beiden geschützten Nussbäume. Zudem soll die Umgebung der drei Mehrfamilienhäuser mit einheimischen Bäumen und Sträuchern bepflanzt ­werden. Das Projekt gefällt potenziellen Eigentümern offenbar. «Schon im April konnten wir die ersten Wohnungen verkaufen, obwohl weder der genehmigte Gestaltungsplan noch eine Baubewilligung vorlagen», erklärt Anderegg.

muehlacker-bellach.ch/