Gemeinderat Langendorf

Mehr Zimmer und Turnhalle für Schüler

Die Gemeinsame Schule Langendorf/Oberdorf/Rüttenen kann bald auf eine neue Turnhalle zählen.

Die Gemeinsame Schule Langendorf/Oberdorf/Rüttenen kann bald auf eine neue Turnhalle zählen.

Die Gemeindeversammlung von Langendorf genehmigte das 17,35-Millionen-Projekt für die Schulraumerweiterung.

Seit im Oktober 2015 das vorgelegte Projekt des Gemeinderates an der ausserordentlichen Gemeindeversammlung Schiffbruch erlitt, lässt die Thematik Schulraumerweiterung Langendorf nicht mehr los. In der Gemeinde am Jurasüdfuss bestehe dringender Handlungsbedarf. «Ich rede nicht um den heissen Brei herum», sagte Schulleiter Thomas Suter, «ab 2020 fehlen uns diverse Räumlichkeiten mitunter auch eine Turnhalle.» Eine geordnete Stundenplanung sei bereits heute kaum mehr möglich.

Dass etwas getan werden muss, bezweifelt in Langendorf kaum jemand. Doch bei der Umsetzung scheiden sich damals wie heute noch die Geister. Die Stimmberechtigten traten letztes Jahr gar nicht erst auf das Geschäft ein, da es vielen zu überrissen erschien, und die Frage nach der Finanzierbarkeit nicht beantwortet werden konnte. Der Gemeinderat setzte daraufhin eine Spezialkommission ein, welche sich der Überarbeitung des Vorhabens annahm und ihre Ergebnisse vor zwei Wochen an einem Infoabend erläuterte (wir berichteten).

An der Budget-Gemeindeversammlung kam es nun zum erneuten Showdown. Der Gemeinderat beantragte, die «Bestvariante» mit einem Kostendach von 17,35 Mio. Franken weiterzuverfolgen und einen Planungskredit von 530 000 Franken zu genehmigen. Die Thematik polarisierte stark und die Fronten waren dementsprechend schnell verhärtet. Die Debatte wurde hitzig und teilweise gar giftig geführt. Besonders die Voten der Gegnerseite wurden häufig mit gehässigen Zwischenrufen gestört.

Nachhaltigkeit bestritten

«Nachhaltig an diesem Projekt sind einzig die Schulden und nicht der Nutzen, den es bringt», sagte Finanzkommissionspräsident Rolf Truninger. Ein Bedarf an neuen Räumlichkeiten und Sanierungen bestehe zwar, aber nur ein Drittel der Ausgaben seien Investitionen in die Schule. Der Rest sei bloss für eine schöne Turnhalle. Dadurch herrsche ein überzeichneter Raumbedarf. Zudem stosse die Gemeinde an die Grenzen der finanziellen Möglichkeiten.

Auch alt Gemeinderat Daniel Bachmann sagte, dass unbestritten ein Bedarf bestehe. Aus diesem Grund sei man dieses Mal auch auf das Geschäft eingetreten. «Es muss aber eine Lösung auf den Tisch, die tragbar und finanzierbar ist.» Andernfalls drohe Langendorf die höchste Pro-Kopf-Verschuldung im ganzen Kanton. Bachmann präsentierte daher einen Gegenvorschlag, welcher Investitionen von maximal 11,8 Mio. Franken vorsieht. Die grundlegendste Änderung darin ist, dass mit der Sanierung der Turnhalle E noch einige Jahre gewartet werden soll.

Ausserdem soll das neue Schulgebäude auf der Basis der Minimalkostenvariante erstellt und die Doppelturnhalle als reiner Zweckbau ohne «Luxusausstattung» gebaut werden. Des Weiteren sei auch die Beteiligung durch die Kreisschulgemeinden im Vorfeld abzuklären, welche bisher höchst ungewiss sei.

Investition in die Zukunft obsiegte

Während die Gegner mit finanziellen Argumenten gegen den Vorschlag kämpften, sprachen die Befürworter von einer Investition in die Zukunft. «Wir haben eine Verantwortung gegenüber der nächsten Generation», sagte Christoph Loser vom TV Langendorf. Ausserdem, so Loser weiter, wirke es befremdlich, dass Leute, die nicht vom Fach seien, das Wort gegen die Spezialisten erheben und ihnen die Kompetenz absprechen würden.

Der Antrag von Bachmann mit einem Kostendach von 11,8 Mio. Franken wurde dem des Gemeinderates gegenübergestellt. 193 Stimmberechtigte stellten sich schliesslich hinter das Anliegen des Gemeinderates, während 73 für das Vorhaben von Bachmann votierten.

Keine Urnenabstimmung

Mit einem letzten Kraftakt versuchte die Gegenseite, das Ruder doch noch herumzureissen und beantragte, das Begehren an die Urne zu bringen. Dies führte zu Tumult im Saal und liess mehrere «Schlechte Verlierer»-Rufe ertönen. Der Gemeindepräsident war zunächst nicht gewillt, darauf einzutreten.

Erst als Bachmann mit juristischen Konsequenzen drohte, und im Falle eines Nichteintretens eine Beschwerde an den Kanton in Aussicht stellte, lenkte Berger ein. Für eine Urnenabstimmung war ein Drittel der Stimmen nötig, was mit 53 Ja gegen 119 Nein nicht erreicht wurde.

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