Es sei eine Premiere, sagte Stefan Hug im Gemeinderat. Erstmals in seiner Funktion als Gemeindepräsident müssten neue Pensen auf der Gemeindeverwaltung beantragt werden. Es sei zudem innerhalb des Verwaltungskaders abgemacht worden, dass die Anträge um neue Stellen in einem Paket im Gemeinderat diskutiert werden sollen. «Wir wollen uns nicht dem Vorwurf der Salamitaktik aussetzen», so Hug. Bei drei Stellenbegehren wird die Gemeindeversammlung das letzte Wort haben. Ein Stellenbegehren, dabei handelt es sich um die Aufstockung der Stellenprozente in der Schulleitung, könne der Gemeinderat entscheiden, weil diese Stelle vom Kanton teilfinanziert werde, so der Gemeindepräsident.

Der grösste Brocken ist die beantragte Stelle in der Abteilung Bau und Planung. Eine externe Analyse habe ergeben, dass zusätzliche Personalressourcen nötig sind, um den Leiter Peter Baumann zu entlasten, bei dem sich die Überstunden massiv angehäuft haben. Gleichzeitig sollen diese zusätzlichen Ressourcen helfen, die Abgänge durch Pensionierungen in den nächsten vier Jahren zu verkraften, darunter auch die von Peter Baumann. Gesucht wird eine Person für den Hochbau (Architekt/Projektleitungen), die zudem die 30 Stellenprozente als Energiestadtkoordinator übernimmt. Damit wird eine Forderung der bisherigen Energiestadtkoordinatorin Doris Häfliger erfüllt, die diese Arbeit bisher in einem Mandatsverhältnis erledigte. Zusammen mit den 30 Prozent wird eine Stelle mit 80 Prozenten ausgeschrieben. Die Kosten für die zusätzlichen 50 Stellenprozente werden auf zirka 60 000 Franken veranschlagt.

Plus 50 Prozente für Schulleitung

Seit mehr als einem Jahr hat die Sachbearbeiterin Einwohnerdienste ein von 50 auf 70 Stellenprozente erhöhtes Pensum, um den Arbeitsanfall zu bewältigen. Nun sollen diese 20 Stellenprozente definitiv werden. Abteilungsleiter Michael Marti begründete das Begehren mit den erhöhten Aufwänden im «Ausländerwesen» und der Erhöhung der Komplexität der Arbeiten. So haben sich beispielsweise die Zuzüge von Ausländern in den letzten drei Jahren verdoppelt. Die 20 Stellenprozente werden mit 18 000 Franken veranschlagt.

Am meisten zusätzliche Stellenprozente beantragt die Spitex, die in Zuchwil eine Abteilung der Gemeindeverwaltung ist. Aber es sind nicht zusätzliche Stellen. 150 Stellenprozente wurden bereits 2018 geschaffen, um den Anstieg von 2500 Dienstleistungsstunden zu bewältigen. Zudem schreibt die Dienst- und Gehaltsordnung von Zuchwil neu vor, dass privat-rechtliche Anstellungen ab 30 Stellenprozenten in öffentlich-rechtliche umgewandelt werden müssen. Das betrifft fünf Mitarbeitende mit total 150 Stellenprozenten. Künftig wird die Spitex insgesamt 2700 statt 2400 Stellenprozente aufweisen.

Das letzte Stellenbegehren betrifft eine Aufstockung der Schulleitungspensen. Die Erhöhungen betreffen die Schulleitung Blumenfeld/Unterfeld mit 20 Stellenprozenten, die Schulleitung Pisoni mit ebenfalls 20 Stellenprozenten und die Musikschulleitung mit 10 Stellenprozenten. Begründet werden die Begehren mit der Erhöhung der Anforderungen in den letzten zehn Jahren seit der letzten Anpassung sowie der grösseren Schüler- und Lehrerzahl.

Die Stellenbegehren wurden im Gemeinderat von der SVP bestritten. Diese verlangte Zurückweisung der Anträge: «Ohne Finanzmassnahmenkatalog zur Minimierung der Ausgabenseite wollen wir keine zusätzlichen Ausgaben bewilligen», erklärte Silvio Auderset. Der entsprechende Rückweisungsantrag wurde klar abgelehnt. Die CVP bezeichnete die Begehren als «nicht überraschend und moderat». Die SP unterstützt ebenfalls die Anträge, beantragte aber eine externe Unterstützung der kommenden Übergangsprozesse in der Abteilung Bau und Planung, was in die Mehrheit des Gemeinderates unterstützte. Das Paket (Bau/Einwohnerdienste/Spitex) wurde mit 8 Ja- und 2 Nein-Stimmen zuhanden der Gemeindeversammlung genehmigt. Die Erhöhung der Schulleitungspensen genehmigte der Gemeinderat ebenfalls mit 8 Ja und 2 Nein.