Am «Ghüder» fehlt es nicht: 221'483 Tonnen Abfall haben die 64 Mitarbeiter der Zuchwiler Kehrichtverbrennungsanlage Kebag 2017 verwertet, wie sie am Donnerstag mitgeteilt hat. Das waren rund 2300 Tonnen weniger als 2017. Der grösste Teil, nämlich 185'000 Tonnen, stammten aus dem Einzugsgebiet der Kebag, an der 184 Gemeinden beteiligt sind.

Die Verantwortlichen sprechen von einem «erfolgreichen Geschäftsjahr». Die Einnahmen aus den Kehrichtgebühren seien stabil geblieben, während der Energieerlös gegenüber dem Vorjahr erneut zulegte. Es resultierte ein Gewinn von 7,3 Millionen Franken.

Die Einnahmen aus den Kehrichtgebühren lagen bei fast gleicher Verwertungsmenge mit 30,9 Millionen Franken auf dem Niveau des Vorjahres. Die Einnahmen aus dem Energieverkauf legten dank höheren Fernwärmelieferungen um 2 Prozent auf 14 Millionen Franken zu. Insgesamt resultierten im vergangenen Jahr Einnahmen von 48,6 Millionen Franken, was einem Zuwachs von 0,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die Aufwände blieben mit 31,8 Millionen Franken stabil.

Investitionen am Emmenspitz

In den kommenden Jahren wird am Emmenspitz in Zuchwil massiv investiert werden: 2017 hatte die Generalversammlung der Kebag einen Kredit von 439 Millionen Franken für den Neubau Kebag Enova gesprochen. Das Vorprojekt wurde inzwischen abgeschlossen und die Planungsarbeiten im eigentlichen Bauprojekt weitergeführt. «Mit der Genehmigung des Zonen- und Gestaltungsplans am 4. Juli 2017 wurde das rechtliche Fundament für den Neubau gelegt», hält Kebag-Direktor Markus Juchli fest.

Die ausgeführten Rodungen im Herbst 2017 haben das Bild an der Emme sichtbar verändert. Seit dem 12. März laufen die Bauarbeiten für den neuen Kiesplatz. Sie dauern bis in den September. Der nächste Meilenstein wird die Eingabe des Baugesuchs im November sein. Der Gewinn 2017 wurde wie in den Vorjahren den Rückstellungen für den Neubau Kebag Enova zugewiesen.

Auch sonst hat die Kebag investiert: «Mit dem Flurec-Verfahren gewinnt die Kebag heute als weltweit einzige Kehrichtverbrennungsanlage (KVA) hochreines Zink aus der Flugasche zurück. Die Zinkrückgewinnung lag im letzten Jahr bei 250 Tonnen – ein neuer Rekord», schreibt die Kebag. Ab 2021 werden alle KVA in der Schweiz dazu verpflichtet, die Metalle aus ihren Filteraschen zurückzugewinnen. Um eine brancheninterne Metallrückgewinnung zu ermöglichen, wurde das Projekt «SwissZinc» lanciert. Bis 2023 soll gemeinsam eine neue Produktionsanlage im Emmenspitz realisiert werden.

Erste «Power to Heat»-Anlage

Die Fernwärmeproduktion legte gegenüber 2016 trotz mildem Winter um 3,5 Prozent auf 101'3787 MWh zu. Dies ist auf den fortschreitenden Netzausbau vor allem in der Region Solo- thurn/Zuchwil zurückzuführen. In den Wintermonaten wird aktuell rund 50 Prozent des Fernwärmepotenzials der Kebag effektiv genutzt.

Die Kebag realisierte im vergangenen Jahr für 4,8 Millionen Franken die erste «Power to Heat»-Anlage in einer Schweizer KVA. Mit dieser Technologie wird aus überschüssigem Strom Heisswasser für das Fernwärmenetz produziert.

Mit dem verwerteten Abfall sei die Zielmenge von 221'000 Tonnen «minimal überschritten» worden, heisst es vonseiten der Kebag. Die zusätzliche Verarbeitungsmenge habe das Amt für Umwelt vorgängig bewilligt. Es handelt sich um Material aus der Sanierung der Deponie Schwarzweg in Derendingen.

Abfallunterricht bis 2021

Der Verwaltungsrat der Kebag hat den Abfallunterricht vorläufig bis 2021 mit jährlichen Kosten von rund 300'000 Franken bewilligt. Im 2017 musste eine leicht sinkende Beteiligung der Schulen am Abfallunterricht verzeichnet werden. Sie lag jedoch klar über 400 Klassenbesuchen.

Die Anmeldungen aus den Kindergärten nahmen zu, die anderen Stufen verzeichneten ein Minus. Seit der Einführung des Abfallunterrichts im Jahre 2007 konnten über 4000 Klassen mit mehr als 70'000 Kindern und Jugendlichen erreicht werden. (szr)