Relativ knapp verpasst hat es allerdings der Flumenthaler Markus Zubler (FDP, bisher). Er erhielt 48,89 Prozent der Stimmen. Ihm fehlten 485 Stimmen, um das absolute Mehr von 6666 Stimmen zu erreichen. Auf den offiziellen FDP-Kandidaten Zubler folgt der zweite, jedoch wild angetretene FDP-Kandidat, Rolf Hofer aus Feldbrunnen. 36,39 Prozent der Wählenden legten den Stimmzettel für den langjährigen Amtsrichter ein.

Abgeschlagen steht Carsten Thürk da. Der in der Region bisher wenig bekannte SVP-Kandidat erreichte gerade einmal 14,71 Prozent der Stimmen. Dies sei zwar eine «schlechte Ausgangslage», sagt Thürk auf Anfrage. Zum zweiten Wahlgang am 23. September allerdings will er definitiv antreten. «Wir haben aus den Fehlern im ersten Wahlgang gelernt», rechnet er sich für den zweiten Wahlgang bessere Chancen aus.

Gut gerüstet für den zweiten Wahlgang sieht sich auch Markus Zubler. «Mit den meisten Stimmen und der Mehrheit in allen Gemeinden, ausser Feldbrunnen, hoffe ich, die notwendige Unterstützung der Wähler zu erhalten», so Zubler.

Seltsamer Umgang in der FDP

Am Sonntag sind Zublers Chancen nochmals gestiegen. Rolf Hofer wird für einen zweiten Wahlgang nicht mehr zur Verfügung stehen, wie er auf Anfrage erklärt. «Die Resultate liegen zu weit auseinander», sagt er. Der langjährige Richter ist zwar zufrieden mit dem Resultat. Sein Ziel habe er aber nicht erreicht: Er hätte näher bei Zubler sein wollen. Dann, so Hofer, hätte er den Vorschlag gemacht, dass ein jüngerer FDP-Kandidat antritt und sich beide zurückziehen. Sowohl Hofer als auch Zubler sind älter als 65.

Sie konnten jetzt nur antreten, weil die Bestimmung, dass Amtsrichter nicht älter als 65 sein dürfen, für diese Wahlen erstmals nicht mehr galt. Da mehrere Amtsrichter demnächst altershalber ausscheiden und die Gerichtspräsidenten auf freie Oberrichter-Stellen wechseln könnten, befürchtet Hofer einen Verlust von Wissen am Gericht. Das Portieren eines jüngeren Richters hätte für Kontinuität gesorgt, so Hofer. Laut seinen Aussagen hätte es FDP-intern gar einen 43-jährigen Interessenten gegeben.

Vorausgegangen war der Wahl eine FDP-interne Ausmarchung zwischen Hofer und Zubler. Hofer verlor diese, trat aber trotzdem als wilder Kandidat an. Das sorgte für Ränkespiele bei der FDP. Amteiparteipräsident Christoph Scholl äusserte sich mehrfach öffentlich und auch in internen Mails, dass Hofer eigentlich gar nicht FDP-Mitglied sei. Dies lässt bei Rolf Hofer eine gewisse Enttäuschung zurück.

Schliesslich hatte er sich jahrelang in diversen Mandaten, etwa als Ortsparteipräsident, für die FDP eingesetzt. «Ich habe über die Jahre mehrere 1000 Franken Mandatssteuer an die Amteipartei bezahlt», blick der frühere, langjährige Amtsrichter zurück. «Und jetzt soll ich nicht Mitglied sein?» Für Hofer ist dies ein «neuer, ungewohnter Stil in der FDP, der es mit der Wahrheit offenbar nicht so genau nimmt». (lfh)