Biberist
Markus Grütter will das Bauvorhaben der Wagabunten verhindern

Die Wagabunten wollen in Biberist kurzzeitig heimisch werden. Dazu soll ein Platz für die vorgesehene Wagenburg befestigt werden. Gegen dieses Vorhaben wehrt sich nun der Grundstücknachbar und ehemalige Kantonsrat Markus Grütter.

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Auf diesem Platz bei Landwirt Urs Zuber wollen die Wagabunten ihre Wagenburg errichten.

Auf diesem Platz bei Landwirt Urs Zuber wollen die Wagabunten ihre Wagenburg errichten.

Gegen das Vorhaben der Wagabunten, sich im Sommer in Biberist niederzulassen und dazu einen Platz zu befestigen, formt sich Widerstand.

Der Grundstücknachbar und ehemalige Kantonsrat Markus Grütter hat fristgerecht eine Sammelklage gegen das Bauvorhaben eingereicht. Die Wagabunten planen im Sommer auf den Platz von Bauer Urs Zuber zu ziehen, und sich dort bis Ende Jahr niederzulassen.

Grütters Ansicht nach verletze das Gesuch grundlegende Richtlinien der Raumplanung. Er macht in der von ihm lancierten Einsprache klar, dass sich der Bauplatz in einer Landwirtschaftszone befinde und deshalb nur Bauten bewilligt werden können, die zur landwirtschaftlichen Bewirtschaftung, oder für den produzierenden Gartenbau nötig seien.

Die Befestigung für einen Wagenstellplatz sei somit nicht zonenkonform. Grütter erklärt weiter, dass das Teeren des Platzes zur Lagerung von Strohballen – wie es der Bauer nach dem Weggang der Wagabunten plant – weder ökonomisch noch ökologisch nötig sei. Strohballen könnten auch problemlos auf unbefestigtem Grund gelagert werden.

Grütter befürchtet, dass durch die Bewilligung des Bauvorhabens der Wagabunten ein Präjudiz geschaffen würde, dass den Weg für weitere, ähnliche Projekte ebnen würde. Neben der Sammelklage von Grütter laufen noch mindestens zwei weitere Einsprachen. (sbk)

Die bisherigen Standorte der Wagabunten November 2013: Fünf Leute führen einen «Kampf um alternativen Wohnraum» und haben in Solothurn beim ehemaligen Kofmehl-Areal eine «Wagenburg» errichtet. Sie wollen den Platz nicht freiwillig räumen.
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Ende November 2013: Die Wagabunten müssen das Kofmehl-Areal räumen und platzieren ihre Wagen unter der Westumfahrungsbrücke. Sie ersuchten bei der Stadt Solothurn Asyl.
Januar 2014: Die Bewohner erhalten einen Wegweisungsentscheid. Bis 31. Januar müssen die vier Männer, die Frau und Hund «Roco» weg.
Ihr Vorschlag, auf dem Badi-Parkplatz zu überwintern wird von der Stadt gutgeheissen. Bis Ende April 2014 dürfen sie dort siedeln.
Danach ziehen die Wagabunten an die nördliche Kurve der Grabackerstrasse um.
Nach dem «illegalem» Aufenthalt in der Weststadt überwintern die Wagabunten wieder rechtmässig auf dem Badi-Parkplatz.
Mai 2015: Die Wagabunten haben mit ihrem Wagendorf im Wäldchen zwischen Badi und TCS-Campingplatz Fuss gefasst. Doch dort können sie nicht bleiben: Es handelt sich um ein Naturschutzgebiet.
Mai 2015: Auch auf dem Borregaard-Areal in Luterbach können die Leute nur 2 Wochen bleiben.
Juni 2015: Die elf Wagen stehen auf dem Hoberg (Gemeindegebiet Biberist)
Ein paar Tage später sind die Wagabunten wieder im Grabacker zu finden. Die SP fordert die Stadt Solothurn auf, ein unverbautes Grundstück zur Verfügung zu stellen.
Die Stadt stellt fest, dass mehr Wohnwagen zur Gruppe gehören. Sie fordert, die Anzahl auf das ursprüngliche Mass zu reduzieren. Zudem sollen die Wagabunten wieder auf den Badi-Parkplatz umziehen.
Anfang April 2016: Die «Wagabunten» kommen der Forderung der Stadt nicht nach, den Standort zu wechseln und sich zu verkleinern. Stadtpräsident Kurt Fluri stellt ein Ultimatum. Die Wohngruppe muss den öffentlichen Raum bis zum 11. April verlassen.
Die «Wagabunten» räumen das Gelände nicht. Im Internet lancieren sie eine Petition für den Verbleib.
Die Baukommission erlässt eine Wiederherstellungsverfügung: Das Wagendorf muss bis spätestens am 10. August 2016 geräumt sein.
August 2016: Die Wagabunten räumen ihr Lager am Grabackerweg noch vor Ablauf des Ultimatums. «Wagen Nummer 14» – ein Bauwagen en miniature – bleibt als letzter des Wagendörflis übrig.
Die Wagabunten lassen sich beim ehemaligen Untersuchungsgefängnisses Schöngrün nieder. Kurz darauf ziehen sie weiter hinter die Dreyfuss-Hallen auf Biberister Boden.
Das Areal gehört dem Kanton.
Mai 2017: Die Wagabunten werden auf dem Ost-Parkplatz des Attisholz-Areals gesehen.
Danach finden sie im Oberen Emmenholz in Zuchwil an der Bahnlinie einen Platz.
Seit November 2017 befinden sich die Wagabunten bei Badi Eichholz in Gerlafingen.

Die bisherigen Standorte der Wagabunten November 2013: Fünf Leute führen einen «Kampf um alternativen Wohnraum» und haben in Solothurn beim ehemaligen Kofmehl-Areal eine «Wagenburg» errichtet. Sie wollen den Platz nicht freiwillig räumen.

Wolfgang Wagmann