Märchenerzählerin
Märchen aus aller Welt wirken heilend auf Gross und Klein

Cristina Roters, die gebürtige Menorquinerin, die seit vielen Jahren in der Schweiz und seit gut einem Jahr in Rüttenen lebt, kennt Märchen aus der ganzen Welt.

Fränzi Zwahlen-Saner
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Cristina Roters.

Cristina Roters.

Thomas Ulrich

Jedes Land, jede Region hat seine Märchen. Manche haben sich auf der ganzen Welt verbreitet, manche kennt man nur in einem kleineren Gebiet.

Cristina Roters, die gebürtige Menorquinerin, die seit vielen Jahren in der Schweiz und seit gut einem Jahr in Rüttenen lebt, kennt Märchen aus der ganzen Welt.

Märchen sind ihre Passion. Als ausgebildete Illustratorin hat sie vor einigen Jahren ein Buch mit Wintermärchen bebildert. Das sei der Beginn ihrer Märchenleidenschaft gewesen, erzählt sie.

Roters hat die Kunstgewerbeschule Zürich absolviert und später eine Ausbildung zur Mal- und Gestalttherapeutin abgeschlossen. Kurse in Ausdrucksmalen waren weitere Ausbildungsschwerpunkte.

Schon als Kind sei sie fasziniert gewesen, wenn ihr Grossvater Märchen aus Menorca erzählte. Durch ihre Illustratorenarbeit sei sie immer mehr mit der Märchenthematik vertraut und insbesondere auch auf die heilsame Wirkung der Märchen aus der ganzen Welt aufmerksam geworden.

Obwohl Cristina Roters katalanisch als Muttersprache hat, erzählt sie selbst Märchen am liebsten in der Schweizer Mundart. Sie lebe ja auch schon über 30 Jahre in der Schweiz, meint sie und daher mit der Sprache gut vertraut.

Cristina Roters geht heute über das Illustrieren von Märchen hinaus. Sie arbeitet als Märchenerzählerin. Man kann sie engagieren und sie gestaltet mit Wort und Bild einen Märchenabend nach den Wünschen oder Bedürfnissen des Publikums – ob gross oder klein.

Sie schreibt auch eigene Märchen, erzählt sie. Kunstmärchen nennt man diese Gattung. Wie sie zu ihren Geschichten kommt, schildert sie so: «Zunächst male ich ein Bild, eines, das in meinem Kopf, in meiner Seele entstanden ist. Daraus entwickelt sich eine Geschichte und die sich wie ein Fenster zu einem anderen Leben auftut.»

Cristina Roters liebt es, vorzulesen oder frei zu erzählen. Mit den Märchen will Roters die Menschen, ihre Zuhörer berühren. «Volksmärchen machen auf Weisheiten aufmerksam, die allgemeingültig sind, auch heute noch», sagt sie.

Roters findet, dass derzeit eine Renaissance der Märchen und des Märchenerzählens stattfindet.

«Kinder brauchen Märchen», hiess ein Buch des Märchenpioniers Bruno Bettelheim in den Siebzigerjahren. Kinder brauchen Märchen tatsächlich, sagt auch Roters. Dies, um zu lernen, sich mit dem Bösen auseinanderzusetzen.

«Kinder lernen so, mit ihren eigenen Angstbildern umzugehen. Sie achte beim Erzählen aber darauf, dass allzu brutale Ausdrücke oder Redewendungen nicht verwendet werden, sodass sich keine brutalen Bilder in den Gedächtnissen de Kinder einnisten», erklärt sie.

Ein Beispiel: Sie sagt, der Wolf hat die Grossmutter «geschluckt» und nicht «gefressen». Dennoch ist es wichtig, dass Märchen immer gleich erzählt werden und vor allem ihre Bedeutung nicht verlieren, führt sie weiter aus.

Cristina Roters ist von November 2015 bis März 2016 bereit, an den Volksschulen des Kantons Solothurn Märchen vorzulesen. Die Zentralbibliothek Solothurn unterstützt und finanziert die Anlässe.

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