Staatsanwaltschaft Solothurn

Mann angefahren in Gerlafingen: Fahrer nicht mehr in Haft – viele Fragen bleiben noch offen

Überfahrener Mann von Gerlafingen: Tragisches Versehen

Überfahrener Mann von Gerlafingen: Tragisches Versehen

Ende Januar wurde ein Mann in Gerlafingen angefahren und schwer verletzt liegen gelassen. Der Fahrer flüchtete, wurde aber wenig später verhaftet. Der 62-jährige Türke hatte den jungen Mann offenbar schlicht übersehen.

Der Autolenker, der Mitte Januar in Gerlafingen einen 23-jährigen Mann angefahren hat, befindet sich nicht mehr in Haft. Trotzdem sind noch viele Fragen offen.

Am 17. Januar wurde in Gerlafingen ein schwer verletzter Mann auf der Strasse gefunden. Noch am selben Abend hat die Solothurner Staatsanwaltschaft einen 62-jährigen Türken in Haft genommen. 

Jetzt schreibt die Staatsanwaltschaft Solothurn auf Anfrage des Regionalsenders Tele M1, sie führe eine Strafuntersuchung gegen den 62-Jährigen wegen fahrlässiger Körperverletzung und Widerhandlung gegen das Strassenverkehrsgesetz durch. Der mutmassliche Täter sei jedoch nicht mehr in Haft. 

Die fahrlässige Körperverletzung könne aber auf einen Unfall schliessen, sagt der Rechtsanwalt André Kuhn. Es könne sogar sein, dass der Türke nichts vom Unfall mitbekommen habe. «Wenn ermittelt wird wegen fahrlässiger Tatbegehung, besteht kein Verdacht, dass der Beschuldigte den strafrechtlichen Erfolg direkt herbeiführen wollte», sagt der Rechtsanwalt. 

62-Jähriger schon wieder auf freiem Fuss

Nach dem Unfall fuhr der mutmassliche Unfallverursacher nach Hause in seine Einstellhalle. Dabei hinterliess er eine Ölspur, die die Polizei später entdeckte. «Sie liefen durch die Halle und haben diverse Autos angeschaut», sagte Evelyn Farahat in einem früheren Interview gegenüber Tele M1. Diese Spur führte dann zum mutmasslichen Täter.  

Die Staatsanwaltschaft Solothurn bestätigte gegenüber dem Regionalfernsehsender, dass der 62-jährige Türke mittlerweile wieder auf freiem Fuss sei. Laut dem Rechtsanwalt André Kuhn könnte er sogar wieder hinter dem Steuer sitzen. «Das Strassenverkehrsamt entzieht den Fahrausweis nur dann, wenn ein Verdacht auf eine körperliche oder charakterliche Nichteignung besteht», sagt er. 

Doch trotz dem Lichtblick bleiben im Fall Gerlafingen noch viele Fragen offen. Warum der mutmassliche Unfallverursacher wieder zurück zum Unfallort ging oder warum sich das 23-jährige Opfer in dieser Nacht dort aufhielt, ist noch unklar. Die Staatsanwaltschaft schweigt dazu. Dem Türken drohen eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren. (ber)

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