Selzach
Mangels Sondereffekten resultiert ein rotes Budget

Die Gemeinde Selzach rechnet für 2021 erneut mit einem Defizit von knapp einer Million Franken.

Patric Schild
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Die Gestaltung der Altreustrasse gab einmal mehr zu reden.

Die Gestaltung der Altreustrasse gab einmal mehr zu reden.

Andreas Toggweiler

Das Ergebnis aus den betrieblichen Tätigkeiten belief sich in der Rechnung 2019 noch auf ein Minus von 3,8 Mio. Franken. Im Budget 2021 kann Selzach dieses Defizit voraussichtlich auf 2,2 Mio. Franken reduzieren. Zwar fallen einige Positionen schlechter aus als beim Jahresabschluss 2019.

So hat die Gemeinde beispielsweise für das kommende Jahr beim Steuerertrag 1,8 Mio. Franken weniger budgetiert. «Dies hängt einerseits mit der Unternehmenssteuerreform zusammen, andererseits aber auch mit der Unsicherheit in Bezug auf die Pandemie», erklärt Gemeindeverwalter Mario Caspar.

Grosse Entlastung beim Finanzausgleich

Des Weiteren sei auch der Schulkreis gegenüber dem Jahr 2019 um 300'000 Franken teurer geworden. Diese Einbussen können aber an anderer Stelle mehr als wettgemacht werden. Denn die Gemeinde zahlt einerseits künftig 3,2 Mio. Franken weniger in den Finanzausgleich ein und andererseits kann Selzach aufgrund der kantonalen Steuerreform Ausgleichszahlungen in der Höhe von einer Mio. Franken erwarten.

Doch trotz einer deutlichen Besserstellung von rund 1,5 Mio. Franken auf der Ebene der betrieblichen Tätigkeiten resultiert im Budget 2021 letztlich ein Aufwandüberschuss von einer knappen Mio. Franken, während die Rechnung 2019 eine halbe Mio. Franken im Plus abschloss. Grund dafür ist, dass die Gemeinde dazumal ausserordentliche Erträge von über 3,3 Mio. Franken verbuchen konnte.

Solides Polster mit 19 Mio. Fr. Eigenkapital

Das Fazit des Gemeindeverwalters lautet daher: «Wir werden zwar mit tieferen Beiträgen in den Finanzausgleich entlastet und auch die Steuerausfälle werden grösstenteils durch den Kanton kompensiert, durch den Wegfall der Sondereffekte führt das Ergebnis aber dennoch zu einem Defizit.»

Da die Gemeinde beim Rechnungsabschluss 2019 jedoch ein Eigenkapital von 19 Mio. Franken ausweisen konnte, verfügt Selzach momentan über ein solides Polster. Dadurch könne die weitere Entwicklung zunächst abgewartet werden und man habe anschliessend noch immer genügend Zeit, zur Ergreifung von korrigierenden Massnahmen.

Feilen an Gestaltung der Altreustrasse

Nach der Vorstellung der beiden zusammenhängenden Vorhaben «Hochwasserschutzprojekt Lochbach Altreustrasse» sowie «Verlegung/Sanierung der Altreustrasse» an der letzten Ratssitzung wurden Gemeindepräsidium und Bauverwaltung beauftragt, die beiden Projekte nochmals im Detail zu beraten und Vorschlägen auszuarbeiten. Die meisten erarbeiteten Anträge waren derweil unbestritten. Diskussionsbedarf lieferte vor allem der Abschnitt Einmündung Eichholzstrasse bis zur SBB-Unterführung, der auf 5,5 Meter verschmälert werden soll. Für die FDP-Fraktion ist die Situation heute bereits teilweise prekär, wenn sich Fahrzeuge kreuzen müssen, sodass eine weitere Verengung keine Option darstelle.

Gemeindepräsidentin Silvia Spycher argumentierte, dass mit dem südseitig zu liegen kommenden Trottoir die Sache entschärft wird, da ein grosses Fahrzeug im Ernstfall problemlos auf das Trottoir ausweichen kann. Zudem würde eine breitere Strasse zu einem grösseren Verlust an Fruchtfolgefläche führen, die kompensiert werden müsste. Auch der Sicherheitsaspekt, insbesondere in Bezug auf Velofahrer, viel im Zusammenhang mit der Strassenbreite.

So waren die Befürworter einer schmäleren Strasse der Überzeugung, dass eine Verengung etwa mit einer Temporeduktion und weniger risikoreichen Überholmanövern einhergehe.

Die Strasse wird 5,5 m breit und das Trottoir 1,75 m

Bei der anschliessenden Abstimmung, ob sich die Breite des besagten Strassenabschnitts
auf sechs oder 5,5 Meter belaufen soll, obsiegte Letzteres. Dafür herrschte im Rat Einstimmigkeit darüber, dass zwischen dem Bahnweg und der Einmündung der Eichholzstrasse die Trottoirbreite nicht
1,5 Meter, sondern 1,75 Meter betragen soll.

Auch der kurz thematisierte neue Fussgängerstreifen über die Bielstrasse, bei der zweiten Verkehrsinsel nach der Dorfeinfahrt im Bereich Grabachern, wurde abgesegnet. Der Rat geht davon aus, dass im Zuge dessen der Fussgängerübergang beim Gassackerweg vom Kanton aufgehoben wird.