Kriegstetten
Manfred Küng spielt an der Bänklete die Hauptrolle

Die Bänklete in Kriegstetten reizt mit ihren Versen. Die Hauptrolle war rasch vergeben: Manfred Küng.

Hans Blaser
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Die Chräbszunft verliest die Schnitzelbank
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Die Baselländer Bänklischliffer erstmals dabei
Bänklete in Kriegstetten
Die Zunftmusig Chräbszunft
Freya und Odin führten durchs Programm
Die Gebrüder Schlimm aus Biberist
Erstmals dabei die Chris-Vierteler aus Huttwil
Die Seegrundwüeler aus Biel
Fulimannter Schlusspunkt mit den 3 Musketieren

Die Chräbszunft verliest die Schnitzelbank

Hans Blaser

Manch einer aus dem Wasseramt, die Kriegstetter sowieso, fragten sich schon draussen in der Warteschlange vor der Tür. Diese ging, wie angekündigt erst auf die Minute genau auf. Selbst Fremde, die gab es nämlich auch, stellten sich die Frage: ist Kriegstettens Gemeindepräsident Manfred Küng auch wirklich diesmal da?

Die Antwort kam schon bei der ersten Schnitzelbank – er war auch physisch da. In den Verszeilen tauchte sein Name immer wieder auf und am Rande nur, auch sein Wein. Deutlich mehr Beachtung fand sein Hund und dessen natürliches Geschäft zur dümmsten Zeit am falschen Ort. Die Reaktion des Halters wurde in einer späteren Bank auf die Schippe genommen. Insgesamt tauchte Küng vermutlich in mehr Bänken auf als im letzten Jahr. Er schaffte es auch in fast alle auswärtigen.

«Hinein und Hinaus»

Aber er wurde diesmal pfleglicher und weniger aggressiv «bearbeitet» als auch schon. Auch das «Hinein und Hinaus» beim Gemeinderat wurde zwar immer wieder, aber insgesamt ziemlich summarisch bemängelt. Entsprechend dem Thema führten die Wikinger-Götter Odin und Freya mit Zwischenauftritten durch das Programm. Deutlich über sich hinausgewachsen sind diesmal die Sänklochtaucher. Kurz und knackig blieben sie, wo das Thema das zuliess. Aber subtil und feinfühlig – auch wortreich – schilderten sie Banalitäten aus dem Ort. Ihr Beitrag zur Suche nach dem Hund von Guggisbergs – ein Meisterstück. Ähnliches Niveau bekam auch der Beitrag zu tatsächlichen Geschehnissen bei der Abfalldeponie. Naturgemäss blieb auch die Chräbszunft mit ihren Beiträgen ziemlich lokal. Aber auch sie kamen nicht um einen Beitrag über Donald Trump herum. Hingegen sagten sie auch, sie sagen nichts zu Erdogan.

So hielten es auch die Bänklischliffer aus dem Baselbiet, die erstmals da waren. Sie erinnerten an Böhmermann und formulierten statt einer Pointe eine Getränkebestellung. Die Seegrundwüeler aus Biel getrauten sich hingegen mehr als bloss den Namen zu nennen. Auch sie konnten sich qualitativ steigern. Den Abschluss der Schnitzelbankgruppen überliess das Götterpaar auch diesmal den drei Musketieren aus Bern. Die glänzten wie jedes Jahr wieder mit raffinierten Texten. Die wurden wie gewohnt gekonnt vorgetragen. Da stimmte einfach alles, Rhetorik, Sprache und Stimme, aber auch listige Helgen – teils mit Aufklappüberraschung. Sie glitten sogar etwas weniger unter die Gürtellinie ab, als auch schon. Gefühlsmässig geriet ihr Vortrag aber etwas kürzer als in den letzten Jahren.

Nicht nur Rhythmus

Den musikalischen Rückhalt gab der Veranstaltung die Zunftmusig. Sie sorgte vor den Schnitzelbänken für musikalische Unterhaltung und liess den Abend auch wieder musikalisch ausklingen. Dabei konnte sie mit erstaunlicher Virtuosität in verschiedensten Musikstilen glänzen. Musikalisch in Szene setzen konnten sich lautstark auch die Baukebieger. Dank deutlich mehr (Blech-)Blasinstrumenten boten sie deutlich mehr Musik als den «blossen» Rhythmus vergangener Jahre. Vor allem Rhythmus boten naturgemäss die Tambourenboys aus Biberist.

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