Zuchwil
Manege frei für die Zirkusartisten

Zum 50-Jahr-Jubiläum des Schulhauses Blumenfeld verwandelten sich die Schüler in Zirkusartisten.

Anina Mathivannan
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 Das 50-jährige-Jubiläum des Schulhaus Blumenfeld wird mit einer Zirkusvorstellung gefeiert.
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50 jähriges Jubilaeum Schulhaus Blumenfeld Alle Kinder waren voller Freude und mit Eifer bei der Sache.

Das 50-jährige-Jubiläum des Schulhaus Blumenfeld wird mit einer Zirkusvorstellung gefeiert.

Hanspeter Bärtschi

Im Herbst 1967 wurde das Schulhaus Blumenfeld in Zuchwil eingeweiht. Heuer feiert es nun seine 50-jährige Geschichte. Nicht nur ehemalige und aktuelle Lehrer, sondern auch die Schüler kamen in einen speziellen Genuss: Während einer Woche durften sie mit Spezialisten für Zirkusanimation ihr eigenes Zirkusprogramm auf die Beine stellen. Am Freitag fanden in einem Zirkuszelt auf dem Schulareal die zwei Vorführungen statt.

Einzigartige Erfahrung

Vor rund einem Jahr begannen die Planungen für die Jubiläumsfeier im Blumenfeld. Im Lehrerteam spielten schon einige mit dem Gedanken an einen Zirkus. Denn auch im naheliegenden Schulhaus Unterfeld fanden im Frühjahr Zirkusaufführungen statt. Man bangte jedoch die Bewilligung durch die Einwohnergemeinde, denn das Budget für das Projekt betrug 15000 Franken. Doch dem kleinsten Schulhaus der Gemeinde Zuchwil wurde das Projekt zum Jubiläum bewilligt.

Sieben Primarschul- und zwei Kindergartenklassen waren im Projekt involviert. «Besonders beeindruckt war ich von den Kindergartenkindern, die erst seit einem Monat Unterricht haben und sich nicht scheuten, im Rampenlicht zu stehen», so Alexandra Müller, die Schulleiterin der Schule. Mit dem Team vom Circus Balloni und den zwanzig Lehrpersonen erlernten die Schüler und Schülerinnen gruppenweise während einer Woche die verschiedenen Nummern. Müller betont auch: «Die Kinder haben unglaubliche Fortschritte erzielt während dieser Woche. Das ist eine einzigartige Erfahrung, die sie mit in die Zukunft nehmen werden.»

Schulhaus Blumenfeld: Räumlichkeiten haben sich verändert

Das Schulhaus Blumenfeld wurde 1987 durch die Architekten von Etter und Partner AG fertiggestellt. Damals waren die Klassen zum Teil 40-köpfig, was heute unvorstellbar geworden ist. Sowohl in der Infrastruktur, als auch im Unterricht hat sich seither einiges getan. Heute sind 170 Schüler und Schülerinnen Teil der Ausbildungsstätte. Rund 80 Prozent davon sind migrationshintergründig.

Schon in den 90-ern erweiterte die Schule ihr Angebot für jene Schüler: Deutsch als Zweitsprache und weitere Stützangebote kamen ins Programm. Teamteaching und die Einführung von erweiterten Lernformen waren weitere wichtige Veränderungen. Infrastrukturelle Erneuerungen, wie etwa ein «Schuttiplatz», ein langer Schulbrunnen oder der Bau des Gemeinschaftsraumes sind aus Schüler- und Lehrerwünschen geblüht. Fischlin erfreut sich:»Wo früher die Lehrer Einzelkämpfer und für die eigene Klasse verantwortlich waren, sind heute alle Lehrer - als Team - für alle Schüler verantwortlich.» (ams)

Alle hatten eine Aufgabe

Am Freitagabend fühlte man sich wie in einem professionellen Zirkus: Unter den Schülern waren nicht nur Artisten, sondern auch Ticketverkäufer und -kontrolleure, Dekorateure, Musik- und Lichtverantwortliche und Bühnenmeister. Pannenhilfe, wenn etwa die Perücke von einem Clown auf den Boden fiel, leisteten Lehrpersonen und die Helfer vom Circus Balloni. Diese haben nicht nur das ganze Programm für die Schüler vorbereitet und koordiniert, sondern auch Zelt, Kostüme und einen Moderator mitgenommen. Die Nummern waren unterschiedlicher Art: Gruppenakrobatik, Zauberkunst, Hula Hoop, Clowns, ja sogar am Tuch und Trapez wurde vorgeturnt. Die jüngsten Artisten nahmen aktive Rollen als verkleidete Tiger oder professionelle Seifenblasenkünstler ein.

Nach den erfolgreichen Zirkusvorstellungen endete der Abend für die wichtigsten Akteure der Schule - die Schüler. Lehrer, ehemalige und aktuelle, die Schulleitung und Mitarbeiter aus dem administrativen Bereich trafen sich im Gemeinschaftsraum. Auf eine Danksagung durch Müller erfolgte ein Referat durch Dieter Fischlin, welcher bis 2011 als Lehrer im Blumenfeld tätig gewesen war. Er erzählte von Veränderungen innerhalb und ausserhalb Blumenfelds, an welche sich die Schule in seinen 42 Jahren dort anpassen musste. Alte Fotos brachten manch einen im Raum zum schmunzeln. Nach der erschöpfenden, aber doch schönen Woche liessen sie die Lehrer noch mit einem Apéro ausklingen.