Juraschutzzone
«Manche Bauern sind erbost und laden den Frust bei uns ab»

Die Juraschutzzone hat positive wie negative Seiten. Das sagt Peter Brügger, Sekretär desSolothurnischen Bauernverbandes.

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Peter Brügger: «Viele Zweckbauten werden in der Juraschutzzone verunmöglicht.»

Peter Brügger: «Viele Zweckbauten werden in der Juraschutzzone verunmöglicht.»

Hanspeter Bärtschi

Ist die Juraschutzzone Fluch oder Segen?

Peter Brügger: Sowohl als auch. Positiv ist sicher, dass wir die Landwirtschaftszonen im Juragebiet von der Besiedlung mit Ferienhäusern freihalten konnten. Negativ ist der Juraschutz in Bezug auf verteuernde Bauvorschriften. Diese werden zwar durch Beiträge des Kantons gemindert. Doch ein Teil der Mehrkosten bleibt immer bei den Bauherren hängen.

Auch Solaranlagen in der Juraschutzzone sind tangiert. Ist das ein Problem?

Ich finde es störend, dass die Juraschutzzone im Kanton von der eidgenössischen Liberalisierung für die Erstellung von Photovoltaikanlagen ausgenommen ist. Solche Anlagen können dort nicht ohne Bewilligung erstellt werden. Das bremst und verteuert den Prozess. Da kann ich nur den Kopf schütteln. Zudem werden auch Zweckbauten in der Juraschutzzone verunmöglicht.

Wäre angesichts dieser Einschränkungen eine Revision nötig?

Wir müssen nicht massive politische Opposition betreiben. Es hat sich vieles verändert seit den 1980er- und 90er-Jahren. Damals war totaler Heimatschutz angesagt und nur steile Dächer mit 30 Grad Dachneigung oder traditionelle Baumaterialien kamen infrage. Heute ist in der Landwirtschaftszone auch einmal eine Glas-Metall-Konstruktion, zum Beispiel ein Anbau an ein bestehendes Wohnhaus möglich oder statt Ziegel kommt auch Blech mit einer gewissen Farbe und Qualität zum Einsatz.

Man ist pragmatischer geworden?

Durchaus. Zudem muss man sagen, dass bei einem Wegfall des Juraschutzes die zumindest teilweise Abgeltung der Mehraufwendungen durch den Kanton nicht mehr gewährleistet wäre. Das Risiko wäre, dass die Gemeinden unterschiedliche kommunale Vorschriften erliessen, aber kaum Abgeltungen ausrichten würden.

Was erhalten Sie von den Bauern für Reaktionen?

Es gibt verschiedene Reaktionen. Manche sind erbost und klagen noch nach Jahren über die Auflagen. Etwa, wenn durch vorgeschriebene steile Dächer viel Leerraum entsteht, den sie nicht nutzen können. Sie laden den Frust bei uns ab. Da müssen wir manchmal beschwichtigen, damit es keine harten Auseinandersetzungen gibt. Es gibt aber auch Bauern, die sich nach der Umsetzung über die ästhetische Umsetzung der Bauvorhaben freuen.(crs)