Das Angebot an Spielen in der Ludothek Wasseramt im reformierten Kirchgemeindehaus in Gerlafingen lässt Kinderherzen höher schlagen. Fein säuberlich in den Gestellen aufgereiht sind Holzsteckspiele, Playmobil, Duplo, Gameboy-Spiele. Sogar ein Regal mit Märchenkassetten und dazugehörigen Rekordern ist zu finden. Daneben unzählige Brettspiele für alle Altersgruppen. Am Boden stehen Fahrzeuge vom Dreirad über Gokarts bis zum Bulldozer.

Rund 1000 Artikel stehen zur Ausleihe zur Verfügung. Eliane Jordi, Präsidentin des Vereins, selber leidenschaftliche Spielerin, kennt die meisten Spiele und kann sie den Kundinnen erklären. Die grossen Renner sind das «Spirobill», eine Art Flipperkasten aus Holz und im Moment auch der Töggelikasten, vermutlich wegen der kommenden Fussball-WM, meint Jordi. Hits für Kindergeburtstage sind die Mohrenkopfschleuder oder das Glücksrad.

Nicht nur Kinder sollen spielen

Vor allem Familien mit Kindern aus dem ganzen Wasseramt und der näheren Umgebung finden den Weg in die Ludothek. Die Aktuarin Brigitte Frei bedauert, dass nicht mehr Erwachsene vom Spielangebot Gebrauch machen, heisst es doch bei vielen Spielen «bis 99 Jahre».

Allerdings fänden die Spielabende für Erwachsene grossen Anklang, relativiert Frei. «Wir hören nicht auf zu spielen, weil wir alt werden, wir werden alt, weil wir aufhören zu spielen», zitiert der Verein George Bernard Shaw auf der Internetseite. Auch Schulen und Kindergärten machen vom Angebot Gebrauch. Sei es für ein Skilager, eine Projektwoche oder einfach für den normalen Schulunterricht.

Ziel des Vereins ist es, Kinder wie auch Erwachsene zum vermehrten Spielen zu animieren. Man lerne bei jedem Spiel, nicht nur bei expliziten Lernspielen, betont Frei. Sei es auch nur, sich in Geduld zu üben oder lernen zu verlieren. Auch die soziale Kompetenz werde beim Spielen gefördert, sowie Fantasie, Geschicklichkeit und Wahrnehmung, sind Frei und Jordi überzeugt.

Neue Internetseite

Die Website kommt seit letztem Jahr völlig neu daher und bietet viele Vorzüge. Der gesamte Bestand an Spielzeugen ist aufgelistet, mit Angabe von Alterskategorie und Ausleihgebühr und mit Bildern dokumentiert. Interessierte können nach Spielen suchen. Gibt man Alter des Kindes und Art des Spieles ein, präsentiert der Computer Artikel, die für die Bedürfnisse infrage kommen. Auch Reservationen sind möglich.

Die Ausleihe basiert auf einem Abosystem. Mit sechs Franken für ein dreimonatiges Schnupperabo ist man dabei. Beim attraktiven Jahresabo für 100 Franken ist die Ausleihgebühr für eine beliebige Anzahl Spiele inbegriffen. Den gesamten Erlös steckt der Verein in die Anschaffung von neuen Spielen. Letztes Jahr kamen 74 Artikel dazu.

Zweimal zwei Stunden offen

Die Ludothek ist jeweils am Dienstag und Mittwoch von 16 bis 18 Uhr geöffnet. Das neunköpfige Team von Frauen arbeitet ehrenamtlich. Gerne würde der Vorstand weitere Helferinnen begrüssen. «Es ist heutzutage schwierig, Freiwillige zu finden», bedauert Brigitte Frei. Kurzfristige Ausfälle seien kaum zu ersetzen.

Ohne Sponsoren ist der Betrieb nicht möglich. Der Verein durfte letztes Jahr auf Unterstützung des Anzeigerverbandes Bucheggberg-Wasseramt, des Dachverbands Kinder- und Jugendarbeit Solothurn und der Stiftung Alpenblick zählen. Die Reformierte Kirchgemeinde bietet eine günstige Lokalmiete, die Einwohnergemeinde übernimmt die Mietkosten. Vom Migros-Kulturprozent gab es ebenfalls einen Beitrag.