Rechnung 2014
Lüterkofen-Ichertswil ist «erfreulich im Plus»

Die Jahresrechnung 2014 der Gemeinde Lüterkofen-Ichertswil schliesst etwas über 110'000 Franken im Plus. Der Gemeinderat macht sich Gedanken um eine Steuererhöhung, um etwas mehr Luft in die Finanzen zu bekommen.

Gundi Klemm
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Blick auf den Ortsteil Lüterkofen.

Blick auf den Ortsteil Lüterkofen.

AZ

Nachdem der Haushalt 2013 mit einem Minus von weit über einer halben Million abgeschlossen hatte, war der Gemeinderat nun sichtbar erleichtert über das positive Jahresergebnis 2014. Bei einem Ertrag von 4,14 Mio. und einem Aufwand von 4,03 Mio. in der Laufenden Rechnung resultierte ein erfreuliches Plus von 110'383.45 Franken. Finanzressortchef Urs Affolter und Finanzverwalterin Petra Carulli erläuterten in den wesentlichen Konten alle Veränderungen gegenüber dem Voranschlag, der nur mit einem Ertragsüberschuss von 26'000 Franken gerechnet hatte.

Gemeinsam analysierte der Rat die Gründe für das bessere Ergebnis, das aus einer Rückzahlung des Schulverbandes Bucheggberg über rund 80 000.- und einem um rund 100 000.- auf 200 260 Franken angewachsenen Volumen der Grundstücksgewinnsteuern besteht. Gar nicht zufrieden war der Rat allerdings mit der Höhe der Steuern, die insbesondere bei den natürlichen Personen mit gesamthaft 2.12 Mio. um rund 5 Steuerprozente unter den veranschlagten 2.25 Mio. Franken blieben. Ein Steuerprozent macht in Lüterkofen-Ichertswil 21'000 Franken aus. «Wir könnten längst mehr Steuerzahler haben, wenn nicht baureife Grundstücke im Ribiacker durch die Einsprache einer Bürgerin blockiert würden», redete Gemeindepräsident Roger Siegenthaler Klartext. «Wir hätten genügend Interessenten, die dort bauen wollen und nun nicht können.»

Durch das Rechnungsplus kann die Gemeinde wieder etwas Eigenkapital im Betrag der erwähnten 110 383.45 Franken ansammeln und damit den vorhandenen Bilanzfehlbetrag auf 1.2 Mio. senken. Um etwas mehr Luft in die Finanzen zu bekommen, machte sich der Gemeinderat Gedanken zu einer durchaus möglichen Steuererhöhung. «Wir wollen aber erst die laufende Periode beurteilen und danach gegebenenfalls einen Antrag an die Rechnungsgemeinde im Dezember stellen», argumentierten die Ratsmitglieder. Dennoch bleibe klar: «Wir sind auf mehr Steuerzahler angewiesen, um alle Aufgaben und Ausgaben bewältigen zu können.» Die Bestandesrechnung zeigt ein besseres Bild. Über «flüssige Mittel» verfügt die Gemeinde im Umfang von rund 1 Mio. Franken.

Den Anlagen und weiteren Vermögensanteilen steht die Belastung durch Fremdkapital in der Höhe von 5.68 Mio. Franken gegenüber. Die jetzt günstigen Zinsen entlasteten indes die Rechnung, wie vermerkt wurde, um rund 7000 Franken gegenüber dem Budget. Sorgen bereitet die von rund 10 000 auf 32 000 Franken angestiegene Asylbetreuung, die qualitativ zwar ausgezeichnet sei, aber wegen der mit 37 Personen im Asylkreis grossen Anzahl dringend administrative Unterstützung benötige. «Bei den Spezialfinanzierungen sind wir bei der Abfallbeseitigung auf dem Weg in ein Minus», warnte Ressortleiter Affolter, der dafür die nicht gedeckte Grünabfuhr verantwortlich machte. «Das müssen wir im Auge behalten.»

Abschreibungen auf das Verwaltungsvermögen wurden in Höhe der üblichen 8 Prozent mit 174 640.45 Franken vorgenommen. Die brutto-Investitionssumme belief sich auf rund 258 000 Franken. Die Gemeindeversammlung am 29. Juni wird über die einstimmig im Rat verabschiedete Jahresrechnung und über Nachkredite im Gesamtbetrag von 316 000 Franken für Schulanlagen und gesetzliche Sozialhilfe befinden.

Der Gemeinderat entschied sich ausserdem für einen Service- und Wartungsvertrag im Zweijahresturnus für 800 Franken für die Schnitzelheizung in der Mehrzweckhalle. Die gemessenen Werte der Heizanlage seien inzwischen sehr gut, nachdem weitere Gebäude an das Heizsystem angehängt worden seien, hiess es.