Verlegung
Luterbacher Teseq will Betrieb ins Baselbiet zügeln

Die Elektronikfirma Teseq AG will ihren Betrieb nach Reinach BL verlegen. Der Standort Luterbach verliert 36 Arbeitsplätze. 12 Kündigungen sollen ausgesprochen werden.

Franz Schaible
Merken
Drucken
Teilen
Teseq baut Messgeräte, die weltweit in Entwicklungslabors zur Abklärung der Störfestigkeit von elektronischen Komponenten eingesetzt werden. (Archiv)

Teseq baut Messgeräte, die weltweit in Entwicklungslabors zur Abklärung der Störfestigkeit von elektronischen Komponenten eingesetzt werden. (Archiv)

v

Dies geht aus einem Schreiben von Anfang Februar an die Mitarbeitenden hervor. Gegenüber «Radio32» hat die Geschäftsleitung die Pläne bestätigt. Laut Brief soll es dabei zu zwölf Kündigungen kommen. Den restlichen Mitarbeitenden werden Stellen am neuen Arbeitsort angeboten. Definitiv sei noch nicht entschieden worden, das Konsultationsverfahren laufe noch bis zum 25. Februar, heisst es beim Management. Die Betroffenen könnten Vorschläge zur Vermeidung oder Beschränkung der Kündigungen einreichen.

Die Teseq AG hat eine kurze, aber bewegte Geschichte hinter sich. Sie ist 2006 aus einem Management-Buy-out entstanden. Damals übernahm der ehemalige Schaffner-Divisionsleiter Johannes Schmid zusammen mit einer Investorengruppe den Bereich Testsysteme vom Elektronikkomponentenhersteller Schaffner.

Teseq baut Messgeräte, die weltweit in Entwicklungslabors zur Abklärung der Störfestigkeit von elektronischen Komponenten eingesetzt werden. Die Firma ist rasch gewachsen und 2012 waren am Hauptsitz in Luterbach 45 und weltweit 200 Angestellte beschäftigt. 2012 wurde das Unternehmen am Swiss Economic Forum in Thun als Start-up des Jahres im Bereich Hightech/Biotech ausgezeichnet.

Amerikaner zahlten 83 Millionen

Im Januar 2014 wurde das Unternehmen vom US-amerikanischen Milliardenkonzern Ametek übernommen. In der damaligen Medienmitteilung von Ametek wurde ein stolzer Kaufpreis von 83 Millionen Franken genannt. Der Umsatz von Teseq wurde mit rund 48 Millionen Franken beziffert. Teseq-Mitgründer Johannes Schmid ist laut Handelsamtsblatt im vergangenen Mai aus der Firma ausgeschieden.

Ein Jahr nach dem Verkauf kommt es nun zur Restrukturierung und Verlegung nach Reinach. Nur so könne «der Betrieb aufrechterhalten und profitabel geführt werden», heisst es im Schreiben an die Teseq-Mitarbeitenden. Reinach deshalb, weil Ametek, der Hersteller von elektronischen Instrumenten und elektromechanischen Geräten, dort mit der EM Test Switzerland GmbH bereits über einen Standort in der Schweiz verfügt.