Luterbach
Tag der offenen Türe im Luterbacher Pfarrheim

Ab heute Montag ist das Angebot der schulergänzenden Tagesstrukturen am neuen Standort in Betrieb.

Urs Byland
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Tag der offenen Türe im Pfarreiheim Luterbach. Von links: Karin Mühlemann, Claudia Schwab, Dominique Seuret, Christa Löffler.

Tag der offenen Türe im Pfarreiheim Luterbach. Von links: Karin Mühlemann, Claudia Schwab, Dominique Seuret, Christa Löffler.

Michel Lüthi

Kurz vor dem Schulstart haben interessierte Luterbacherinnen und Luterbacher den Standort für die Tagesstrukturen besichtigen können. Dieser befindet sich im Pfarreiheim der katholischen Kirchgemeinde. Am Tag der offenen Türe wurden auch die umgebauten Räumlichkeiten für die katholische Kirchgemeinde (Religionsunterricht, Sitzungszimmer, JUBLA) präsentiert. Bauherren waren die Einwohnergemeinde und die katholische Kirchgemeinde St.Josef. Gleichzeitig stellte der Verein Tagesstrukturen Luterbach (LUKI) das Angebot der Tagesstrukturen vor.

Bis es soweit kommen konnte, sei ein langer Prozess mit vielen Diskussionen nötig gewesen, erklärt Gemeindeschreiberin Christa Löffler, Präsidentin des Vereins Tagesstrukturen. Ein erster Protokollauszug dokumentiert, dass im Jahr 2000 die SP ein entsprechendes Postulat einreichte. «Damals war noch die Meinung vorherrschend, dass die Betreuung der Kinder Privatsache sein muss», so Löffler. Später wurde die Schulkommission damit beauftragt, Vorschläge zu erarbeiten. 2001 beteiligte sich die Gemeinde Luterbach erstmals in der ausserschulischen Betreuung. Sie half bei der Finanzierung eines Mittagstisches.

Jahrelange Vorarbeiten bis es soweit war

Erst 15 Jahre später kam wieder Schwung in die Diskussion. Im Gemeinderat wurde ein Antrag eingereicht, schulergänzende Tagesstrukturen aufzubauen. Der Bedarf nach ausserschulischer Betreuung wurde grösser, erkärt Löffler:

«Wir erhielten immer mehr Anfragen von Eltern, bei denen beide Elternteile arbeiten und von Alleinerziehenden.»

Aber auch die Firma Biogen hat eine starke Zuwanderung ausgelöst. Es kommen Menschen aus dem Ausland, die ausserschulische Betreuung kennen. Mit unserem Angebot geben wir ihnen eine Grundlage, sich hier anzusiedeln», ist Löffler überzeugt. Unabhängig davon sei die Integration von Kindern mit unterschiedlichsten kulturellen, bildungssozialen und religiösen Hintergründen wichtig. Die Kinder sollen Chancengleichheit in der Bildung erhalten und Sozialkompetenzen wie Achtung, Respekt und Toleranz erlernen und entwickeln können.

Der Gemeinderat setzte daraufhin 2016 eine Arbeitsgruppe ein, die einen entsprechenden Auftrag erhielt. Im Januar 2020 entschied der Gemeinderat das Konzept für die schulergänzenden Tagesstrukturen. Gefahren wird zweigleisig. Einerseits wird das vorschulische Betreuungsangebot mit Betreuungsgutscheinen unterstützt. Löffler sagt:

«Wir führen kein eigenes Angebot im vorschulischen Bereich. Die Eltern sollen ihre Kinder dort betreuen lassen, wo sie es wollen.»

Andererseits wird ein Angebot mit Tagesstrukturen wie Mittagstisch, Betreuung für Schulkinder und Aufgabenhilfe im katholischen Pfarrheim angeboten. «Die katholische Kirchgemeinde hat sich schon länger damit auseinandergesetzt, wie die Nutzung des Pfarreiheims gestaltet werden könnte. Deshalb kam die Idee auf, dort auch die Tagesstrukturen unterzubringen.» Nach einem intensiven Werben für den Standort gaben die Gemeindeversammlung im November 2020 und anschliessend auch die katholische Kirchgemeinde ihre Zustimmung. Heute startet das LUKI mit über 30 Kindern am Mittagstisch.

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