Sattes Plus
Ein rekordverdächtig hoher Ertragsüberschuss für Luterbach

Der Gemeinderat von Luterbach will mit dem Rechnungsüberschuss Projekte vorfinanzieren.

Marlene Sedlacek
Merken
Drucken
Teilen
Gefährliches Fensterputzen im Schulhaus: Der Gemeinderat bewilligt den Kauf einer Hebebühne.

Gefährliches Fensterputzen im Schulhaus: Der Gemeinderat bewilligt den Kauf einer Hebebühne.

Hanspeter Bärtschi

«Wer hätte gedacht, dass die Rechnung trotz Corona so gut herauskommt?», fragte Kurt Hediger, Ressort Finanzen, an der Gemeinderatssitzung rhetorisch. Satte 3,39 Mio. Franken liegt das Resultat im Plus. Budgetiert war ein Verlust von 106'500 Franken. Das Resultat sei vor allem auf die hohen Steuereinnahmen von 2,3 Mio. Franken zurückzuführen, zeigte Finanzverwalter Reto Frischknecht auf.

Davon fallen 1,1 Mio. Franken auf die Quellensteuern. Der Finanzverwalter vermutet jedoch, dass sich die Steuererträge in den nächsten Jahren infolge der Pandemie rückläufig entwickeln würden. Hediger schlug trotzdem vor, für das Budget 2022 über eine Steuersenkung nachzudenken. Er hatte festgestellt, dass seit 2015 jedes Jahr ein Erfolg zu verzeichnen gewesen war und das Finanzpolster einen sorglosen Blick in die Zukunft erlaubt.

Mit dem Überschuss werden zusätzliche Abschreibungen von 821509 Franken getätigt. Weitere 2,07 Mio. Franken sollen zur Vorfinanzierung von Projekten dienen. So für die Personenunterführung SBB, die Sanierung des zweiten Obergeschosses Gemeindehaus oder die Umgestaltung der Umgebung beim Kindergarten. Der Rest von 500'000 Franken wird dem Eigenkapital zugewiesen. Dieses beträgt nun 6,7 Mio. Franken. Investiert wurde für 2,72 Mio. Franken. Dabei belastet ein nicht budgetiertes Darlehen an den Zweckverband Gruppenwasserversorgung die Rechnung mit 1,2 Mio. Franken. Die Investitionen konnten vollumfänglich aus eigenen Mitteln bezahlt werden. Der Selbstfinanzierungsgrad beträgt 165 Prozent.

Bei den Spezialfinanzierungen Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung ergaben sich ebenfalls Ertragsüberschüsse, nämlich 215909 Franken respektive 115941 Franken. Bei der Abfallbeseitigung resultierte ein Aufwandüberschuss von 23 714 Franken. Hans Peter Schläfli plädierte dafür, die hohen Eigenkapitalien zu reduzieren und über Gebührensenkungen nachzudenken.

Sicherheit für Reinigungsteam gewährleisten

Die Reinigungskräfte begeben sich beim Putzen der grossen Fensterfronten am Primarschulhaus in gefährliche Positionen, hatten Hauswart und Bauverwalter bei einem Rundgang festgestellt. Die Fachkräfte steigen auf die schmale Fensterbank und stehen ungesichert in der Fensteröffnung.

Im Obergeschoss befinden sie sich in einer luftigen Höhe von sieben Metern. Bauverwalter Bernd Schultis beantragte die Anschaffung einer Hebebühne für 7000 Franken, ohne dass diese budgetiert ist. Der Gemeinderat stimmte diesem Antrag einstimmig zu, denn die Sicherheit gehe vor, waren sich die Räte einig. Eine zweite Arbeitsbühne wird über das Budget angeschafft.

Kommissionsmitglieder gesucht

Nachdem auf die Ausschreibung für das Friedensrichteramt keine Bewerbungen eingegangen waren, musste der Gemeinderat eine Berufung ins Amt vornehmen. Ursula Grossmann, Mediatorin, hatte sich bereit erklärt, das Amt zu übernehmen. Einstimmig wählte das Gremium sie als neue Friedensrichterin.

Für die kürzlich ins Leben gerufenen Arbeitsgruppen «Jugend» und «Märet» sucht der Gemeinderat Mitglieder. Die Parteien sind aufgefordert, Nominationen zu melden. Zudem werden die Stellen öffentlich ausgeschrieben.