Luterbach
Auf ein neues Perrondach soll verzichtet werden

Der Gemeinderat von Luterbach will nicht zusätzliche 1,5 Millionen Franken hinblättern müssen für ein Dach-Neubau auf dem Perron am Bahnhof Luterbach.

Gundi Klemm
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Der Bahnhof Luterbach wird auf einen Dach-Neubau verzichten müssen.

Der Bahnhof Luterbach wird auf einen Dach-Neubau verzichten müssen.

Hanspeter Bärtschi

Das Behindertengleichstellungsgesetz zwingt die SBB, den Bahnhof Luterbach-Attisholz umzubauen. Dies betrifft die Höhe des Mittelperrons und neue Zugänge mit Rampe und Lift. Gleichzeitig soll die Erschliessung nach Norden hin, also zum Industrie- und Gewerbeareal nördlich der Kantonsstrasse, durch eine neue Anbindung mit einer durchgehenden 60 Meter langen Personenunterführung verbessert werden. Die bestehende Unterführung bleibt intakt, hat aber demnächst keinen Zugang mehr zu den Bahnsteigen.

Auf Vorschlag der SBB-Projektstudie, mit der sich die Planungs- und Umweltkommission intensiv beschäftigt hat, soll – wie Ressortchef Jürg Nussbaumer erläuterte – aus bautechnischen und statischen Gründen auf ein neues Perrondach verzichtet werden. Stattdessen sollen zwei gläserne Wartehäuser errichtet werden.

Zusätzliche Kosten für die Gemeinde schrecken ab

Ein Argument gegen den aufwendigen Dach-Neubau ist auch die Tatsache, dass Luterbach diesen Wunsch selber mit nochmals bis zu 1,5 Mio. Franken finanzieren müsste. Basierend auf zu diesem Zeitpunkt noch geschätzten Zahlen wird das Gesamtprojekt 15 Mio. Franken kosten. Davon entfallen auf den Kanton, die Gemeinde und die Repla 4 Mio. Franken mit einem vermuteten Anteil für Luterbach in Höhe von 1,5 Mio. Franken. Der Baubeginn ist für den Frühling 2025 und die Inbetriebnahme fürs Jahresende 2026 vorgesehen. Mit einer Enthaltung schloss sich Gemeinderat der von der Kommission vorgeschlagenen Verzichtsvariante an. Das Thema Bahnhof soll auch in der Bevölkerung bis zur Gemeindeversammlung diskutiert werden.

Neue Planung für Bebauung Bachacker

Der erste Projektentwurf zur Bebauung Bachacker (am Kreisel nördlich der Bahnlinie gelegen) erlitt vor zwei Jahren Schiffbruch durch eine vernichtende Beurteilung seitens der kantonalen Fachstelle. Mit dem Planungsbüro Eiffage Suisse AG, an der Sitzung vertreten durch Christoph Elmiger, hat nun ein Neustart begonnen. Der Referent informierte über die vorliegende Volumenstudie, die im Hochhaus mit neun Etagen 50 bis 70 Wohnungen unterschiedlicher Grösse vorsieht. Die Erschliessung findet über den Blumenweg und nicht über die Kantonsstrasse statt. Zudem ist eine Tiefgarage vorgesehen. Oberirdisch sind nur 6 Besucherparkplätze geplant. Die Planung koppelte sich ab vom «Landi»-Projekt, das auf der nebenliegenden Parzelle realisiert werden soll. Der Teilzonenplan belegt dieses Grundstück mit einer Gestaltungsplanpflicht. Dies ermöglicht, auf weitere Präzisierungen mangels gesetzlicher Grundlage zu verzichten. Die Bevölkerung wird baldmöglichst zu einem Vorstellungstermin für das Projekt «Bachacker-Ost» eingeladen. Der Gemeinderat entschied sich für die Freigabe zur öffentlichen Mitwirkung und kantonalen Vorprüfung.

Neue Lösung für Spitex

Nachdem bekannt ist, dass die lokale Spitex ihre Arbeit zum Jahresende einstellt, hat das Ressort Soziales laut Leiter Hans Peter Schläfli «eine gute und für Luterbach attraktive Anschlusslösung» gefunden. In einer Arbeitsgruppe wurde gemeinsam mit der Spitex Derendingen-Deitingen ein solider Weg zur Zusammenarbeit entwickelt, der für Klienten einen reibungslosen Übergang und für Mitarbeitende ein Stellenangebot bereithält. Das Zusammengehen mit der Spitex Derendingen-Deitingen sei zukunftsweisend, weil hiermit die Möglichkeit zur Schaffung einer gemeinsamen Gesundheitsorganisation bestehe, sagte Schläfli. Noch nicht geklärt ist etwa die Kostenfrage zu einer «Arbeitsbasis» – sprich Spitex-Stützpunkt in Luterbach. Der Gemeinderat verabschiedete die Leistungsvereinbarung einstimmig zuhanden der Gemeindeversammlung.